Minimalismus: Der Trend zum Weniger

(Bild: Philipp Berndt / Unsplash)

Das Einfache boomt: Sei es Ausmisten, Besitz reduzieren, das Schlichte schätzen – spätestens seit Aufräum-Ikone Marie Kondo wird ringsum fleißig aussortiert. Ziel der Minimalismus-Bewegung ist vor allem: nachhaltig zu leben und den Fokus auf das Wesentliche zu schärfen.

In einer Zeit, in der wir von visuellen und auditiven Reizen, von Informationen und Angeboten, von Wahlmöglichkeiten und Entscheidungen schier überflutet werden, hat sich eine unscheinbare und umso attraktivere Tür geöffnet. Minimalismus lautet die Antwort auf das „immer mehr“, auf „zu viel“ und „nie genug“. Hier gilt: je weniger, desto besser. Und überraschenderweise wird das Weniger wirklich mehr.

Minimalismus im Kleiderschrank

Die sogenannte „Capsule Wardrobe“ war nicht nur ein Blogger-Phänomen. Sondern das Konzept gab Frauen und Männern weltweit Anlass dazu, ihre modischen Auswahlmöglichkeiten bewusst zu beschränken, um ihren Stil – und sich selbst – neu zu entdecken.

Das Prinzip: 20 bis 33 Teile genügen für eine komplette Garderobe. Voraussetzung ist natürlich, dass diese bewusst ausgewählt werden, dem persönlichen Geschmack bzw. Stil entsprechen und untereinander gut harmonieren. Denn nur so lassen sich die Teile immer wieder neu miteinander kombinieren – auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten.

Simpel, selbstgemacht: Gutes braucht oft nicht viel. (Bild: IE/Unsplash)

Minimalismus in der Ernährung

Food-Trends gibt es inzwischen beinahe so viele wie Burger-Buden in deiner Heimatstadt. Flexitarier oder Paleo? Was immer dich glücklich macht! Wo Minimalismus in die Ernährung einzieht, bedeutet er vor allem eine Rückbesinnung auf Basics. Natürlich kannst du deinem Besuch ein schickes, asiatisches Rezept servieren, dessen Zutatenliste so lang ist wie eine Glasnudel. Aber wie wäre es stattdessen mit Hirse-Zucchini-Laibchen zu einem heimischen Kopfsalat?

Beim kulinarischen Minimalismus geht es nicht vorrangig darum, Geld oder Mühe zu sparen. Viel mehr möchten Köchinnen und Köche, die sich der Reduktion verschreiben, Einfaches wieder schätzen und andere dazu animieren, das scheinbar Selbstverständliche ebenfalls in einem neuen Licht zu betrachten.

Minimalismus meets Living: von Tiny House bis Wohnwagon

Kleiderschrank geschrumpft und Kochbücher aussortiert? Minimalismus kann aber auch noch „größere“ Formen annehmen. Wenn er zur ganzheitlichen Lebenshaltung und in alle Lebensbereiche ausgeweitet wird.

Modelle dafür erobern derzeit vor allem die Architekturszene. Denn in wachsenden Städten und Ballungszentren wird der Platz knapp und mehr Menschen müssen auf weniger Raum zusammenrücken. So sind Konzepte für mehr Lebensqualität auf weniger individuellem Wohnraum der nächstlogische Schritt.

So genannte Tiny Houses, übersetzt als „winzige Häuser“, führen diesen Gedanken fort. Was brauchen wir wirklich und wie lässt es sich auf engstem Raum realisieren? Vom Caravan bis zum Modul-artigen Commod Haus gibt es vielfältige Ideen, wie noch die kleinsten Häuser ein sicheres, komfortables und zukunftsfähiges Zusammenleben ermöglichen.

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(Bild: Nachelle Nocom/Unsplash)

Ein Vorreiter aus Österreich ist der mobile Wohnwagon. Das fahrbare, autarke Heim bewirbt vor allem ein selbstbestimmtes Leben – ortsunabhängig und frei. Ganz so einfach ist es aber doch nicht: Denn in den meisten Ländern Europas ist wildes Campieren nicht gestattet. Und auch das Sesshaftwerden im mobilen Zuhause erfordert zuerst zumindest den Grunderwerb.

Fazit: Die Zukunft ist minimalistisch

Der Trend zum Minimalismus ist keine reine Willkür – weder eine Erfindung von Architekten, noch von Stilberatern oder Ernährungsexperten. Vielmehr fußt die Bewegung in der Erkenntnis, dass unserer endlichen Welt nicht unendlich Ressourcen zur Verfügung stehen. Das betrifft die grundlegendste, Platz, ebenso wie Nahrungsmittel oder Rohstoffe für die Produktion von Waren. Inzwischen haben wir erkannt, dass es einen Richtungswechsel braucht, um weiterhin gut und friedlich zusammenzuleben. Somit ist Minimalismus vor allem auch: Nachhaltigkeit. Wenn wir jetzt schon erkennen, dass weniger mehr ist, bleibt mehr für die Zukunft – unsere eigene und die der nächsten Generationen. Und sehen wir es noch positiver: Die neue Achtsamkeit schärft unseren Blick für das, was im Leben wirklich von Bedeutung ist.

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