Anti-Aging Gymnastik: Faltenfrei mit Gesichtsyoga

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Faltencremes und Concealer, adé? Helfen Gesichtsgymnastik und Yoga für die Mimik wirklich gegen Augenringe, Sorgenfältchen und Tränensäcke? Wir haben uns das „Anti-Aging-Wunder“ Gesichtsgymnastik aus der Nähe angeschaut. 

 

Wusstest du, dass an deiner Mimik ein hochkomplexes Netz aus 26 Gesichtsmuskeln beteiligt ist? Je nachem, ob du lachst, grübelst oder eine betroffene Miene aufsetzt, spielt sich darin so einiges ab. Zudem stehen der Ausdruck von Freude, Sorge oder Traurigkeit in enger Verbindung mit unserem Unterbewusstsein. Wir alle kennen Menschen, denen man ihre Zufriedenheit – oder Unzufriedenheit – einfach sofort ansieht.

Gesichtsyoga funktioniert im Prinzip wie Yoga für den Körper. Es „formt“ durch Dehnen, Entspannen und Kräftigen die Gesichtsmuskulatur. Das Ziel ist, dass Energie – in der Traditionellen Chinesischen Medizin „Qi“ genannt – wieder freier fließen kann. Physisch äußert sich das durch bessere Durchblutung, gesündere Zellen und ein insgesamt schönes, vitales Hautbild. Ganz zu schweigen davon, dass sich das Wohlbefinden dadurch rundum steigern lässt.

(Bild: Xenia Bogarova/Unsplash)

Natürlich können Cremes positiv auf das Hautbild wirken: Indem sie die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, machen sie sie weicher, geschmeidiger und erhöhen ihre Spannkraft. Aber so, wie auch Muskeln im Körper erschlaffen, wenn sie nicht regelmäßig trainiert werden, brauchen Gesichtsmuskeln ein kleines Workout, um straff zu bleiben. Gesichtsyoga kann außerdem bei chronischen Stress-Symptomen, wie angespanntem Kiefer und nächtlichem Zähneknirschen, helfen.

Und es wirkt tatsächlich! Das ergab zumindest eine 2018 an der Universität Chicago veröffentlichte Studie, an der Frauen zwischen 40 und 65 Jahren teilnahmen. Nach 20 Wochen Gesichtsyoga (täglich oder jeden zweiten Tag) sahen die Teilnehmerinnen im Schnitt drei Jahre jünger aus – und fühlten sich auch besser.

Gesichtsyoga Übungen für den Alltag

Das Tolle an Gesichtsyoga: Es lässt sich unglaublich einfach in den Alltag integrieren! Innerhalb einer eher monotonen Arbeitswoche nutzen wir selten alle Mimik, die uns zur Verfügung stünde. Das bedeutet aber nicht, dass wir sie nicht bewusst aktivieren können. Folgende Gesichtsyoga-Übungen bringen deine Gesichtsmuskulatur sofort in Schwung – und sie heben sogar die Laune. Wir haben’s ausprobiert 🙂

Für einen schönen Mund

Schöne Lippen soll man küssen – und je mehr sie küssen, umso schöner werden sie! Deshalb: Wenn gerade kein Kusspartner zur Verfügung steht, einfach „in die Luft küssen“. Durch das Schürzen der Lippen wird ihre Spannkraft und Durchblutung gesteigert. Eine zweite Übung: Lippen aufeinanderpressen und Zeige- und Mittelfinger 4mal kurz dagegendrücken.

Für eine schöne Kinnlinie

Keine Angst vor schlaffer Haut am Kinn! Mit dieser Übung bleiben Hals und Kinnlinie in Form: Einfach das Kinn nach vorne recken und die Zunge so weit wie möglich herausstrecken. Danach zieht sie abwechselnd Richtung linkes bzw. rechtes Ohr, 5mal auf jeder Seite. Die Spannung sollte im Hals spürbar sein. Tipp: Diese Übung lässt sich super mit einer Gymnastikübung für die Halswirbelsäule kombinieren, indem du das Kinn alle fünf Wiederholungen in die Gegenrichtung ziehst und 10 Sekunden lang ein bewusstes Doppelkinn machst.

Gegen Stirnfalten

Ob vom häufigen Stirnrunzeln oder wegen einer genetischen Veranlagung, die unliebsamen Stirnfalten würden wir alle lieber wegzaubern. Die Übung: Augen weit öffnen (aber ohne die Stirn in Falten zu legen!) und einen Punkt am Horizont fixieren. Achte dabei darauf, dass du wirklich entspannt schaust und die Augen nicht anstrengst. Kurz Augen schließen und 5mal wiederholen. Eine zweite Übung ist das „Gesichtstraffen“ mit den Fingern. Dazu legst du beide Handflächen an die Schläfen und streichst von der Stirn weg zum Hinterkopf. Mach das gerne, so oft es angenehm ist. Zum Abschluss reibst du die Daumenknöchel von innen nach außen entlang deiner Augenbrauen.

Für entspannte Gesichtszüge

Zugegeben – unsere Lieblingsübung! Sie hat auch noch den schönsten Namen, und zwar „Löwengesicht„. Oft verspannen wir uns, weil wir etwas nicht herauslassen oder loslassen.

Die Idee dieser Gesichtsyoga-Übung ist es, wie ein Löwe zu „brüllen“: Dazu atmest du zunächst tief ein, ballst die Hände zu Fäusten und spannst alle Muskeln im Gesicht an. Dann wird die Luft in einem Stoß durch den Mund ausgeatmet, wobei du ihn weit öffnest und die Zunge so weit wie möglich herausstreckst. Dazu Hände öffnen und mit den Augen rollen. (Was von außen betrachtet wahrscheinlich etwas verrückt aussieht, macht dich innerhalb von drei Wiederholungen garantiert viel, viel entspannter!)

Zur generellen Lockerung der Gesichtsmuskeln hilft auch ein Ausblasen der Luft durch die locker geschlossenen Lippen, sodass ein „brrrr“-Geräusch entsteht. Kombiniert mit einer kleinen Schüttelübung für Schultern und Nacken ist das die ultimative Übung für eine kleine Bildschirm- oder Entspannungspause.

(Bild: Daria Shevtsova/pexels)

Ob morgens vor dem Spiegel oder zwischendurch, wenn keiner hinschaut: Wir wünschen dir in jedem Fall viel Spaß und Entspannung beim Gesichts-Workout! 🙂

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