Wolle und Daune richtig waschen: So pflegst du deine Winterkleidung

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Oft weiß es die Natur am besten. Bei frostigen Temperaturen hält uns nichts so warm wie Tierhaar und Naturfasern. Spitzenreiter der tierischen Wärmespender: Kleidung aus Wolle und mit Daunenfüllung. Als Naturprodukte sind diese allerdings auch ansprechender in der Pflege. Wir verraten euch, wie ihr Wolle und Daune richtig wascht, trocknet und pflegt, um eurer Winterbekleidung ein möglichst langes Leben zu bescheren.

Danke, Wollpullover, dass es dich gibt!

Wolle: feines Haar mit optimaler Wärmeleistung

Ob Weihnachtsmarkt oder Lesenachmittag auf der Couch: Ohne unseren dicken Flauschepulli wollen wir im Winter eigentlich nicht sein. Und wehe, er verliert an Flauschigkeit!

Die guten Nachrichten sind: Echte, reine Schurwolle muss nicht so oft gewaschen werden wie Kleidung aus Kunstfaser. Eine natürliche Schicht aus Lanolin (Fett) umgibt das Tierhaar und schützt es vor Schmutz und Gerüchen.

Bei hochwertigen Wollpullovern, Mänteln oder Schals reicht es also oft, sie einfach gut zu lüften. Das gilt übrigens auch für echte Trachtenkleidung aus Wolle, z. B. Janker.

Reibung beim Wolle-waschen reduzieren

Was Wolle gar nicht mag: Schleudern! Wenn deine Waschmaschine über ein eigenes Wollprogramm verfügt, solltest du es unbedingt nutzen. Darin wird die Wäsche deutlich geringer oder gar nicht geschleudert und nur sanft gedreht. Sehr empfindliche Stücke wäscht du am besten in einem zusätzlichen Wäschenetz, damit sie nicht mit anderen Wäschestücken in Berührung kommen. Bei Handwäsche gilt: Nicht rubbeln, sondern einweichen und beim Waschen das Gewebe nur sanft drücken.

Vermeide starke Temperaturunterschiede

Entgegen häufiger Annahmen verträgt echte Schurwolle durchaus Temperaturen bis 90 Grad. Vermeiden solltest du aber starke Schwankungen – also z. B. heißes Waschen und kaltes Spülen. Auf der sicheren Seite bist du mit einer konstanten, lauwarmen Temperatur bei Handwäsche bzw. 30 Grad in der Trommel.

Wollwaschmittel verwenden

Achtung – der Mythos hält sich, dass Haarshampoo ein gutes Wollwaschmittel abgibt.

Menschliches Haar ist mit den Wollfasern des Tierhaars aber nur bedingt vergleichbar, dazu kommt, dass Duftstoffe und sonstige Inhaltsstoffe in Shampoos der Wolle eher schaden. Besser ist ein richtiges Wollwaschmittel. Dieses enthält keine eiweißlösenden Substanzen, wie reguläres Waschmittel, und hat einen niedrigeren pH-Wert. Am besten ist Flüssigwaschmittel, da im Gewebe Rückstände von Pulver bleiben können.

Richtig trocknen

In den Trockner sollte Wolle sowieso nie. Außerdem solltest du darauf verzichten, Wollstücke auszuwringen oder hängend zu trocknen: Dabei ziehen sie sich nämlich durch das Gewicht der nassen Fasern in die Länge. Optimal ist es, einen Wollpullover in ein Handtuch einzurollen und rundherum mittelfest trocken zu drücken. Anschließend legst du ihn auf einem weiteren, dicken Handtuch auf eine luftdurchlässige Unterlage (z. B. einen Wäscheständer), sodass er von allen Seiten gleichmäßig an der Luft trocknet.

Wolle ist nicht gleich Wolle

Es gibt viele Stücke, die sich zwar anfühlen und anmuten wie Wolle, aber keine echte Wolle sind. Bei solchen gilt grundsätzlich: Wenn du sie trotzdem schonend pflegst und mit deinen Wollsachen gemeinsam reinigst, machst du nichts falsch! Umgekehrt wäre es schlimmer, wenn du nämlich Wollstücke mit dem Kunstfaser-Programm wascht. Auch musst du nicht zwingend zwischen unterschiedlichen Wolltypen (z. B. Angora, Alpaca oder Kaschmir) unterscheiden. Wenn du ein sehr teures Stück besitzt, könntest du dir aber überlegen, es in die Reinigung zu geben.

(Bild: Les Triconauts/Unsplash)

Daunen: Perfekte Isolierung der Natur

Daunen sind sehr feine Federn, auch „Flaumfedern“ genannt. Sie stammen aus dem Untergefieder unterschiedlicher Vogelarten, meist Enten, wo sie für perfekte Wärmeisolierung sorgen. Unter anderem ist es diese geniale Schicht im tierischen Federkleid, die Vögel unter anderem auf vereisten Seen sitzen oder schwimmen lässt, ohne, dass ihnen die Kälte etwas anhaben könnte.

(Bild: Valentin Petkov/Unsplash)
(Bild: Annie Spratt/Unsplash)

Daunenfedern verfügen von Natur aus über eine sehr hohe Elastizität. Deshalb behält echte Daunenkleidung auch nach jahrelangem Tragen ihre natürliche Sprungkraft und ihr Volumen, welches optimale Wärmedämmung verspricht. Wichtig ist aber die richtige Pflege der Kleidung.

Daunenjacke & Daunenmantel richtig waschen: So geht‘s

Damit Daunen weich und sprunghaft bleiben, dürfen sie nicht verkleben. Je mehr Platz sie in der Waschmaschine haben, desto besser kann sich das Material bewegen. Achte also darauf, die Trommel maximal zur Hälfte zu befüllen und ein Programm zu wählen, bei dem die Wäsche nur sanft bewegt wird – z. B. Woll- oder Feinwaschprogramm. Die Temperatur sollte maximal 40 Grad betragen. Wichtig: das Schleudern! Daunenkleidung saugt sich nämlich stark mit Wasser voll. Eine Drehzahl von 800 Umdrehungen sollte dafür ausreichen.

Daunen trocknen mit Tennisball

Beim Trocknen von Daunenkleidung ist es wichtig, die Federfüllung in Bewegung zu halten, damit sie nicht verklumpt. Der Trick: ein bis zwei saubere Tennisbälle mit in den Trockner geben, die während des Trockenvorgangs herumwirbeln und das Futter „aufklopfen“. Lufttrocknen wird für Daunenkleidung nicht empfohlen. Wenn du also keinen Wäschetrockner hast, solltest du deine daunengefütterten Stücke in die Reinigung geben.

Die Qualitäten von Daunenbekleidung

Daune ist ideal für Winterkleidung: Das Naturmaterial hält nicht nur besonders warm, sondern verhindert das Schwitzen und sorgt für optimale Temperaturregulierung. Daher ist Daune auch für den Wintersport und Aktivität bei kaltem Wetter das optimale Material.

Daune und Tierwohl?

Immer wieder hat Daunenkleidung Tierschützer auf den Plan gerufen – weshalb Daunen kaum noch von lebenden Vögeln gewonnen werden. Eine Besonderheit sind die Eiderdaunen: Diese werden direkt aus den Nestern der Eiderenten gesammelt, welche an der arktischen Küste des Atlantik und Pazifik leben. Die Weibchen statten die Nester ihrer Brut mit den eigenen Bauchdaunen aus, damit es der Nachwuchs schön warm hat – später lässt sich die kostbare Isolierung für den Menschen nutzen.

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