Bewusst essen: Drei Ernährungstrends, die Sie kennen sollten!

Bewusst essen: Drei Ernährungstrends, die Sie kennen sollten!

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Gesundheit und Wohlbefinden gewinnen zunehmend an Bedeutung in unserem Alltag. Wer auf seinen Körper achtet und sich bewusst ernährt, schafft die optimale Basis für ein gesundes Leben – getreu dem Motto „Du bist, was du isst!“. Da immer mehr Menschen aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder ethisch-moralischen Aspekten eine alternative Ernährungsweise anstreben, entstehen auch immer wieder neue Ernährungstrends.

Meist steht dabei im Vordergrund, frische und möglichst unbehandelte Lebensmittel zu konsumieren. Ob Sie sich nur kurzzeitig eine Auszeit von Ihren üblichen Essgewohnheiten nehmen oder Ihren Speiseplan komplett umstellen wollen – wir haben einmal drei Trends, die derzeit in aller Munde sind, näher beleuchtet. Dazu haben wir Experten gefragt, was es mit diesen Ernährungsformen eigentlich auf sich hat und für wen sie geeignet sind.

Detox-Kur

Ernährungsberaterin Iris Lange-Fricke

Iris Lange-FrickeWie genau funktioniert Detox? Was sind die Dos und Don’ts?

Detox bedeutet ja „entgiften“. Irgendwann im Leben hat man ja meist das Gefühl, man müsste mal Ballast abwerfen, zum Beispiels nach Weihnachten oder Silvester, wenn man zu viel Alkohol getrunken, zu viel Fettiges und Zuckerhaltiges gegessen und sich zu wenig bewegt hat. Dies kann vor allem Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, man fühlt sich oft schlapp und antriebslos. Durch das Entgiften kann man den Körper entlasten und ihn mit Vitaminen und Mineralstoffen unterstützen, damit der Stoffwechsel angekurbelt wird.

Gerade wenn man sich müde und schlapp fühlt, macht es Sinn, den Säure-Basen-Haushalt zu überprüfen. Dabei kann man sich ph-Messstreifen in der Apotheke besorgen und im Morgenurin messen, ob der Säure-Base-Zustand in die saure Richtung geht oder normal ist. Naturgemäß sollte der Urin morgens einen ph-Wert von etwa 6,5 haben und gegen Mittag auf 7 gehen. Wenn er unter 7 bleibt, ist eine basenreiche Ernährung, bzw. eine Detox-Kur auf jeden Fall empfehlenswert.

Basenreiche Lebensmittel sind vor allem Obst, Gemüse, Kartoffeln und Nüsse. Die Detox-Kur kann man in verschiedenen Varianten durchführen. Entweder flüssig mit Smoothies, Säften oder Suppen oder auch mit Salaten. Hauptsache, die Lebensmittel enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine. Vermeiden sollte man während der Detox-Kur vor allem Alkohol, Fast-Food, Fertiggerichte, zuckerhaltige Lebensmittel und fettreiches Fleisch.

Wie wirkt sich eine Detox-Kur auf den Körper aus?

Eine Detox-Kur bringt den Säure-Basen-Haushalt wieder in Balance. Es unterstützt unsere Organe, wie die Niere und die Leber, bei der Entgiftung und Reinigung. Durch den Verzehr von Fastfood, Alkohol, Süßigkeiten und Zucker, aber auch von Fleisch, Fisch und anderen tierischen Produkten sowie kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Getreide, Brot, Nudeln, Reis und Hülsenfrüchten, bildet der Körper eher Säuren. Isst man dauerhaft zu viel davon, können die Entgiftungsorgane die Last nicht mehr richtig bearbeiten. Die Säuren binden sich an die Basen, um diese auszuscheiden. Sind zu viele Säuren im Körper unterwegs, können die Basen das Gleichgewicht nicht mehr richtig in Balance bringen. Der Körper und die Entgiftungsorgane sind dadurch überlastet und schaffen nicht mehr, das Säure-Basen-Verhältnis auszugleichen. Daher fühlt man sich schlapp und ausgelaugt. Auch Stress und Umweltschadstoffe können den Körper belasten.

Wie oft und wie lange sollte man entgiften?

Zwischen drei und fünf Tagen sind optimal für eine Detox-Kur. Diese Zeitspanne lässt sich auch gut in den Alltag integrieren. Wer die Detox-Kur länger machen möchte, dem empfehle ich, nicht über zwei Wochen hinauszugehen, da dem Körper auf längere Sicht Eiweiße fehlen, die die Muskulatur und der Stoffwechsel benötigen. Wenn man die Detox-Kur ein bis zwei Mal im Jahr macht, ist das kein Problem. Ratsam ist es auch, einfach mal zwischendurch einen Detox-Tag einzulegen, an dem man nur Smoothies trinkt oder sich vitamin- und mineralstoffreich ernährt.

Für wen eignet sich eine Detox-Kur?

Für den gesunden Menschen, der keine Erkrankungen hat, ist Detox kein Problem. Der Körper kommt dann gut mit Phasen zurecht, in denen er auch mal eine geringe Kalorienzufuhr hat. Schwangeren und Stillenden ist von Detox abzuraten. Ebenfalls Menschen, die chronisch krank sind. Hier kommt es aber immer auf die Erkrankung selbst an. Im Zweifel sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt Rücksprache halten, ob und in welcher Form eine Detox-Kur sinnvoll ist.

Paleo-Prinzip

Nico Richter von Paleo360.de

Nico Richter
© Christian Verlag / Silvio Knezevic

Wie sieht das Prinzip von Paleo aus? 

Paleo bedeutet, sich von natürlichen und unverarbeiteten Lebensmittel zu ernähren, die in ähnlicher Form die Grundlage der Ernährung der Jäger und Sammler bilden. Man verzichtet auf potentiell gesundheitsschädliche Stoffe & Industrieprodukte. Damit gibt man dem Körper alle wichtigen Nährstoffe für eine langfristige Gesundheit & Fitness.

Welche Lebensmittel sind erlaubt, welche sind tabu?

Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Obst, Nüsse, Samen und Kräuter bilden die Grundlage der Paleo Ernährung. Verzichtet wird hingegen auf alle Getreideprodukte (Brot, Nudeln,…), Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zucker, Zusatzstoffe und stark verarbeitete Pflanzenfette.

Inwieweit kommt diese Ernährungsform unserer Gesundheit zugute?

Die nährstoffreichen und zuckerarmen Lebensmittel führen oft zu mehr Energie, Abnehmerfolgen und einem besseren Sättigungsgefühl. Der Verzicht auf die „Antinährstoffe“ (Gluten, etc.) aus Getreide und Co. hilft oft auch bei der Bekämpfung oder Linderung von ernsthaften Krankheiten.

Für wen eignet sich Paleo?

Paleo eignet sich eigentlich für jeden, eben weil es gut schmeckt, satt macht und man keine Kalorien zählen muss. Jeder kann Paleo auslegen, wie er will (mehr oder weniger Kohlenhydrate, Fleisch, und Co). Menschen mit diagnostizierten Krankheiten sollten natürlich vorher mit ihrem Arzt Rücksprache halten.

Vegane Ernährung

Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Anja Rimböck

AnjaWarum vegan?

Immer mehr Menschen entscheiden sich aus ethischen, gesundheitlichen, ernährungsphysiologischen und/oder Umweltschutzgründen für eine vegane Ernährung, denn eine Reduzierung des Verzehrs von tierischen Produkten kommt sowohl der menschlichen Gesundheit und dem Tierschutz, als auch dem Klimaschutz zu Gute. Bis zu 10 Kilo pflanzliches Eiweiß sind als Futtermittel nötig, damit 1 Kilo tierisches Eiweiß entstehen kann. Über 44 % der im Ernährungsbereich verursachten Treibhausgase stammen aus der Erzeugung tierischer Lebensmittel. Der Umweg über das Tier bedeutet also eine ungeheure Verschwendung, wenn man bedenkt, dass täglich weltweit ca. 100.000 Menschen verhungern. Viele Veganer gehen dabei noch einen Schritt weiter und verzichten auch beim Kauf von Kleidung auf Wolle, Leder, Daunen und Seide.

Wie sieht eine vegane Ernährungsweise aus? Was darf man, was darf man nicht essen?

Bei einer veganen Ernährungsweise geht es darum, sämtliche tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse, Eier, Milch, Joghurt, Sahne, Quark, Butter, Honig etc. aus seinem Speiseplan zu streichen. Erlaubt sind dafür alle pflanzlichen Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte, Nüsse und Saaten sowie hochwertige natürliche Fette und Öle. Man kann viele gängige Gerichte auf ganz einfache und gesunde Art & Weise abwandeln und selbst herstellen: Anstelle von normaler Kuhmilch verwendet man Mandel-, Kokos- oder Hafermilch, Sahne und Joghurt kann man sich aus Cashewnüssen zubereiten, leckere Schokolade aus Nüssen, Kakaobutter und Kokosöl uvm. Die vegane Küche ist überraschenderweise unheimlich vielfältig, was ich vielen Interessenten in meinen Kursen & Workshops regelmäßig näherbringe. Alle sind immer ganz begeistert von der gesunden Auswahl, dem unkomplizierten Zubereiten und dem leckeren Geschmack.

Wie wirkt sich ein veganer Ernährungsstil auf den Körper aus?

Durch den Verzicht auf tierische Produkte verbessern wir unsere Gesundheit erheblich. Vegane Ernährung enthält kein Cholesterin und weniger Fett, gesättigte Fettsäuren und Kalorien, da sie kein Fleisch, Milchprodukte und Eier enthält. Studien haben beispielsweise gezeigt, dass das Kasein, welches 87% des in der Kuhmilch enthaltenen Proteins ausmacht, alle Stadien des Krebswachstums fördert. Menschen, die am meisten tierisches Protein zu sich nehmen, leiden am häufigsten an Herzerkrankungen, Diabetes, Arthrose, Osteoporose, chronischen Erkrankungen und Krebserkrankungen. Ein hoher Konsum von Fleisch steht nachweislich in unmittelbarem Zusammenhang mit Darmkrebs. Fleisch enthält außerdem Purine, die den Harnsäurestoffwechsel beeinflussen und Krankheiten wie Gicht begünstigen. Darüber hinaus stecken in gepökeltem Fleisch und Wurstwaren sog. Nitrosamine, die erbgutschädigend wirken. Durch den Verzicht auf tierische Nahrungsmittel ist man auch weniger belastet mit Rückständen von Antibiotika, Hormonen und Schwermetallen. Die positiven Auswirkungen spürt man bereits nach kurzer Zeit und viele Erkrankungen sind dadurch sogar reversibel, das Immunsystem wird gestärkt und der Körper ist insgesamt weniger übersäuert.

Worauf muss ich achten, um den Bedarf an verschiedenen Vital- und Nährstoffen zu decken?

Natürlich bedeutet vegan nicht automatisch gesund & ausgewogen. Auch hier gibt es viele Zuckerfallen unter den Rezepten und Fertigprodukten, gehärtete Fette, nährstoffarme Weißmehl- und Sojagerichte etc., die unseren Darm träge machen und die Aufnahme von Vitalstoffen hemmen. Täglich sollten deshalb viel frisches Obst, Gemüse und Wildkräuter auf dem Speiseplan stehen. Den Eisen-, Eiweiß- und Calciumbedarf deckt man problemlos mit Hülsenfrüchten, Blattgemüse, Saaten & Sprossen. Gesunde Fette liefern Nüsse, Avocados und kaltgepresste Öle wie Leinöl, Olivenöl und Kokosöl. Die Zutaten sollten idealerweise aus biologischem Anbau bestehen, um uns mit allen notwendigen Vitaminen zu versorgen und die Belastung mit Pestiziden so gering wie möglich zu halten. Lediglich Vitamin B12 sollte ggf. in Kombination mit Vitamin D3 und K2 supplementiert und einmal jährlich in Verbindung mit einem Blutbild kontrolliert werden.

Für wen eignet sich die vegane Ernährungsweise?

Grundsätzlich ist eine vegane Ernährungsweise für jeden geeignet. Besonders chronisch Kranke profitieren sehr schnell von den positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit, Vitalität und Lebensqualität. Schwangeren empfehle ich, ganz auf ihr Bauchgefühl zu hören und keinesfalls zu streng mit sich zu sein, wenn z.B. Gelüste auf deftige Gerichte auftreten. Auch Kindern sollte man keine tierischen Lebensmittel vorenthalten, wenn sie danach verlangen und probieren wollen, sondern stattdessen auf hochwertige Qualität und vollwertige Produkte zurückgreifen, Zucker & Weißmehl eliminieren und anstelle von Fertigprodukten die Mahlzeiten auf gesunde Art und Weise gemeinsam mit dem Kind frisch zubereiten.

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Über den Autor

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Die Redakteurinnen und Redakteure vom OTTO Online Team haben sich verschrieben - und zwar den neuesten Trends aus Mode & Lifestyle! Wir berichten über Menschen und Stil und sammeln Inspirationen aus Fashion und Wohnen. Speziell für Sie holen wir die Meinung von Expertinnen und Experten für fundierte Typberatung ein. Themenwünsche? Schreiben Sie uns jederzeit!

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