Gelassen gut gekleidet: Der Surfer-Style in der Mode

Gelassen gut gekleidet: Der Surfer-Style in der Mode

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(Bild: © Paolo Cipriani/iStock)

Teil 2: Trend und Styling. Im ersten Teil unserer „Surfer Style“-Serie haben Sie erfahren, woher die Surf-Bewegung kommt und was sie zu einem Ausdruck einzigartigen Lifestyles gemacht hat. Heute geht es um Surfer Style als Fashion-Trend – woran Sie ihn erkennen und wie Sie ihn gelungen nachstylen.

Zwischen Freiheit, Abenteuer und dem Leben im Einklang mit der Natur: Surfen ist längst mehr als Sport, und Szene-Kenner wie leidenschaftliche Wellenreiter sind sich einig, dass Surfen ein Lebensgefühl fernab kurzlebiger Trends ist.

Nichtsdestotrotz hat sich ein Modestil entwickelt, der stark von der Surf-Bekleidung beeinflusst wurde, und inzwischen auch im städtischen Umfeld bewusst ozeanische Trends setzt.

Surferstyle billabong

„Hang loose“: Lockerheit als Fashion-Fundament

Konstantin Arnold, Szenekenner und Herausgeber der Zeitschrift „Beyond the Surface“, beschreibt das wesentliche Merkmal einer „Surfing Mode“ – wenn es denn so etwas gibt – als die Freiheit, „einfach irgendetwas“ zu tragen. Die Ungezwungenheit ihres Lifestyles lassen sich Surfer und Surferin nicht durch Kleidungsvorschriften trüben, und so genießen sie ein betont entspanntes Verhältnis zu Fashion. Das „Ausgesuchte“ und der Wunsch, gut und bewusst gekleidet zu sein, sei eigentlich, so Arnold, etwas sehr Europäisches, das der Kern-Gemeinschaft der Wellenreiter fremd ist.

Surfer Style damals und heute

Bei Surfer Fashion denken die meisten zuerst an bunte Farben, tropische Prints oder Drucke, die an Vintage-Fotografien aus Hawaii oder Bali erinnern. Diese sind zwar immer noch fixer Bestandteil des Trends, der Surfer-Style ist aber auch „urbaner“ und weniger plakativ geworden. Südfrüchte und neonfarbene Accessoires sind kein Muss mehr, sondern viel wichtiger sind Komfort und stilistische Echtheit. Inzwischen gibt es von ehemaligen Surfer-Marken auch Kollektionen komplett in schwarz, die nur noch gewisse Basics aufgreifen und ansonsten durchaus City-Trip-tauglich sind.

Surfer Basics

Ob farbenfroh oder all black: Der Surfer Style wäre kein fassbarer Trend, wenn nicht auch ihn gewisse Basics charakterisieren würden. Wir verraten ihnen, welche Items das sind – und finden, dass zumindest zwei davon beim nächsten Urlaub in den Süden dabei sein sollten.

Boardshorts Roxy

Boardshorts

Der Klassiker unter den Surfer-Basics sind Boardshorts für sie und ihn. Diese wurden ursprünglich als eine Mischung aus Sport- und Badehose entworfen – die idealen Begleiter für Ausflüge auf dem Surfbrett also. Inzwischen erobern die coolen, meist bunt verarbeiteten Shorts auch heimische Schwimmbäder oder Strandpromenaden. Für sie darf die Boardshorts kurz und kess sein, für ihn ist sie tendenziell fast knielang.

Quiksilver Boardshorts full

Beanie

So winterlich sie auf den ersten Blick wirkt, ist die Beanie-Mütze doch ein wesentlicher Bestandteil der Surfer-Garderobe. Natürlich ist ein gutes Surferbeanie nicht aus Wolle, sondern beispielsweise aus Mikrofaser gearbeitet – denn auf dem Surfbrett ist eine gute Kopfbedeckung auch bei Hitze unverzichtbar. Beanies sind aber auch beliebte Accessoires für die Abendstunden am Strand und werden nicht erst getragen, wenn es Zeit für lange Ärmel wird. Wer hat es auf? Natürlich alle.

Surfer Style Men

Crop Top / Rash Guard

Letztes Jahr war es schon in den Bademoden-Trends zu sehen, aus der Surfer Mode ist das Rash Guard Top nicht wegzudenken. „Rash Guard“ heißt wörtlich übersetzt „Rötungs-Schutz“: Das Top soll vor der intensiven Sonneneinstrahlung, die während des Surfens auf Arme und Dekolleté trifft, schützen. In der Damenmode ist das Top meist aus demselben Material wie ein Bikini-Top gefertigt, hat aber lange Ärmel und einen engen Halsausschnitt Inzwischen gibt es auch abweichende Designs, die eher an eine Mischung aus Bikini-Oberteil und Crop Top erinnern. Für Herren sieht der Rash Guard aus wie ein klassisches T-Shirt, ist aber üblicherweise aus schnelltrocknendem Material mit UV-Schutz gefertigt. Ob Wellenreiterin oder nicht: In jedem Fall frischer Wind für Ihre Badebekleidung!

Roxy Rash Guard

Abgeschnittene Ärmel

So einfach und doch so effektiv: Die lässig abgeschnittenen Ärmel gehören zu den ältesten Surfer Style Merkmalen überhaupt. Wer seine Schultern maximal bräunen möchte, schnippelt schon mal die Ärmel klassischer T-Shirts ab – und wen soll es am Beach schon stören, dass der Armausschnitt nun etwas mehr Haut freigibt? Die Cut-off-T-Shirts dominieren vor allem in der männlichen Surfer-Mode, aber auch Damen tragen mehr und mehr „Ausschnitt“. Next Level Variante: Tanktops mit fast vollständig geöffneten Seiten, die beispielsweise über Bandeaus, Sport-Tops, Rash Guards oder (natürlich) Bikinis getragen werden. Layering für den Sommer also!

Abgeschnitte Ärmel - Cut-out Tank

Accessoires

Wie viele Trends, lässt sich auch der Surfer Style mit ein paar wenigen, aber charakteristischen Accessoires in die eigene Sommergarderobe integrieren: Pilotenbrillen, Ethno-Schmuck (vor allem Armreifen und Kettenanhänger am Lederband), Fußkettchen, Zehenringe oder Henna-Tattoos sind nur ein paar der Hingucker, mit denen Sie sich ein bisschen Strandflair und Surfer-Sinnlichkeit in den Schrank und auf die Haut holen. Auch bunte Beach-Bags und Kopfbedeckungen aller Art – und zwar nicht nur das Beanie, sondern auch Strohhüte oder Baseball-Caps – sind stimmige und sinnvolle Ergänzungen zur Surfermode und im südsüdlichsten Strandgebiet.

Roxy Tasche

Hochgekrempelte Shorts

Shorts sind für Surfer wahrscheinlich so unverzichtbar wie Jeans für den Städter. Die kurzen Hosen sind meist aus Denim, Sweat oder Twill und werden bei Bedarf noch weiter abgeschnitten oder eben hochgekrempelt. Einziges No-Go: Empfindlich dürfen sie nicht sein! Denn zum Surfer Style gehört es wie das Amen zum Gebet, an Ort und Stelle ins Wasser springen zu können, ohne erst noch eine Umkleide zu suchen …

Hochgekrempelte Surfer Shorts Men

Frisur und Make-up

Sie erraten es schon: Die Surferin ist nicht eitel, denn sie genießt die Freiheit von Wind, Wasser und Wellengang. Haare? Wehen offen in der Brise. Make-up? Nein, danke – das verwischt ja bloß, wenn es nass wird. Das Styling der Surfer beschränkt sich auf strubbeliges, sonnengebleichtes Haar und eine dicke Schicht Sonnencreme.

Was Sie auch ausprobieren: Am besten gelingt Ihr Surfer Style, wenn Sie an das Lebensgefühl denken, das diesem sommerlichen Trend zugrunde liegt. Weniger Druck und Bemühtheit, mehr Freiheit und Gelassenheit – und die (Fashion-)Strömung wird Sie garantiert in die richtige Richtung treiben.

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(Bild: © Jacob Ammentorp Lund/iStock)
(Bild: © Jacob Ammentorp Lund/iStock)

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