Vintage Look: Was ihn auszeichnet und warum wir ihn lieben

Vintage Look: Was ihn auszeichnet und warum wir ihn lieben

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Typischer Vintage Look der 1920er Jahre. (Bild: © Lakhesis/iStock)

Vintage Mode – garantiert haben Sie schon etliche Male davon gelesen. Aber was bedeutet es eigentlich? Und ist alles, was alt ist, denn gleich „vintage“? Wir verraten, was den Trend begründet hat und warum er aller Wahrscheinlichkeit auch nie mehr aus der Mode kommt.

Neuerdings ist ja alles „vintage“, was nicht ganz neu aussieht – oder? Tatsächlich ist das Thema um diesen Trend aber komplexer. Vintage in der Mode bedeutet nicht einfach nur „alt“ oder „ausrangiert“, sondern vor allem: aus einer anderen Epoche stammend. Der Begriff wurde der Weinkultur entlehnt, wo ein Vintage-Wein ein älterer Jahrgang ist – der erst durch sein Alter seinen Wert und Geschmack erhält. Ähnlich verhält es sich mit dem Selbstverständnis von Vintage Fashion. Damit ist nicht einfach nur alt(modische) Bekleidung gemeint, sondern solche, die schon wieder durch Seltenheitswert oder Nostalgie punktet. Nicht umsonst stammen die begehrtesten Vintage-Stücke aus Jahrzehnten, die durch besonders markanten, prägenden Stil und eine selten dagewesene, modische Finesse in Erinnerung geblieben sind.

Warum Vintage?

Die Rückkehr von Vintage-Mode ist relativ jung: Erst in den 1990ern begannen junge Frauen und Männer, sich so gerne an den Kleiderschränken ihrer (Groß-)Eltern zu bedienen. Nicht zuletzt war das Aufkeimen dieses Trends ein Statement gegen den vereinheitlichen, neuzeitlichen Stil, der von globalen Bekleidungsketten vertrieben und demokratisiert wurde. Um in der universellen, modernen Fashion herauszustechen, griffen Individualisten wieder vermehrt zu betagten Items – aus einer Zeit, in der Mode noch „Stellenwert“ hatte und keine Wegwerf-Saisonware war.

Retro A-Linienkleid von Sheego

Die beliebtesten Vintage Fashion Epochen

Wie bereits erwähnt, werden vor allem ein paar Epochen gern zitiert, in denen Mode eine völlig neue Bedeutung erlangte und Ausdruck von Lebensgefühl, Selbstbewusstsein und Glamour wurde. Wir verraten Ihnen die 4 beliebtesten Vintage-Mode-Zitate:

20ies – Glamour pur

Typischer Vintage Look der 1920er Jahre. (Bild: © Lakhesis/iStock)

In den 1920er Jahren war die Mode vor allem eines: glamourös. Hier ging garantiert niemand in Jogginghosen zum Einkaufen! Damen trugen bei Abendveranstaltungen – und zwar egal, wie fein der Rahmen – bevorzugt bodenlange Kleider, Stolas, Handschuhe und Hütchen. Nicht wegzudenken auch zwei inzwischen eher verpönte Symbole: Der Pelzkragen und der Zigarettenspitz. Die charakteristischen Haarwellen, wie sie vor allem von Marlene Dietrich zur Legende erhoben wurden, sowie natürlich das knielange, fransige Charleston-Kleid gehören ebenfalls zum Standard-Repertoire der 20er-Vintage-Liebhaberinnen.

50ies – Romantik zwischen verspielt und ladylike

Dreißig Jahre später war die Mode jünger, frecher und peppiger geworden. Auch erwachsene Damen kleideten sich nun gern in mädchenhafte Petticoat-Kleider mit Blumendruck oder Bindegürtel. Dazu kombiniert: Peeptoe-Pumps, große Perlen, noch größere Sonnenbrillen. Auch das Cabrio-Kopftuch entstammt dieser Epoche, und findet sich heute – gemeinsam mit dem gepunkteten Bade-Einteiler – immer wieder gerne am Strand wieder. Die Haarmode verschrieb: Locken, Locken, Locken! Für die gelungene Haartolle musste man im Prä-Ausgeh-Programm schon mal zwei Stunden einplanen.

Im Bild: Polka Dots, XL-Shades und das berühmte Kopftuch – Fifties par excellence. (© Katarzyna Herman-Janiec/iStock)

Vintage Look 50ies
Vintage Look - 60ies Style

60ies – Pop-Art & Kunststoff

Die „Sixties“ brachten Schallplatten, und damit eine neue Ära von Pop, Tanz und „Künstlichkeit“. In der Mode bedeutete das: Neonfarben, Plastikschmuck, Kitsch. Beliebte Vintage-Stücke aus den Sechzigern sind das A-Linien-Kleid (gerne auch mit Blockstreifen oder in schrillen Farben), kantige Handtaschen, geometrische Accessoires und breite Haarbänder. Das Haarstyling selbst wurde straighter, aber nicht weniger aufwändig als im vorangegangenen Jahrzehnt: Die Tolle wurde von einem perfekten Pony und Dutt abgelöst.

Im Bild: Legendäres Printkleid in A-Linie, Haarband, Kunststoff-Schmuck – ein wahrlich authentischer Fifties-Auftritt. (© cyano66/iStock)

70ies – Hippies don’t care

Nach den wahrlich „durchgestylten“ 50ies und 60ies stellten die Siebziger die nächste, modische Rebellion dar: Um gegen Militär und Establishment zu protestieren, griff die Jugend plötzlich zu zerrissenen Jeans, abgetragenen Oversize-Hemden und ließ das bisher so akkurat frisierte Haar lang wachsen und zottelig in alle Richtungen stehen. Aus pazifistischem Protest wurde weltoffener Lifestyle – und bald war auch der Hippie-Look ein lebensfroher Trend, der aufgrund seiner Farbenpracht und dem Gefühl von Freiheit auch heute noch von Vintage-Liebhabern zitiert wird. (Mehr über den modern interpretierten Hippie-Trend erfahren Sie in unserem Beitrag Festival Trends 2016!)

Vintage Look Hippie 70ies

Vintage-Evergreens aus den 70ern: Bootcut-Jeans mit Löchern und die weiße Carmenbluse.

Echt oder doch kopiert?

Echte Vintage-Mode liegt vor, wenn das Kleidungsstück wirklich alt ist – wenn also ein 20er Jahre Charleston-Kleid wirklich bereits knapp 100 Jahre „auf dem Buckel“ hat. Dabei ist auch unwichtig, ob es jemals getragen wurde oder tatsächlich neuwertig ist (diese Stücke haben inzwischen sogar einen unschätzbaren Wert), sondern die Zeit der Herstellung allein zählt. Es gibt inzwischen natürlich auch Shops, die „kopierte“ Vintage-Ware anbieten: Also modern produzierte, aber in Schnitt, Farben und Materialwahl am Original orientierte Mode. Speziell in der Bademode, als auch bei Kleidern, Schuhen oder Accessoires sind diese Vintage-Zitate erfolgreich, da sie preislich leistbar, sowie in heute gängigen Konfektionsgrößen erhältlich sind.

Unsere Vintage Favoriten für jeden Style

Keine Sorge: Es muss auch bei einer Leidenschaft für Vintage nicht immer gleich ein durchgestyltes Komplet sein. Wer nicht wie aus einer Zeitmaschine entsprungen wirken möchte, kann den eigenen Stil gekonnt mit ein paar Vintage-Accessoires und -Highlights durchwirken. Diese i-Tüpfelchen verleihen Outfits einen altmodischen Charme und passen sich auch im modernen Alltag an.

  • Peeptoes – am liebsten mit Schleife
  • XL-Sonnenbrillen
  • Blümchenkleider und Petticoats
  • A-Linien-Kleider – für Mutige mit Blockstreifen
  • Neon-Schmuck, Kopftücher und geometrische Handtaschen

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