Vier Gründe, nach Corona wieder zu genießen

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Das ist jetzt also das Leben „post-Corona“. Zwar sind wir noch nicht über den Berg der Pandemie, und gewisse Vorsichtsmaßnahmen nach wie vor mehr als sinnvoll. Auch in Österreich. Dennoch – die Welt hält den Atem nicht mehr ganz so angespannt wie noch vor zwei, drei Monaten und wir erinnern uns langsam daran, wie die Dinge vor dem globalen „Shut-down“ waren.

Deshalb haben wir uns heute für einen etwas anderen Beitrag entschieden. Er soll uns in Erinnerung rufen, warum wir das Leben – allen möglichen Gefahren und sorgenvollen Gedanken zum Trotz – wieder genießen dürfen. Warum wir das jetzt vielleicht sogar sollten. Und wie es unsere post-Corona-Gesellschaft womöglich ein bisschen besser macht.

Genuss ist bewusste Auszeit

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Für viele fühlte sich die Zeit des Corona-„Lockdowns“ an wie eine Zwangspause: Wer nicht in einem Pflege- oder Versorgungsberuf arbeitete, saß zu größten Teilen im Home Office oder wurde in Kurzarbeit geschickt. Für viele Menschen bedeutete die Pandemie sogar den Jobverlust. Jetzt von Auszeit zu reden mag daher zynisch wirken – so ist aber keineswegs gemeint.

Gemeint ist die Erinnerung daran, dass Muße ein bewusster Zustand ist, den wir ebenso bewusst aufsuchen müssen, um ihn genießen zu können. Gerade dann, wenn uns jetzt vor Sorgen oder To-dos (wieder) der Kopf raucht, ist es wichtig, ihm eine Pause zu gönnen. Einen Moment des Sich-Sammelns und lediglichen „Da-seins“. Weil die Dinge danach garantiert leichter wieder in ihren Fluss kommen.

Genuss ist Schöpferkraft

Wer sagt, dass Genießen nur passiv ist? Muße beinhaltet auch das Tun, dem kein Bestreben zugrunde liegt. Also mal wieder zu malen, auf der Gitarre zu zupfen oder durchs Wohnzimmer zu tanzen – ohne Ziel oder Absicht. Wenn wir kreativ sind, kreieren wir – wir schaffen etwas. Das kann ein Kartoffelstempel sein, ein Schlaflied oder ein improvisiertes Dessert.

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In jedem Fall macht es uns reicher, reifer und lässt uns teilhaben an etwas, das größer ist als wir selbst. So sahen es zumindest die antiken Philosophen: Ihnen war die Schönheit eine eigene Tugend wert. Wer sich ihr hingibt, ob in der Musik, der Kunst, der lukullischen Genüsse oder in der Zeit mit einem geliebten Menschen, lebt wahrhaftig edel und verbindet sich mit einer höheren Idee. In einer Zeit globaler Vorsicht kann uns das einen und friedlich stimmen.

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Im Genuss entwickeln wir neue Gewohnheiten

Mal zum Nachdenken: Müssen oder sollen wir nach der Krise alles genauso machen wie davor? Oder wäre jetzt vielleicht der Zeitpunkt, alte Gewohnheiten über den Haufen zu werfen und neue zu entwickeln?

Bewusster shoppen, zum Beispiel. Denn niemand hat gesagt, dass Fashion und neue Kleidung jetzt tabu sind. Aber vielleicht hat uns die nicht ständige Verfügbarkeit aller Dinge gezeigt, was wirklich zu uns passt und womit wir wirklich längerfristig glücklich sind. Uns jetzt genau dafür zu entscheiden – bewusst und beherzt – wäre definitiv ein Schritt in eine gute Richtung.

Vieles, was uns bisher normal vorkam, ist nach Corona anders. Und was niemand überhaupt denken konnte, wird plötzlich möglich.

Die Zeiten können sich ändern. Genau wie wir.

Durch Genuss entscheiden wir uns für das, was zählt

Achtsamkeits-Apps, Meditations-Retreats, Tai Chi after work oder Teezeremonien auf YouTube: Dass der moderne westliche Mensch keine Lust mehr auf ein Leben unter Dauerstrom hat, ist längst im Mainstream angekommen. Mit täglichen, kleinen Ritualen haben der eine oder die andere unter uns schon versucht, daraus auszubrechen – oder zumindest ein wenig Druck rauszunehmen.

Ein Potenzial der Nach-Corona-Zeit liegt darin, uns von vornherein öfter für das entscheiden, was uns wichtig ist. Unabhängig davon, was Welt und Umfeld von uns erwarten. Vielleicht haben wir jetzt einen neuen Blick auf Zeit gewonnen. Auf Prioritäten. Auf Verfügbarkeit oder Selbstverständlichkeit. Und vielleicht gelingt es uns jetzt öfter mal, zu sagen: „Ich entscheide mich für meines“ – ganz ohne App.

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