DER GROßE SPIEGELREFLEXKAMERA RATGEBER





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Spiegelreflexkameras gelten als die besten Kameras, die es im Handel zu kaufen gibt. Doch machen sie wirklich die besten Fotos? Welche der Kameras ist die Richtige für mich? Und was bedeutet eigentlich ISO? Wir geben dir einen Rundum-Überblick zu allem, was du für die Anschaffung und den Umgang mit einer Spiegelreflexkamera wissen musst.





Was ist eine Spiegelreflexkamera?

Was unterscheidet Spiegelreflexkameras von anderen Kameratypen und wie funktionieren sie?

Brauche ich überhaupt eine Spiegelreflexkamera?

Welche Vor- und Nachteile hat eine Spiegelreflexkamera im Vergleich zur System- oder Handykamera?

Die richtige Spiegelreflexkamera für jeden Anspruch

Welche Spiegelreflexkameras eignen sich für Einsteiger und Fortgeschrittene?

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Woran erkenne ich qualitativ hochwertige Spiegelreflexkameras?

Funktionen einer Spiegelreflexkamera

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Modi voneinander und was bedeutet überhaupt ISO?

Besser fotografieren mit der Spiegelreflexkamera

Welche Einstellungen muss ich wann vornehmen, um professionelle Fotos zu schießen?

Internetverbindung

Welche Vorteile hat die WLAN-Funktion?

Filmen mit der Spiegelreflexkamera

Wie funktionieren Videoaufnahmen und worauf solltest du achten?

Zubehör

Welches Kamerazubehör benötige ich wann?

Unterwegs mit der Spiegelreflexkamera

Die Spiegelreflexkamera sicher überall dabei.

Pflege und Wartung

Wo verstaue ich meine Spiegelreflexkamera und wie reinige ich sie richtig?




Was ist eine Spiegelreflexkamera?

    1. Normalobjektive
      Die Normalobjektive wurden weitestgehend durch Zoomobjektive verdrängt. Dennoch hast du eine Bedeutung in der Fotografie, da sie der menschlichen Wahrnehmung am nächsten kommen.

    1. Weitwinkelobjektive
      Die Weitwinkelobjektive sind die am weitesten verbreiteten Objektive. Die beliebtesten Brennweiten der Weitwinkelobjektive sind 28 Millimeter und 35 Millimeter. Es gibt sie als Zoomobjektive und auch als Festbrennweiten. Sie sind besonders in der Landschaftsfotografie beliebt.

    1. Super-Weitwinkelobjektive
      Sie sind ideal für enge Räume, da sie die Linien hier nicht verzerren. Ein Super-Weitwinkel ist so konstruiert, dass es ein vergleichsweise normales Bild der Umgebung produziert, indem es Verzerrungen korrigiert.

    1. Teleobjektive
      Als Teleobjektive bezeichnet man Objektive mit Brennweiten, die deutlich länger sind als andere. Allerdings erscheinen Objekte in der Ferne näher beieinander, als sie in Wirklichkeit sind. Sie eignen sich gut zum Abbilden von Portraits, da durch die Optik Gesichtszüge etwas abflachen und sie auf den Betrachter schmeichelhafter wirken.

    1. Super-Teleobjektive
      Wer Motive aus großer Entfernung aufnehmen möchte, nutzt am besten ein Super-Teleobjektiv. Gerade für Natur- oder Sportaufnahmen sind diese Objektive sehr beliebt. So werden Tiere nicht verjagt und Nahaufnahmen von Spielen sind möglich.

    1. Lichtstarke Objektive
      Nicht nur die Brennweite ist ausschlaggebend für den Objektivkauf. Auch die Blendengröße spielt eine Rolle. Je größer die Blende, desto stärker ist der Lichteinfluss. Daher eignen sich diese Objektive vor allem in dunkler Umgebung.

    1. Fischaugenobjektive
      Bei Fischaugenobjektiven ist die Umgebung gewollt verkrümmt. Man unterscheidet Rundbild- und Vollformat-Fischaugenobjektive. Die Ecken sind bei einem Rundbildobjektiv schwarz. Vollformat-Fischaugenobjektive bilden zwar das gesamte Foto ab, es erscheint aber in Fischaugenoptik.

    1. Shiftobjektive
      Shiftobjektive nehmen größere Bilder auf als normale Objektive. Allerdings wird nur ein Teil des Bildes aufgenommen. Das Objektiv kann in alle Richtungen verschoben werden, um den Bildausschnitt zu bestimmen. So verändert sich die Perspektive, ohne dass die Kamera bewegt wird. Sie eignen sich z. B. hervorragend für Architekturfotografie.

    1. Makroobjektive
      Sie sind so konstruiert, dass man sie trotz kurzer Distanz scharf stellen und kleine Motive so abbilden kann, dass sie das ganze Foto ausfüllen und viele Details zu erkennen sind.




Extras


Spiegelreflexkameras mit WLAN und NFC (Near Field Communication) sind heute Standard. Das hat den Vorteil, dass die Kameras über Apps extern gesteuert werden können. So kann man den Auslöser auch mit größerem Abstand zur Kamera betätigen und die Bilder ganz einfach auf externe Geräte übertragen.

Mit GPS-Sensoren lassen sich die Standorte, an denen man die Fotos geschossen hat, genau ermitteln. Wenn man viel herumreist, kann man so eine digitale Karte seiner Tour erfassen.


Investition


Die Frage, was eine gute Spiegelreflexkamera kostet, lässt sich natürlich nicht so leicht beantworten. Anfänger sollten 300-500 € in eine solide Spiegelreflexkamera investieren. Unterhalb dieser Preisklasse leidet die Qualität oft merklich. Fortgeschrittene sind mit einer Preisspanne von 500–800 € gut bedient. Profis hingegen sollten mindestens 800–1500 € investieren. Nach oben sind allerdings kaum Grenzen gesetzt. Günstige Angebote findet man vor allem im Internet. Bei bekannten Verbrauchertests, wie der Stiftung Warentest, kann man sich gut nach der Qualität der Wunschkamera erkundigen. Es lohnt sich außerdem, Rezensionen in Online-Shops zu den jeweiligen Modellen zu lesen.




Funktionen einer Spiegelreflexkamera

Technische Parameter und ihre Bedeutung

Die Spiegelreflexkamera lässt durch ihre zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten jede Menge Kreativität beim Fotografieren zu. Wichtig dafür ist, alle technischen Parameter in ihrer Bedeutung und ihrer Auswirkung auf die Fotos zu kennen.

      • + Brennweite (Zoom)

        Mit der Brennweite wird die Entfernung der Linse zu ihrem Brennpunkt beschrieben. Dieser Wert wird in Millimetern (mm) angegeben. Je größer die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel (also desto näher der Zoom). Sie wird in vier Bereiche unterteilt:

        1. Weitwinkelbereich: 10-24 mm (Fischaugenoptik)
        2. Normalbereich: 25-50 mm
        3. Telebereich: ab 50 mm
        4. Portraitobjektive: ab 80 mm

      • + Fokussierung

        Die Fokussierung ist die Scharfeinstellung, also die Anpassung der Objektiveinstellung an das Motiv, sodass ein scharfes Bild entsteht. Es wird in feet und meter (ft. und m.) angezeigt und beschreibt den Mindestabstand, den man zum Motiv haben sollte. Wird er unterschritten, kann nicht mehr scharf gestellt werden.
        Tipp: Objektive mit hoher Brennweite benötigen einen größeren Mindestabstand als Objektive mit kleinerer Brennweite.

      • + Blende

        BDie Blende ist eine mechanische Vorrichtung im Objektiv, die den Lichteinfall und dadurch die Schärfentiefe – die Größe des im Motiv scharfgestellten Bereichs – reguliert. Die Blendenzahl wird in „f“ angegeben.

      • + Belichtungszeit/Verschlusszeit

        Die Belichtungszeit oder Verschlusszeit bestimmt den Zeitraum (in Sekunden), wie lange der Sensor beleuchtet wird. Eine lange Belichtungszeit kann zur Bewegungsunschärfe führen (sollten Bewegungen während der Belichtung stattfinden).
        Tipp: Eine kurze Belichtungszeit benötigt mehr Licht von außen.

      • + Lichtempfindlichkeit/ISO Wert

        Die Lichtempfindlichkeit ist eine Eigenschaft des Bildsensors einer Kamera. Je höher die Lichtempfindlichkeit eines Sensors ist, desto weniger Belichtungszeit wird benötigt, um Bilder ausreichend zu belichten. Sie wird durch den ISO-Wert eingestellt. Ein hoher ISO-Wert bedeutet eine hohe Lichtempfindlichkeit. Tipp: Bei hohem ISO-Wert kann es zu vermehrtem Bildrauschen kommen. Daher sollte der ISO-Wert richtig eingesetzt und bei ausreichend Licht möglichst klein gehalten werden.

      • + Weißabgleich

        Der Weißabgleich ist wichtig, um die Kamera auf die Farbtemperatur am Aufnahmeort einzustellen. Denn das Motiv soll in den Farben aufgenommen werden, die dem natürlichen Eindruck des Auges entsprechen. Folgende Regeln gelten:

        - Für einen normalen Farbabdruck sollte der Wert bei 5500 Kelvin (k) liegen.
        - Niedrigere Werte lassen die Aufnahme bläulich und kalt wirken.
        - Einstellungen über 5500 Kelvin hebt vor allem die Rottöne hervor und das Bild wirkt warm.

      • + Bildsensor

        Der Bildsensor (in der Regel ein CCD oder Cmos Sensor und damit ein analoger Sensor) nimmt das Bild auf. Die Lichtempfindlichkeit des Sensors sinkt bei fallender Gesamtgröße. Dies macht sich als Bildrauschen bemerkbar. Die Pixelgröße eines Bildsensors besitzt Aussagekraft über die Bildqualität (je größer die Zellen, desto weniger Rauschen, da das Licht auf weniger Zellen verteilt werden muss). Die Summe der Megapixel spielt nur bedingt eine Rolle.
        Tipp: Je größer der Bildsensor, desto geringer wird die kleinstmögliche Schärfentiefe.




Es ist wichtig, den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Werten zu verstehen. Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit hängen unmittelbar zusammen. Wird ein Wert geändert, muss ein anderer entsprechend angepasst werden, um eine gleichmäßige Belichtung zu gewährleisten. Die Zusammenhänge der Parameter werden genauer im Kapitel „Die Funktionen der Kamera richtig nutzen“ erläutert.

Spiegelreflexkameras verfügen über eine große Vielfalt an automatischen Programmen und Modi, die in verschiedenen Situationen zum Einsatz kommen. Anfangs können diese hilfreich sein. Profis werden mit den automatischen Einstellungen wohl eher weniger zufrieden sein. Es empfiehlt sich, so wenig Automatik wie möglich zu benutzen, um die Funktionen seiner Spiegelreflexkamera schnell zu verstehen und in jeder Situation das Beste aus seinen Bildern herausholen zu können. Hier geben wir einen Überblick über die Programme und erklären, wie sie sich unterscheiden und wofür sie gut sind:

    1. Programmautomatik (P): Für Anfänger ist dieser Modus sehr gut geeignet. Die Kamera übernimmt wichtige Einstellungen, wie Blende und Verschluss - die Belichtungskorrektur kann man aber manuell einstellen. Das ist bei kontraststarken Motiven besonders hilfreich, da diese im Vollautomatikmodus durch die Belichtung grau erscheinen würden. Die Belichtungskorrektur wird in Blendenstufen eingestellt. Auch Lichtempfindlichkeit und Weißabgleich können in diesem Modus manuell geregelt werden.
    2. Zeitautomatik (A, Av): Die Zeitautomatik gleicht dem P-Modus, außer dass in diesem Modus die Blende manuell geregelt wird. Das ist wichtig für Fotos, bei denen die Belichtungszeit nebensächlich ist, aber man mit Effekten der Schärfentiefe arbeiten möchte.
    3. Blendenautomatik (B, Tv): Dieser Modus gleicht den beiden vorangegangenen mit der Ausnahme, dass die Belichtungszeit selber bestimmt werden kann und die Kamera die Blende automatisch regelt. So wird die Helligkeit des Bildes besser gesteuert.
    4. Manuell (M): Sobald man sich etwas in die Spiegelreflexfotografie eingearbeitet hat, sollte man nur noch im manuellen Modus arbeiten. Hier lassen sich sämtliche Einstellungen manuell vornehmen und man kann das Beste aus jedem Foto herausholen.

      Viele Kameras verfügen zudem noch über verschiedene Programme, die für unterschiedliche Situationen und Bilder gewisse Grundeinstellungen vornehmen.


  1. Landschaftsaufnahme: Dieser Modus zeichnet sich vor allem durch eine hohe Schärfentiefe aus. Hierbei wird die Blende so weit wie möglich geschlossen, wodurch die Verschlusszeit verlängert wird. Für Landschaftsaufnahmen empfiehlt sich die Benutzung eines Stativs.
  2. Nachtportrait/Nachtaufnahme: Diese beiden Modi sind besonders für Nachtaufnahmen geeignet. Kennzeichnend sind die lange Verschlusszeit und ein höherer ISO-Wert. Für das Nachtportrait wird zusätzlich ein langer Blitz angeschaltet. Hierfür ist ein Stativ notwendig, da die Bilder sonst verwackeln.
  3. Sand/Schnee-Programm: In diesem Programm werden automatisch Gegenlichtkorrekturen vorgenommen, welche bei Schnee und Sand benötigt werden. Oft kommen beide Programme zusammen, es gibt sie aber auch getrennt voneinander. Sie unterscheiden sich dann nur darin, dass im Schneemodus ein automatischer Weißabgleich eingestellt wird, um den Schnee möglichst weiß aussehen zu lassen.
  4. Sonnenaufgang/-untergang: In diesem Programm wird der Weißabgleich so eingestellt, dass die schönen Farbtöne der Sonnenauf- und Untergänge möglichst intensiv abgebildet werden.
  5. Sportprogramm: Das Programm dient dazu, sich schnell bewegende Motive einzufangen und „einzufrieren“. Dazu wird die Belichtungszeit sehr kurz gehalten. Viele Kameras machen Reihenaufnahmen (solange der Auslöser gedrückt wird), um den perfekten Moment einzufangen. Profikameras können circa 14 Bilder pro Sekunde aufnehmen.



Bessere Fotos mit der Spiegelreflexkamera machen

Gerade Anfänger sind mit der Vielzahl an Einstellungen häufig überfordert. Um dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir zahlreiche Tipps und Tricks für bessere Fotos mit deiner Spiegelreflexkamera gesammelt.


5 Quick-Wins für Anfänger


1. Nutze einen manuellen Fokuspunkt: So kannst du selber aussuchen, welcher Bildausschnitt hervorgehoben werden soll. Es ist schwerer, aber die Bilder werden deutlich besser.

2. Verwende die Funktion „Belichtungsreihen schießen“ für Motive mit sehr hellen und sehr dunklen Bereichen. Damit macht die Kamera mehrere Bilder mit verschiedenen Belichtungsstufen.

3. Wähle eine interessante Perspektive. Fotografiere nicht immer nur direkt auf Augenhöhe und geradeaus, sondern probiere, Aufnahmen von oben herab oder von unten zu machen. Benutze Störer.

4. Programmmodi geben Einsteigern eine gute Hilfestellung, um je nach Situationen bessere Ergebnisse zu erzielen. Wer die manuellen Einstellungsmöglichkeiten seiner Kamera nutzt, gewinnt jedoch mit der Zeit ein besseres Gefühl für die Parameter und ihre Funktionen.

5. Nutze die Langzeitbelichtung. Du benötigst zwar ein Stativ, aber kannst Ruhe (z. B. bei der Fotografie von Wasser) oder Bewegung (z. B. Lichtspuren eines Autos) in deinem Bild erzeugen.



Die Funktionen der Kamera richtig nutzen


Blende, Belichtungszeit und ISO hängen unmittelbar zusammen und bestimmen die Belichtung eines Bildes.

Hier noch einmal die Bedeutung der entsprechenden Parameter:

Blende = ein mechanischer Verschluss im Objektiv, durch den Licht auf den Sensor fällt
Belichtungszeit/Verschlusszeit = der Zeitraum, in dem Licht auf den Sensor fällt
ISO/ASA = die Lichtempfindlichkeit des Sensors

In allen Bereichen des Bildes soll das Motiv natürlich möglichst klar erkennbar sein. Für mehr Schärfe braucht ein Bild auch mehr Licht. Daher ist eine längere Verschlusszeit nötig. Es gilt also:

• Kleiner Bereich scharf – wenig Licht notwendig – kurze Verschlusszeit möglich
• Großer Bereich scharf – viel Licht notwendig – lange Verschlusszeit notwendig

Das heißt: Je dunkler es ist, desto länger muss die Verschlusszeit sein, oder umso größer muss die Blendenöffnung sein (wodurch sich aber der scharfe Bereich verkleinert).

Die Lichtempfindlichkeit (ISO): Je höher der ISO-Wert ist, desto höher ist die Lichtempfindlichkeit. Allerdingt kann es bei hoher ISO-Zahl zu Bildrauschen, also Qualitätsverlust, kommen. Es empfiehlt sich daher, die ISO-Zahl möglichst klein zu halten. Da Blendenzahl, Verschlusszeit und ISO zusammenhängen, lassen sich die Einstellungen in gleichen Schritten zueinander anpassen.


Verschiedene Fototypen und ihre Grundeinstellungen

Durch die wechselbaren Objektive und eine Vielzahl an Zubehör ist die Spiegelreflexkamera die Vielseitigste unter allen Kameramodellen. Erfunden wurde sie vom Engländer Thomas Sutton im Jahre 1961. Der Name leitet sich von dem Spiegel ab, der sich im Inneren der Kamera befindet und Licht auf den Sensor wirft. Früher waren sogenannte „zweiäugige Spiegelreflexkameras“ üblich. Sie besaßen immer zwei Objektive. Heute findet man die „Twin Lens“ Kameras nur noch selten. Üblich ist die „Single Lens“ Version, kurz SLR (Single Lens Reflex). Da die analoge Variante oft nur noch von Profis genutzt wird und die digitale Version heute Standard ist, behandelt dieser Ratgeber die DSLR (Digital Single Lens Reflex).


Die digitale Spiegelreflexkamera besteht aus zwei Teilen: dem Objektiv und dem Body. Das Objektiv fängt das Bild ein, der Body beinhaltet die Technik, um das vom Objektiv eingefangene Licht als Bild zu fixieren und zu speichern. Und so funktioniert sie:


Spiegelreflexkamera mit heruntergeklapptem Spiegel




Durch das Objektiv fällt Licht in die Kamera ein. Dieses wird über den Klappspiegel und über ein weiteres optisches System, hier als Sucherprisma bezeichnet, auf den Sucher(Okular) geworfen. Der Sucher ist das „Guckloch“ an der Kamera, durch das du den Bildausschnitt siehst, bevor du den Auslöser betätigen.


Spiegelreflexkamera mit hochgeklapptem Spiegel




Sobald der Auslöser gedrückt wird, klappt der Spiegel nach oben, damit das einfallende Licht zum Sensor gelangen kann und nicht zum Sucher weitergeleitet wird. Zwischen Spiegel und Sensor liegt der Verschluss, der die Belichtungsdauer steuert, daher wird diese auch als Verschlusszeit bezeichnet. Der Sensor besteht aus vielen kleinen lichtempfindlichen Zellen (Pixeln) und übernimmt die Rolle eines digitalen Fotofilms. Das einfallende Licht erzeugt eine Ladung auf dem Sensor. Schließt sich der Verschluss nach der eingestellten Belichtungszeit wieder, wird die Ladung auf den Pixeln in ein Bild umgewandelt und in digitalen Formaten wie JPEG, TIF oder RAW gespeichert. Ist dies geschehen, klappt der Spiegel wieder zurück und das Licht wird erneut im Sucher sichtbar. Der Spiegel dient also der Anzeige im Sucher.

Je nach Modell können Spiegelreflexkameras folgende Formate produzieren:

  1. JPEG („Joint Photographic Experts Group“) ist ein Standardformat, in das digitale Bilder komprimiert werden. Es zeichnet sich durch die kleine Dateigröße aus, die viele Bilder auf einem Speichergerät zulässt.
  2. Das TIF/TIFF („Tagged Image File Format“) ist ebenfalls ein Standardformat in der digitalen Bildspeicherung. Es zeichnet sich durch die hohe Qualität aus und eignet sich daher gut für den Druck in größeren Formaten. Die Dateien sind allerdings sehr viel größer als JPEG-Dateien.
  3. RAW wird oft auch „digitales Negativ“ genannt. Es eignet sich am besten zur Nachbearbeitung der Bilder, da sie ohne jegliche Komprimierung abgespeichert werden und alle Bildinformationen erhalten bleiben.
  4. Full-HD ist das Format, in dem Videos normalerweise aufgenommen werden (1920 x 1080 Bildpunkte, also 1080p). Hochwertige Spiegelreflexkameras schaffen sogar Ultra-HD, welches einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten, also 2160p, entspricht.


Vorteile
Nachteile
    1. Beste Bildqualität durch großen Sensor

    1. Vielseitige Einstellungsmöglichkeiten

    1. Weniger Bildrauschen

    1. Anpassungsfähig durch wechselbare Objektiv

    1. Schnelle Schärfenerkennung durch Autofokus

    1. Schöne Effekte durch geringe Schärfentiefe

    1. Gute Nachbearbeitungsmöglichkeiten der Bilder durch Speicherung im RAW-Format (Rohformat)

    1. Energiesparend durch optischen Sucher

 
    1. Groß und schwer

    1. Hohe Anschaffungskosten

    1. Zeitintensive Einarbeitung

  1. Schadensempfindlich
 





Brauche ich überhaupt eine Spiegelreflexkamera?

Die Beantwortung dieser Frage hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und annehmen, dass eine DSLR grundsätzlich bessere Fotos macht. Wer nur eben schnell ein Bild machen möchte, ist mit den zahlreichen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten schnell überfordert. Wer die volle Kraft der DSLR ausnutzen will, sollte sich daher Zeit nehmen, um sich mit den Einstellungen vertraut zu machen. Eine Spiegelreflexkamera hat viele Möglichkeiten, auf die Aufnahmebedingungen einzugehen, zum Beispiel wenn wenig Licht zur Verfügung steht. Das Herzstück einer Spiegelreflexkamera ist der im Vergleich zu anderen Kameras große Sensor, der die bestmögliche Bildqualität liefert. Ein großer Sensor macht eine gute Spiegelreflexkamera aus.

Wir haben nachfolgend die Vor- und Nachteile der digitalen Spiegelreflexkamera übersichtlich gegenübergestellt:

Um endgültig entscheiden zu können, ob man sich eine DSLR anschaffen möchte, muss man wissen, wie sie sich im Vergleich zu anderen Kameras funktioniert. Dafür haben wir die Unterschiede zu den gängigsten Kameratypen aufgelistet:

Die DSLR im Vergleich zu ....

...einer Systemkamera

Eine Systemkamera (Digital Single Lens Mirrorless oder auch DSLM) ist der Spiegelreflexkamera sehr ähnlich. Sie arbeitet allerdings ohne Spiegel. Welche Unterschiede gibt es noch? Was Systemkameras und DSLRs gemeinsam haben, ist, dass beide Kameras mit einem auswechselbaren Objektiv ausgestattet sind. Der Autofokus einer Spiegelreflexkamera ist in der Regel schneller und zuverlässiger. DSLRs haben einen optischen Sucher, in welchem sie die Farben natürlich wiedergeben können. Systemkameras verfügen entweder über gar keinen oder bestenfalls einen elektronischen Sucher. Eine Systemkamera verfügt über mehr Programmmodi für verschiedene Bildtypen, wie z. B. Portraitaufnahmen, Sportaufnahmen oder Aufnahmen bei Nacht. DSLRs bieten hingegen mehr Freiheiten in der Kreativität durch eine Vielzahl an manuellen Einstellungsmöglichkeiten.

Für Videos eignen sich Systemkameras allerdings besser, da bei der Spiegelreflexkamera erst der Spiegel hochgeklappt werden muss. Dadurch kommt es zu langsameren Bildfolgen als bei einer Systemkamera. DSLR-Systeme verfügen über ein schier grenzenloses Repertoire an einsatzbereitem Zubehör, während bei DSLM-Systemen Vieles nur via Adapter genutzt werden kann. Ein Vorteil der DSLMs hingegen ist, dass diese durch den fehlenden Spiegel und die kleineren Sensoren kompakter und leichter sind.

…einer Bridgekamera

Bridgekameras sollen Kompakt- und Spiegelreflexkameras vereinen und zwischen beiden Typen eine „Brücke schlagen“. Sie werden auch als Prosumerkamera bezeichnet: geeignet sowohl für „Professionals“ als auch für Amateure oder „Consumers“. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Bridgekameras über ein eingebautes Objektiv verfügen. Dieses ist sehr hochwertig und leistungsstärker als viele DSLR-Objektive, allerdings ist die Bridgekamera dadurch unflexibler.

Der Sensor einer Bridgekamera ist kleiner als der einer professionellen Spiegelreflexkamera. Gerade im Dunklen entsteht hierdurch oft mehr Bildrauschen und eine niedrigere Detailwiedergabe. Auch bei Bridgekameras fehlt der optische Sucher. Die geringere Tiefenschärfe der DSLR ermöglicht es, Motive einfacher freizustellen.

…einer Kompaktkamera

Wie der Name schon sagt, sind Kompaktkameras klein und handlich. Sie bieten zahlreiche Voreinstellungen für verschiedene Fototypen und können überall einfach mitgenommen werden.

Die Kompaktkamera bietet zwar für viele Fototypen passende Voreinstellungen, manuelle Einstellungen sind allerdings kaum möglich. Das ist für Anfänger sehr hilfreich, Profis haben aber oft den Anspruch, ihre Fotos manuell noch besser in Szene zu setzen. Ein großer Vorteil von Kompaktkameras ist ihr Preis, denn sie sind oft sehr günstig zu erstehen. Aufgrund ihrer Größe lassen sie sich gut transportieren oder mit in den Urlaub nehmen. Sollte die Kamera dort verloren gehen oder beschädigt werden, ist dies nicht so schmerzhaft wie bei einer Spiegelreflexkamera.

…einer Handykamera

Heutzutage lassen sich auch mit Smartphone-Kameras super Fotos schießen. Doch können sie mit den großen Spiegelreflexkameras mithalten?

Der größte Vorteil der eingebauten Kamera im Smartphone ist natürlich die Handlichkeit. Man hat sie immer und überall dabei. Sie verfügt über viele automatische Kamerafunktionen, sodass teilweise qualitativ sehr hochwertige Bilder entstehen. Gerade wenn man keine Zeit in die Nachbearbeitung investieren möchte, kann das von Vorteil sein. Natürlich aber passen in die kleinen Gehäuse nur sehr schmale Sensoren, weshalb die Kameras im Hellen sehr gute Bilder ermöglichen, im Halbdunkeln aber schon oft ein hohes Bildrauschen aufweisen. Einen optischen Zoom haben die Kameras meist auch nicht. Funktionen wie der Weißabgleich oder die Lichtempfindlichkeit (ISO) lassen sich oft nur durch eine zusätzliche App steuern. Wer keine große Zeit und Mühe in die Fotografie stecken möchte, ist mit den heutigen Handykameras sehr gut bedient.


Checkliste „Lohnt sich der Kauf einer DSLR-Kamera für mich?“
  1. Ich möchte viel Zeit in die Fotografie investieren. (Ja/Nein)
  2. Auch in dunkler Umgebung scharfe Fotos zu machen ist mir wichtig. (Ja/Nein)
  3. Ich möchte die Fotos später ggf. vergrößern können, ohne an Qualität einbüßen zu müssen. (Ja/Nein)
  4. Es ist mir wichtig, das Bild in natürlichen Farben vorher sehen zu können. (Ja/Nein)
  5. Ich habe vor, die Fotos hinterher nachzubearbeiten. (Ja/Nein)
  6. Ich bin geduldig und interessiert, was die Einarbeitung in die Funktionen der Kamera betrifft. (Ja/Nein)
  7. Ich möchte Landschaften aus großer Entfernung fotografieren können. (Ja/Nein)
  8. Ich möchte viel mit dem Effekt der Schärfentiefe arbeiten. (Fokus auf einer Bildebene). (Ja/Nein)
  9. Ich möchte eine Vielzahl an zusätzlichem Equipment zur Auswahl haben. (Ja/Nein)
  10. Eine große und schwere Kamera dabei zu haben, ist für mich kein Problem. (Ja/Nein)
 
Wer fünf dieser zehn Punkte mit „Ja“ beantwortet, sollte über den Kauf einer Spiegelreflexkamera nachdenken.








Die richtige Spiegelreflexkamera für jeden Anspruch

Sobald man sich für den Kauf einer Spiegelreflexkamera entschieden hat, stellt sich die Frage: Welches ist das richtige Modell? Brauchbare Kameras fangen bei ca. 300 € an. Nach oben sind quasi keine Grenzen gesetzt. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist natürlich die Auflösung. Hierfür ist nicht, wie viele denken, die Pixelanzahl das entscheidende Kriterium. Vielmehr spielt die Pixelgröße (je größer desto besser) und die Sensorgröße eine Rolle. Auf größere Sensoren passen natürlich auch mehr und größere Pixel.




Um die richtige Spiegelreflexkamera für sich zu finden, unterscheidet man diese am besten grob in die Kategorien „Spiegelreflexkamera für Anfänger/Einsteiger“ und „Spiegelreflexkamera für Fortgeschrittene“.

Für Einsteiger – aber ebenso natürlich für Fortgeschrittene – ist es wichtig, dass die Kamera gut in der Hand liegt und sich gut halten lässt. Zwar sind die Modelle aus Magnesium etwas robuster, Plastik ist allerdings leichter und kann dadurch punkten. Obwohl selbst günstige Modelle qualitativ meistens sehr hochwertig sind, ist es ratsam, ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen. Eine Spiegelreflexkamera ist immer eine Investition und wenn man sich nach ein paar Monaten weiterentwickelt und mehr Features benötigt, sind Einschränkungen schnell spürbar. Entgegen dem Glauben Vieler ist die Megapixel-Anzahl nicht das entscheidende Qualitätskriterium. Mehr als zwölf Megapixel brauchen die Wenigsten und je mehr Pixel, desto höher auch der Speicherverbrauch und das mögliche Bildrauschen.

Fortgeschrittene wissen meist schon genauer, was sie brauchen. Je nachdem für welche Zwecke sie ihre Kamera einsetzen möchten, gibt es für jeden (Foto-)Typ die passende Spiegelreflexkamera samt Zubehör. Hier sind Modelle ab 1.000 € mit mehreren wechselbaren Objektiven nicht unüblich. Teurere Geräte bieten neben der höheren Fotoqualität oft auch mehrere Einstellungsoptionen, mit deren Hilfe die Bilder manuell noch besser gestaltet werden können. Hochpreisige Kameras verfügen zudem über mehrere Zwischenstufen bei den Einstellungen und sind meist mit mehr Knöpfen belegt, mit denen man schneller zu den Einstellungen gelangt.





Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Mit bekannten Marken wie Nikon, Canon, Sony oder Pentax kann man nicht viel falsch machen. Sie alle haben sich durch hohe Qualität einen Namen am Markt gemacht. Allerdings bleiben viele FotografInnen meist bei einem Hersteller, wenn sie sich erstmal festgelegt haben. Die Wahl sollte also mit Bedacht getroffen werden. Es lohnt sich, das Zubehör zu vergleichen, die jeder Hersteller anbietet. Die Präferenzen sind hier von Person zu Person unterschiedlich. Wichtig ist, dass die Kamera gut in der Hand liegt. Robustere Modelle sind aus Magnesium gefertigt, ein Vorteil, wenn die Kamera viel draußen genutzt werden soll. Die Plastikmodelle sind dagegen etwas leichter.




Eine gute Spiegelreflexkamera sollte folgende Grundausstattung mitbringen:

 

Die Spiegelreflexkamera sollte über einen in das Gehäuse eingebauten Bildstabilisator verfügen. Auf diese Weise verwackeln die Bilder auch bei längeren Belichtungszeiten nicht so leicht. Ein weiteres wichtiges Qualitätskriterium ist der Sucher. Gerade Brillenträger sollten einen Blick in die Kamera werfen und sicherstellen, dass sie das Bild gut erfassen können.

RGB-Displays (RGB steht für die Grundfarben Rot, Grün und Blau) sind der Standard der DSLRIndustrie. Kauft man ein RGBW-Display (mit Zusatz-„Farbe“ Weiß), kann man sicher sein, dass auch bei hellem Tageslicht das Bild auf dem Display gut zu erkennen ist.

Fast genauso wichtig wie die Kamera selbst ist das richtige Objektiv. Für Anfänger reicht meist das Kit-Objektiv, welches man im Paket mit der Kamera kaufen kann. Es ist optisch solide und überzeugen vor allem durch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Fortgeschrittene Fotografen wählen eher ein hochwertigeres Objektiv, welches genau auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Das richtige Objektiv für die Spiegelreflexkamera

 

Das Objektiv ist hauptverantwortlich für die Schärfe des Bildes. Es bestimmt außerdem, welche Teile des Bildes scharf abgebildet werden. Steigen die Ansprüche mit fortgeschrittenem Wissen, muss nach dem standardmäßigen Kit-Objektiv oft ein neues Objektiv her.

Je nach individuellem Bedürfnis gibt es bei der Objektivwahl einiges zu beachten. Für alle gleichermaßen wichtig ist natürlich die Qualität. Wer viel draußen fotografiert, sollte außerdem darauf achten, dass sein Objektiv wetterbeständig ist.

Je hochwertiger die Linse ist, desto höher ist die Auflösung des Bildes. Bei hochwertigen Linsen lässt die Bildqualität selbst bei Extremwerten der Brennweite und der Blende nicht nach. Manche Objektive schaffen bei weit geöffneter Blende nur eine geringe optische Auflösung, vor allem in den Randbereichen des Bildes.

Besonders gute und teure Zoomobjektive sind unabhängig von der Brennweite immer gleich lichtstark. Die lichtstärksten Objektive sind Festbrennweiten. Dafür haben sie, wie der Name verrät, eine fest eingestellte Brennweite.

Besonders Weitwinkelobjektive weisen oft eine hohe Verzerrung auf. Sie sind an den Linien im Bild zu erkennen, die sich zum Rand hin krümmen. Bei offener Blende tritt häufig die sogenannte Vignettierung auf. Damit ist ein Bild gemeint, das zum Rand hin dunkler wird. Beides lässt sich durch hochwertige Objektive vermeiden, wobei die Vignettierung oft als schönes Stilmittel gilt.

Darüber hinaus gibt es noch Unterschiede bezüglich des „Bokeh“ (dem unscharfen Bereich im Bild). Ob einem das Bokeh einer Kamera gefällt oder nicht, ist allerdings eine subjektive Frage und lässt sich am besten mit Testfotos entscheiden.

Foren, Testberichte oder Rezensionen geben in der Regel zuverlässig Aufschluss darüber, ob ein Objektiv etwas taugt oder nicht.

Folgende Arten von Objektiven gibt es:

Landschaftsaufnahmen

    1. Meistens möchte man hier den gesamten Bereich scharf stellen. Daher sollte man mit einer geschlossenen Blende, also einer hohen Blendenzahl (mindestens f9), arbeiten.
    2. Die Belichtungszeit muss der Blendeneinstellung angepasst werden. Bei Landschaftsfotos ist die Belichtungszeit oft sehr lang, was ein Stativ notwendig macht. Dafür ist die Wirkung umso schöner.

  1. Der ISO-Wert sollte zwischen 200 und 800 eingestellt werden.


Tierfotografie (Bewegtbilder)

    1. Die Blende ist bei Bewegtbildern möglichst klein zu halten (zwischen f3.2 und f4.5). Je kleiner die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geöffnet, also umso mehr Licht fällt ein.
    2. Es wird eine möglichst kurze Verschlusszeit benötigt, um Bewegungen einzufrieren.

  1. Für die korrekte Belichtung achtet man auf die interne Wasserwaage, die jede Kamera mitbringt. Zeigt sie Null (0) an, ist das Bild optimal belichtet.


Tierfotografie (Portrait)

    1. Die Blende kann man je nach Wunsch auf Schärfentiefe anpassen.
    2. Eine Verschlusszeit von 1/500 ist in der Regel ideal für diese Art von Fotos.

  1. Der ISO-Wert sollte möglichst klein gehalten werden.
  2. Wenn das Bild bei starker Sonne überbelichtet ist, kann man die Verschlusszeit noch etwas verkürzen.


Portraits

    1. Damit das Gesicht möglichst natürlich dargestellt wird, empfiehlt sich eine lange Brennweite, da kurze Brennweiten das Gesicht verformen können.
    2. Die Belichtung sollte ausreichen, damit das Bild nicht verschwimmt. Der ISO-Wert sollte, wie bei den meisten Fotos, möglichst gering gehalten werden (ca. 100).

  1. Für natürliche Farben ist es manchmal nötig, den Weißabgleich manuell zu verstellen. In der Regel geschieht das aber automatisch.


Sportaufnahmen

    1. Die Blende so weit wie möglich öffnen. So kann die Belichtungszeit auch bei schwachem Licht kurzgehalten werden. Das Motiv wird so außerdem „freigestellt“. Das bedeutet, dass nur der wesentliche Teil des Bildes scharf ist.
    2. Für die Belichtungszeit wird maximal der Umkehrwert der Brennweite empfohlen (z. B.: Brennweite 50 mm = Belichtungszeit 1/50; Brennweite 200 mm = Belichtungszeit 1/200).

  1. ISO: Bei direktem Lichteinfall (Sonnenlicht, Außenaufnahme) kann der ISO-Wert auf 100-200 gestellt werden. Bei grauem Himmel oder in der Halle empfiehlt sich 400. Nachts oder in dunklen Innenräumen muss der ISO-Wert auf 800+ erhöht werden.


Um in jeder Situation die richtigen Einstellungen vorzunehmen, haben wir einen Spickzettelentwickelt, das gerade Anfängern dabei helfen soll, das Beste aus ihren Bildern rauszuholen. Einfach downloaden und ausdrucken! So fotografierst du mit deiner Spiegelreflexkamera in jeder Situation richtig und dir gelingen professionelle Fotos.

Internetverbindung

WLAN-fähige Spiegelreflexkameras erkennt man an dem WiFi-Logo. Diese Funktion kann über die Einstellungen aktiviert werden. Nachdem der Name und das Passwort des Netzwerkes eingegeben wurden, ist die Kamera bereit, sich mit dem Internet zu verbinden. So können die Bilder direkt im Internet hochgeladen werden. Es ist auch eine Übertragung der Daten auf verschiedene Geräte wie dem Smartphone oder Tablet möglich. Ebenfalls praktisch ist diese Funktion, wenn man die Kamera extern von anderen Geräten aus mit Hilfe einer App steuern möchte. Dazu muss das Zielgerät ebenso mit dem WLAN verbunden sein. Die Spiegelreflexkamera wird mit dem Smartphone verbunden und das Sucherbild wird auf das mobile Gerät übertragen. Der Auslöser kann nun ferngesteuert betätigt werden.

Geräte, die momentan im Handel zu kaufen sind, verfügen schon fast ausnahmslos über eine WLANFunktion. Wer ein älteres Modell besitzt, kann nachrüsten.

WLAN nachrüsten

 

Wer keine integrierte WLAN-Funktion hat, rüstet am besten mit einer WLAN-fähigen Speicherkarte nach. So können die Bilder von der Speicherkarte aus auf verschiedene Geräte übertragen werden. Diese Speicherkarten sind allerdings um einiges teurer und langsamer. Wer also viele große RAWAufnahmen machen möchte, sollte auf diese Karten verzichten.




Filmen mit der Spiegelreflexkamera

Mit der Spiegelreflexkamera lassen sich dank der geringen Schärfentiefe auch wunderschöne Filmaufnahmen machen. Allerdings verhält sie sich beim Filmen anders als andere Kameras. Was du für den Videodreh beachten musst, sagen wir dir hier.

Wie funktioniert das Filmen mit der Spiegelreflexkamera?

Beim Filmen mit der Spiegelreflexkamera sollte beachtet werden, dass ein externes Mikrofon benötigt wird. Selbst dann ist die nachträgliche Bearbeitung des Tons oft noch erforderlich. Die Bildqualität ist allerdings sehr gut und die für Spiegelreflexkameras typischen niedrigen Schärfentiefen erzeugen eine schöne Szenerie. Durch die auswechselbaren und hochwertigen Objektive kommen Spiegelreflexkameras mit wenig Licht aus und erzeugen auch in der Nacht schöne Bilder.

Der Autofokus arbeitet allerdings langsamer und unzuverlässiger als beispielsweise bei Camcordern. Auch müssen mehrere Einstellungen vorgenommen werden, bis man optimal filmen kann. Zusätzlich sollte Zeit eingeplant werden, um gegebenenfalls Objektive zu wechseln und verschiedene Settings zu ändern. Für spontanes „Drauflosfilmen“ ist eine Spiegelreflexkamera also eher ungeeignet.

Die richtigen Einstellungen wählen

Für Videos mit der DSLR sollten die Einstellungen manuell gesteuert werden. Beim ISO-Wertund der Blende verhält es sich beim Filmen ähnlich wie beim Fotografieren. Lediglich die Belichtungszeit wird anders eingestellt. Sie sollte immer doppelt so hoch sein, wie die Bildrate pro Sekunde (bspw. 24 fps = 1/50s; 50 fps = 1/100s, usw.). Filmt man mit einer zu kurzen Belichtungszeit, ruckelt das Bild und manche Lichtquellen können anfangen zu flackern. Für die Regulierung des Lichts in zu heller Umgebung eignet sich am besten ein ND-Filter (auch Graufilter genannt), den man auf das Objektiv legt.

Die digitale Schärfe sollte ganz ausgestellt werden, da sie die Qualität beeinträchtigen kann. Besser ist es, die Schärfe in der Nachbearbeitung per Software zu regulieren. Auch der Kontrast sollte herausgenommen werden, da sonst Motivdetails in sehr dunklen Videosequenzen nicht zu sehen sind. Um in der Nachbearbeitung bessere Ergebnisse zu erzielen, sollte man das Bild außerdem leicht entsättigen. Je nach Art des Lichts kann der Kelvinwert bei Sonnenlicht auf 5500−5600 k und bei künstlichem Licht auf 3100–3400 k gestellt werden. Wichtig ist auch, den Fokus manuell zu bedienen.



Zubehör

Spiegelreflexkameras sind sehr vielseitig. Je nachdem was man mit der Kamera vorhat, gibt es hunderte Auswahlmöglichkeiten an Zubehör. Wer mit der DSLR filmen oder mit langer Belichtungszeit fotografieren will, kommt kaum um ein Stativ herum. Zum Filmen sollte unbedingt ein externes Mikrofon angeschafft werden. Für den sicheren Transport der Spiegelreflexkamera unverzichtbar sind Ergänzungen wie eine Tasche und ein Gurt. Mit einem Gurt kann man sich die Kamera um den Hals hängen und lässt sie nicht aus Versehen fallen. Zubehör wie GPS oder Filter sollte nicht gleich am Anfang dazu geholt werden, da es möglich ist, dass man sie am Ende gar nicht benötigt.

Zubehör für Anfänger

Eine geeignete Software zur Nachbearbeitung der Bilder sollte schon am Anfang angeschafft werden. Bei längeren Outdoor-Aktivitäten lohnt sich die Anschaffung eines zweiten Akkus. Auch die SD-Karte sollte genügend Platz für mehrere Aufnahmen haben. Auf eine 16 GB-Speicherkarte passen ca. 2350 Bilder im JPEG-Format oder 630 Fotos im RAW-Format. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zur Datenübertragung reichen von einer UHS Class 1 bis zur UHS Class 3 (kurz U1, U3). Wer mit seiner DSLR viel filmen möchte, sollte eine SD-Karte mit höherer Geschwindigkeit wählen. Heutige digitale Spiegelreflexkameras unterstützen fast alle die standardmäßigen SD-Karten. Einige Kameras unterstützen auch das Micro-SD Format. Hier geht der Trend hin zu immer kleineren Speicherkarten.

Zubehör für Fortgeschrittene

Wer sich in die Fotografie eingearbeitet hat, macht mit Filtern eine schöne Anschaffung. Mit ihnen kann man wunderbar verschiedene Situationen verändern und optimieren. Sie lassen sich auf nahezu alle Objektive setzen. Filter dienen ganz unterschiedlichen Zwecken. UV-Filter z. B. erzielen keinen bestimmten Effekt, sondern werden zum Schutz der Linse angebracht. ND-Filter werden genutzt, um das Bild zu verdunkeln und so längere Verschlusszeiten zu ermöglichen. Auch können Filter verschiedene Effekte erzeugen, wie Glitzern oder Glänzen. Wichtig ist nur, die passende Größe zu wählen, welche als Durchmesser angegeben wird. Es gibt auch sogenannte Makrolinsen, die auf das Standardobjektiv aufgesetzt werden können. Die Linsen verändern die rechnerische Brennweite des Objektivs und ermöglichen so Makroaufnahmen. Auch die Wahl der Objektive wird bei Fortgeschrittenen immer wichtiger. Sie werden im Laufe der Zeit ein kleines Sammelsurium an Objektiven anhäufen. Diese gibt es für jeden Zweck. Eine Übersicht möglicher Objektive haben wir im Kapitel „Worauf sollte ich beim Kauf achten“ für dich zusammengefasst.





Unterwegs mit der Spiegelreflexkamera

Aufbewahrung und Transport

Besonders fortgeschrittene Fotografen besitzen oft ein kleines Vermögen an Kamera und Zubehör. Bewahre das Equipment also an einem trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung auf. Unterwegs verstaut man seine Spiegelreflexkamera am besten in einer Fototasche oder, wenn man auf Nummer sichergehen will, in einem dafür vorgesehenen Fotokoffer. Für die Lagerung eignen sich diese Koffer allerdings nicht, denn dafür sind sie zu luftundurchlässig und Feuchtigkeit kann nicht entweichen. Dadurch kann es bei längerer Lagerung zu Schimmelbefall kommen. Für ein paar Wochen oder Monate kannst du deine Spiegelreflexkamera getrost im Koffer verstauen. Die Elektronik sollte nicht in die Nähe starker Magnete kommen. Solltest du also zufällig welche zuhause haben, achte darauf. Kleine Magnete sind allerdings unproblematisch.

Auf Veranstaltungen

Überlege dir gut, ob du deine Spiegelreflexkameras mit zu Konzerten oder anderen Veranstaltung nehmen möchten. Die Kameras sind oft groß und unhandlich. Sie können außerdem beschädigt werden. Auch verbringt man eventuell viel Zeit damit, die richtigen Einstellungen zu betätigen und verpasst so das halbe Event.

Oft ist das Fotografieren bei Konzerten nicht gestattet, da Veranstalter auf professionelle Fotografen zurückgreifen.

Im Flugzeug

Verstaue deine Spiegelreflexkamera immer im Handgepäck. Schau vor dem Flug unbedingt auf der Webseite der Fluggesellschaft nach den Regelungen über Größe und Gewicht des Handgepäcks. Sollte die Kameraausrüstung diese Werte übersteigen, lohnt es sich oft, telefonisch bei der Fluglinie nachzufragen, ob eine Ausnahme gemacht werden kann. Ist dies nicht möglich, erkundige dich nach einer möglichen Reisegepäckversicherung. Die kommt für Schäden und Diebstähle auf.

Outdoor

Besonders bei Outdoor-Aktivitäten wie dem Wandern kommt man oft an tollen Kulissen vorbei und möchte diese festhalten. Hierfür kann man seine Spiegelreflexkamera entweder in einem dafür vorgesehenen Kamerarucksack transportieren und ihn vorne tragen (als Gegengewicht zum Wanderrucksack), oder die Kamera direkt an einem Rucksackgurt befestigen. Dafür gibt es spezielle Halterungen. Bei Outdoor-Aktivitäten wie dem Skifahren solltest du die Kamera wasserdicht im Rucksack verstauen.

Lohnt es sich, eine Versicherung für die Kamera abzuschließen?

Eventuell ist deine Kamera bereits in deiner Hausratsversicherung mit inbegriffen. Erkundige dich darüber am besten bei deinem Anbieter. Meistens werden dir Angebote zu Versicherungen direkt beim Kauf gemacht. Diese sind aber oft sehr teuer und binde gleich über mehrere Jahre an einen Versicherer. Bei günstigeren Modellen ist eine zusätzliche Versicherung wahrscheinlich nicht nötig. Wenn du eine sehr teure Spiegelreflexkamera erwirbst, lohnt es aber, sich über Angebote schlau zu machen.





Pflege und Wartung

Wenn auf den Bildern dunkle Flecken in helleren Bereichen des Fotos zu erkennen sind, werden diese oft durch Staub auf dem Sensor verursacht. Staub auf den Objektiven, dem Sucher oder dem Spiegel macht sich im Bild normalerweise nicht bemerkbar. Grundsätzlich solltest du deine Spiegelreflexkamera regelmäßig reinigen. Äußere Partikel können gut mit einem Pinsel entfernt werden. Kleine Körnchen solltest du immer sofort entfernen, da sie sonst in die Zwischenräume von Knöpfen und Rädchen gelangen können. Die Kameras sollten grundsätzlich nach jedem längeren Einsatz gereinigt werden. Einmal im Jahr empfiehlt sich eine gründliche Reinigung vom Fachmann.

Reinigung des Innenraums

Für die Reinigung von innen wird ein Gummiblasebalg benötigt. Puste niemals mit dem Mund auf den Sensor oder den Spiegel und wische nie Staubpartikel per Hand weg. Es können Speichelpartikel auf die Einzelteile gelangen oder sie können beschädigt werden. Möchte den Innenraum der Kamera reinigen, gehe wie folgt vor:

    1. Schalte die Kamera aus und nimm das Objektiv ab. Der Spiegel liegt nun frei und du kannst mit dem Gummiblasebalg Staubpartikel entfernen.
    2. Klappe nun den Spiegel hoch, indem du behutsam auf den Verriegelungshebel des Spiegels drücken. Bitte berühre auf keinen Fall den Spiegel selbst.


    1. Halte die Kamera mit der Objektivfassung nach unten und blasen sie mit dem Blasebalg einige Male vorsichtig hinein.

  1. Drücke nun den Spiegel vorsichtig wieder in die Ausgangsposition, bis er einrastet. Fasse hierbei nur an den Rahmen des Spiegels, nicht an den Spiegel selbst.


Um zukünftig Staub in der Kamera vorzubeugen, sollte man die Kamera immer ausschalten, bevor das Objektiv gewechselt wird. Dadurch wird kein Staub von der statischen Ladung angezogen. Achte auch auf eine möglichst staub- und sandfreie Umgebung beim Wechseln und halte die Kamera mit der Öffnung nach unten, damit kein Staub hineinfällt. Bringe die Objektive oder Deckel immer sofort wieder an und achte darauf, dass auch diese staubfrei sind.



Reinigung des Objektivs

Es ist normal, dass sich ein paar Staubkörner im Objektiv befinden. Dies lässt sich sogar bei brandneuen Objektiven nicht gänzlich verhindern, da sie etwas luftdurchlässig sein müssen, um eine Bewegung der Objektivteile zum Fokussieren und Zoomen zu gewährleisten. Dies wird dich beim Fotografieren nicht behindern. Für Fingerabdrücke und Schmierflecken auf der Linse eignet sich ein Mikrofasertuch zur Reinigung. Verwende bitte niemals zusätzliche Reinigungsmittel.



Wir wünschen viel Spaß beim Fotografieren und Filmen mit deiner Spiegelreflexkamera!



Quellennachweise

John Hedgecoe (2007). Fotografieren – die neue große Fotoschule. 1. Auflage, Dorling Kindsley Verlag

http://spiegelreflexkamera-tests.net/wie-viel-man-fuer-eine-gute-spiegelreflexkamera-ausgeben-sollte/

http://jonas-oelke.de/2014/10/grundkurs-fotografie-kameramodi/

http://blog.panodapter.com/motiv-programme-szene-modus.html

https://www.richtig-fotografiert.de/das-passende-objektiv/qualitaetskriterien/

https://www.youtube.com/watch?v=MeJNDkKYWUM

https://www.youtube.com/watch?v=ALVxJxnEpaE

https://www.sony.de/electronics/support/how-to-clean-alpha

https://www.youtube.com/watch?v=Umd4nc1abrI&t=570s

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