Business Dresscode: Hoch hinaus im richtigen Outfit

Es sind die Gretchenfragen des Business Dresscode: Wie viel Farbe darf man mit Rock und Hose bekennen, was trägt man beim Bewerbungsgespräch und was verbirgt sich hinter „business formal“ und „business casual“? Wir haben für Sie gemeinsam mit dem Business-Knigge-Coach Edgar Kummer die modischen Dos und Don’ts zusammengestellt.

 

Kleider machen Leute – der Business Dresscode macht Erfolg

Nicht nur fachliche Kompetenz bringt uns weiter, sondern oft auch die korrekte Kleidung. Knigge-Fachmann Edgar Kummer kann das nur bestätigen: „Vorgesetzte achten, ebenso wie die lieben Kollegen und Kolleginnen, genau darauf, was Sie tragen.“ Und es kann durchaus sein, dass MitarbeiterInnen, die Dresscodes der Firma konsequent missachten, bei wichtigen Besprechungen oder Geschäftsessen nicht dabei sind. Die Kleiderfrage ist zwar ein kleiner, aber trotzdem nicht zu vernachlässigender Karrierebaustein!

Business Casual oder Business Formal?

Wie förmlich oder wie leger der Dresscode gehandhabt wird, ist nicht (immer) Ihre eigene Entscheidung, sondern die Regeln werden von der Firmenleitung vorgegeben. Der strenge Business Formal Dresscode ist im höheren Managementbereich, in Banken und in Anwaltskanzleien selbstverständlich: Gedeckte Farben, Anzug für Herren und Kostüm für Frauen vermitteln Seriosität und Kompetenz. Etwas lockerer interpretiert Business Casual die Modevorgaben: Vor allem in kreativen oder technischen Berufen wird vieles entspannter gesehen: Jeans und Turnschuhe sind genauso erlaubt wie extravagantere Styles oder auffällige Farben.

Der „Casual Friday“ erlaubt es Ihnen, auch in Firmen mit strengem Dresscode etwas vom Formal-Style abzurücken und freitags legerer gekleidet zu kommen – quasi als Einstimmung auf das nahende Wochenende. Das bedeutet jetzt nicht völlige Modefreiheit und den Griff zu Flip Flops, aber beispielsweise einen Pullover statt Hemd und keine Krawatte.

Generell gilt: Wer neu in eine Firma eintritt und sich unsicher ist, erkundigt sich am besten vor Arbeitsbeginn darüber, was modisch erwartet wird, und passt sich den anderen an.

Business mit Schal Mit Schal: So schnell bekommt der formelle Business-Look eine alternative Note.

Style-Schau: Und was ist nun was?

Business Formal

Business Casual

Was trägt man zum Bewerbungsgespräch?

Frau ratlos im Kleiderschrank © shutterstock | Africa Studio

Mit „lieber etwas zu konservativ als zu locker“ sind Sie schon einmal gut beraten. Nur wenige Sekunden entscheiden, ob jemand sympathisch wirkt oder nicht – und unser Aussehen spielt für diesen ersten Eindruck eine große Rolle. Entspricht Ihr Outfit den Erwartungen der Personalverantwortlichen, vermitteln Sie damit aber noch mehr: Sie sind gut informiert und wissen, was erwartet wird.

Die Dresscodes für Bewerbungsgespräche variieren natürlich je nach Berufsfeld, in einer Bank wird anderes erwartet als in einer Werbeagentur oder einer KFZ-Werkstätte. Ausschlaggebend für die Kleiderwahl ist auch, für welche Position Sie sich bewerben.

Machen Sie sich vorab ein paar Gedanken: Informationen über die neue Firma finden Sie meistens online. Dort können Sie eventuell schon sehen, wie sich Ihre künftigen MitarbeiterInnen kleiden. Eine andere Möglichkeit ist, vor dem Gespräch in der Personalabteilung konkret nachzufragen, was in puncto Kleidung erwartet wird. Vergessen Sie trotz aller guten Ratschläge, Vorgaben und Regeln nicht auf das Wichtigste: Bleiben Sie authentisch!

Den überall und allgemein gültigen Business Dresscode für das Berufsleben gibt es also nicht. Dennoch gibt es ein paar prinzipielle Dos und Don’ts – wir verraten Sie Ihnen!

Die Business Dresscode Dos: So wird es stimmig!

  • Die Kleidung soll Ihre Persönlichkeit unterstreichen, zu Ihrem Typ passen und Sie sollen sich darin wohlfühlen. Nur dann können Sie Ihren Kunden oder Geschäftspartnern ganz natürlich und authentisch gegenübertreten.

 

  • Mit einer Rocklänge, die bis über das Knie reicht, und mit Kostümen oder Hosenanzügen in gedeckten Farben, unterstreichen Frauen ihre Seriosität. Wenn Mann Anzug trägt, dann sind gut gebügelte Hemden und korrekt geknotete Krawatten dazu selbstverständlich. Die Krawatte endet übrigens genau über dem Gürtel, und nicht irgendwo darüber oder darunter.

 

  • Strumpfhosen sind in höheren Positionen ein Muss, auch im Sommer. Blickdicht oder gemustert ist für den Casual Businesslook erlaubt, seriöser sind hautfarbene mit leichtem Glanz. Kleiner Tipp für Männer: Statt Socken besser zu Kniestrümpfen greifen, die verdecken haarige Männerbeine, auch wenn das Hosenbein beim Sitzen nach oben rutscht.

 

  • Farben setzen nicht nur Akzente, sondern geben immer auch ein Statement zur Persönlichkeit ab: Braun wirkt sympathisch, Schwarz schafft Distanz, Grau macht unscheinbar und Dunkelblau wirkt sehr korrekt.

 

  • Geschlossene Schuhe sind für den Formal Businesslook auch im Sommer für Frauen die erste Wahl. Absätze sollten laut Knigge nicht höher als 7 cm sein, selbstverständlich sind flache Schuhe ebenfalls erlaubt. Und ja, auch Ballerinas sind absolut businesstauglich.

 

  • Schuhe, Handtasche, Schmuck und Uhren sind nicht nur modische Statements, sie zeigen auch, was man sich leisten kann. Aus dem Grund sollten Sie aber auch nie „zu dick auftragen“. Wählen Sie Accessoires sorgfältig und stimmen Sie die einzelnen Teile gut aufeinander ab. Weniger ist mehr, das gilt besonders für Schmuckstücke: Tragen Sie nie mehr als fünf Teile, also zum Beispiel eine Gürtelschnalle, Ohrringe, Uhr und dazu noch ein oder zwei Ringe.

 

  • Für Make-up und Haare ist „gepflegt und typbetonend“ das Motto. Ein dezentes Make-up, ein Hauch Parfum und frisch rasierter beziehungsweise sorgfältig getrimmer Bart hinterlassen einen positiven Eindruck.

Die Business Dresscode Don’ts: So bitte nicht!

Clowns im Business-Look © shutterstock | Master1305
  • Lässig und locker kann dem Dresscode entsprechen, ungepflegt ist aber ein absolutes No-Go: Wild wuchernde Achselhaare, dichtes Bartgestrüpp, strenger Körpergeruch, fettiges Haar und Fingernägel mit Trauerrand sind definitiv nicht und nirgends businesstauglich.

 

  • „Aufregend tief“ und „aufreizend kurz“ zieht Blicke an, kann aber Toleranzgrenzen überschreiten: Der sexy Ausschnitt bis zum Nabel ist auf Partys nett anzusehen, genau wie vielleicht der Rock bis knapp über den Po – beides bleibt aber für den Berufsalltag besser im Kleiderkasten.
  • Wenn Transparenz bei der Arbeit gefragt ist, hat das nichts mit dem Outfit zu tun. Durchscheinende Röcke oder Blusen, die offenherzig Einblicke geben, haben am Arbeitsplatz definitiv nichts verloren. Auch schulterfrei oder bauchfrei sind keine guten Ideen. Männer sollten wissen, dass ein Sakko immer ein langärmeliges Hemd verlangt, kurzärmelig ist ein echtes No-go.

 

  • Nicht unbedingt ratsam ist es, mit den Outfits modemutig neue Trends zu setzen, es sei denn, Sie arbeiten in einer Moderedaktion. Passen Sie sich, gerade in konservativen Berufsfeldern, dem gewünschten Dresscode an. Kreative, schrille Outfits fallen zwar auf – aber nicht immer positiv.

 

  • Modesünden haben natürlich auch im Büro nichts verloren: Weiße Tennissocken gehören, wenn überhaupt, auf den Centercourt, Krawatten mit Comicfiguren oder provokante T-Shirts mit Motto und Spruch sind ebenso Freizeitlooks.

 

  • Flecken, Krümel, sichtbare Schuppen und ausgefallene Haare auf dunklen Blazern oder Jacken hinterlassen keinen guten Eindruck, genauso wenig wie schmutzige, ungeputzte Schuhe.

 

Kummer © Kummer

Kontakt und Info:

www.edgarkummer.com

Edgar Kummer ist erster zertifizierter AUI-Business-Knigge-Coach Österreichs, Umgangsformentrainer für Kinder und Jugendliche, Buchautor, Kolumnist, staatlich geprüfter VTÖ Tanzmeister, ADTV Tanzlehrer und Opernball-Choreograph.

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