Trachten-Ratgeber

Trachten-Ratgeber


So gelingt der traditionelle Look




Geschichte zur Tracht



Häufig werden Trachten vor allem mit dem Oktoberfest in Verbindung gebracht. Doch mittlerweile gibt es zahlreiche Anlässe, zu denen Trachtenmode getragen wird. Eines steht dabei besonders im Vordergrund – die Tradition. Das Wort „Tracht“ leitet sich ab von der althochdeutschen Form des Verbs „tragen“. Viele Modetrends kommen und gehen, doch die Trachten von heute unterscheiden sich nicht maßgeblich von denen, die unsere Großeltern schon getragen haben. So werden Dirndl auch oft zu wertvollen Erbstücken.

Trägt man Dirndl oder Lederhosen, findet immer eine Rückbesinnung auf alte Werte statt. Man erinnert sich an die Geschichte und identifiziert sich mit ihr – ganz ohne Geschichtsbücher und eingestaubte Fakten. Denn jede Tracht erzählt eine eigene Geschichte.

In früheren Zeiten waren Trachten ein starker Indikator für Gesellschaftsklassen, Herkunft, Familienstand oder den Beruf. Sie waren also weit mehr als nur ein modisches Statement oder schlichte Alltagskleidung.

Die Entstehung datiert zurück ins 18. Jahrhundert, als die bäuerliche Gesellschaft eine Kombination aus Rock, Unterkleid und Mieder, beziehungsweise lederne Hosen trug. Die Kleider der Frauen und die Bekleidung der Männer, abseits der Lederhose, bestanden aus einfachen, kostengünstigen Stoffen, wie Leinen, Filz oder Wolle, die der Beanspruchung Stand hielten.



Trachtenmode für Frauen

Die Bestandteile der Tracht haben sich über die Jahre kaum verändert. So tragen Frauen seit jeher einen weiten Rock, kombiniert mit einer Halbschürze. Das Oberteil wird eng getragen und besteht aus einem Mieder oder eine körpernah geschnittene Jacke. Bei den heutigen Dirndln ergänzt eine Bluse das Outfit. Je nach Region wird zu der Tracht noch entsprechender Schmuck oder eine Kopfbedeckung getragen.

Mit der Rocklänge können Frauen heutzutage besonders spielen. So gibt es Mini-, Midi- und Maxidirndl, die zu den verschiedenen Figurtypen und Anlässen passen. Minidirndl, die kurz über dem Knie enden, sind unter Traditionsbewussten nicht so gern gesehen. Diese Variante sieht man jedoch grundsätzlich eher selten. Die Mehrheit der Frauen trägt Midi-Dirndl, dessen Saum unterhalb des Knies endet. Hier gibt es eine große Auswahl bezüglich des Materials und der Farben. Diese können dem Anlass und persönlichen Gusto gemäß gewählt werden. Maxi-Dirndl sind die bodenlange Form des Dirndls und ähneln der traditionellen Tracht am meisten. Doch auch hier gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Modellen.

Wer sich abseits unserer Tipps online beraten lassen will, kann dies mit ein paar Klicks in unserem Dirndl-Berater tun.


Das Dirndl

Worauf sollten kleine bzw. große Frauen bei der Wahl des Dirndls achten?

"Für beide Figurextreme - also kleine wie auch große Frauen - gilt es, auf die stimmigen Proportionen zu achten. Das Dirndl - ein einteiliges Trachtenkleid - besteht aus dem Rockteil sowie dem Mieder, dem westenartig geschnittenen Oberteil, die idealerweise in der Taille zusammentreffen sollten. Neben dem Dekolleté, der Blickfang Nummer eins des Dirndls, ist die Taille, an der die Schürze gebunden wird und die oft üppige Schleife den Blick hinzieht, ein Eyecatcher. Bei einer Petitefrau kann es sein, dass zwar die Konfektionsgröße stimmt, das Oberteil als auch der Rock aber zu lang sind. Das komplette Erscheinungsbild kann durch unpassende Proportionen verdorben werden. Ein zu langer Rocksaum wirkt plump und stauchend, ein zu kurzer Rocksaum bei großen Frauen lässt ein Dirndl zu klein wirken, die Frau wirkt staksig und unvorteilhaft. Das klassische Dirndl kommt in einer Midilänge daher, also gut kniebedeckt bis zur Mitte der Wade. Die festliche Alternative ist das knöchellange Dirndl, welches bevorzugt von großen Frauen hervorragend getragen werden kann. Bei einer Körpergröße unter 1,65 Meter sollte das Dirndl nicht länger als zwei fingerbreit unterhalb der Kniescheibe sein."

- Anna Bingemer-Lehr / Stilberaterin

Mit ihrem Schnitt, der die Körpermitte betont, ein kleines Bäuchlein wegmogelt und das Dekolleté perfekt in Szene setzt, sehen Dirndl einfach an jedem Frauenkörper toll aus. Sie haben einen Wohlfühlcharakter und durch diverse Kniffe und die richtige Wahl der Schnitte und Stoffe kann dieser noch verstärkt werden.



Welcher Schnitt und welcher Stoff schmeicheln welcher Figur?


"Der Schnitt ist beim Dirndl vorgegeben: Ein eng anliegendes Miederteil mit weitem Rockteil plus Schürze. Diese klassische Form steht Frauen mit großer Oberweite und einer rundlichen Figur wirklich toll. Die A-Körbchen-Trägerinnen können beim Dirndl ruhig auf einen gepadeten Push-up-BH setzen oder eine Dirndlbluse mit Rüschenbesatz wählen, um optisch mehr Fülle zu erzeugen. Ein eher flacher, maskuliner Körper passt nicht ganz so gut ins Dirndl.

Da das Dirndl Tradition verkörpert und der modische Trend aktuell ganz klar weg geht vom überladenen, aufgemotzten Glitzerdirndl, sollten Sie beim Stoff auf Hochwertigkeit und einen geschmeidigen Griff achten. Ein schwerer Seidendamast, edler Samt oder feste, hochwertige Baumwolle sind, neben Farbe und Muster, ein Garant für ein Trachtenkleid, an dem Sie lange Freude haben werden. Leder oder Leinen sind ebenfalls beliebte Materialien, die einen rustikalen Stil vermitteln."

- Anna Bingemer-Lehr / Stilberaterin

Dirndl-Blusen

Ein Dirndl ohne Bluse ist wie ein Oktoberfest ohne Bier. So sieht es nicht nur unvollständig aus, sondern wird von vielen als ein wahres Vergehen angesehen. Die Bluse umspielt das betonte Dekolleté und verhindert charmant, dass Frau zu viel Haut zeigt. Hier gibt es eine große Auswahl an Ausschnitten und Ärmellängen, aus der zu verschiedenen Dirndln und Anlässen gewählt werden kann.

Carré-Ausschnitt - Der eckige Carré-Ausschnitt der Bluse orientiert sich am Schnitt des klassischen Trachtenkleids. Bei diesem Ausschnitt sieht man oft wenig vom Stoff der Bluse, da sie dem Ausschnitt der eckig geschnittenen, traditionellen Kleider folgen. Hier ist es besonders wichtig, auf den passenden BH zu achten, der am besten eine Balconette-Form hat und dessen Träger weiter außen angebracht sind, damit nichts hervorblitzt.

Bei U- und V-Ausschnitten wird weniger Haut gezeigt, dafür beeindrucken sie oft mit verspielten Raffungen und Details, die das Dirndl unterstützen. Hier empfiehlt es sich, auf dezenten Halsschmuck zurückzugreifen, damit das Outfit nicht überladen wirkt.

Der traditionellste unter den Ausschnitten ist der Stehkragen. Er orientiert sich am historischen, bürgerlichen Trachtenoutfit und besticht oft durch auffällige Knöpfe, die zum wahren Eye-Catcher werden. Hier wird daher auch dezenter Halsschmuck empfohlen.

Besonders modern sind Carmen-Ausschnitte, die sich durch ihren schulterfreien Schnitt auszeichnen. So wird stilvoll mehr Haut gezeigt und Platz für Halsschmuck geschaffen.



Wie setze ich mein Dekolleté mit einer Dirndl-Bluse perfekt in Szene?


"Das Dekolleté ist das A und O beim Dirndl. Das heißt, der passende BH muss am besten schon beim Dirndlkauf mitgekauft werden. So vermeiden Sie, dass eventuell später die Träger oder der Saum des BHs hervorblitzen. Bevor Sie das Dirndl anziehen, cremen sie Hals und Dekolleté mit einer entsprechenden Pflege ein; so sieht die Haut geschmeidig und satt aus. Achten Sie beim Schminken darauf, dass Gesicht, Hals und Dekolleté den gleichen Hautton haben. Nichts wirkt unansehnlicher als ein zu blass oder zu dunkel geschminktes Gesicht.

Die Dirndlbluse gibt es von pur und schlicht bis üppig rüschenbesetzt. Hier entscheiden Ihr Typ und die gewünschte Stilaussage über die Wahl. Eine hochgeschlossene Bluse mit Ärmeln, die den Oberarm bedecken, kann ein reizvoller Kontrast zum weit ausgeschnittenen Miederteil sein.

Ob gepuffter Ärmel mit Volant oder die Dirndlbluse aus feiner Baumwollspitze - Bluse und Dirndl müssen aufeinander abgestimmt sein, um den perfekten Trachten-Look rüber zu bringen. "

- Anna Bingemer-Lehr / Stilberaterin

Dirndl-Frisuren

Ein Trachtenoutfit ist nicht komplett ohne die passende Frisur. Es gibt verschiedene Wege, um seine Haare trachtenfit zu machen, egal in welcher Länge und Struktur. Jede Haarpracht lässt sich so frisieren, dass sie die Tracht optisch unterstützt und sich als wichtiger Bestandteil des Looks perfekt integriert.

Warum zählen Flechtfrisuren als die Dirndlfrisur schlechthin?

"Dies ist eine alte Überlieferung. Flechtfrisuren sehen zum Dirndl immer gut aus. Sie wirken frisch und spritzig und machen das Gesicht frei. Früher wurden zur Tracht stets Hüte getragen, bei denen die Haare trotzdem in Szene gesetzt werden sollten. Bei einem Trachtenfest wird außerdem nicht nur getrunken, sondern auch getanzt. So bleibt die Frisur immer in schönster Ordnung."

- Karl Josef Plasil / Friseur

Wie stylt man lange Haare perfekt zum Dirndl?

"Zum Dirndl passen besonders gut geflochtene oder gekordelte Frisuren. Hier kann man seine Kreativität ruhig ein wenig ausleben. Zum Beispiel sind Flechtfrisuren, die asymmetrisch getragen werden, modischer, als einfach nur einen Zopf um den Kopf zu flechten. Das heißt, dass man beispielsweise eine Seite ganz glatt trägt und die andere kordelt oder flechtet. Alternativ dazu bietet sich auch eine Variante an, die über die Stirnpartie geflochten wird. So bekommt man ein Gefühl dafür, wie man mit Pony aussehen würde. Um die Haare ideal vorzubereiten, sollten Sie vor dem Frisieren die Haare gut mit Haarspray einsprühen und kräftig ausbürsten. Dadurch werden die Haare griffiger und lassen sich viel leichter bändigen."

- Sven König / Friseur

© Carola Staudinger

Wie stylt man kurze Haare optimal zum Dirndl?

"Auch bei kurzen Haaren ist es meist möglich, Schopf- und/oder Seitenpartien mit einem Zopf oder Dreher den passenden Trachtenlook zu geben.

Damit die kurzen Strähnen griffiger werden, empfiehlt es sich, eine kleine Menge mattes Haarwachs in die Hände zu geben. Sind die Haare zu kurz, um sie effektiv zu flechten, ist es auch möglich, sie einzudrehen. So beginnt man mit einem frei gewählten Scheitel und mit zwei Strähnen an einer Seite des Kopfes. Diese werden übereinander gelegt und man fügt ihnen im nächsten Schritt eine weitere Strähne hinzu, wie bei einem französischen Zopf. Diese Technik wendet man bis zum Hinterkopf an. Dort werden die ineinander verdrehten Strähnen dann festgesteckt. Damit keine Strähnen herausfallen, fixiert man die Haarspangen über Kreuz und besprüht die fertige Frisur mit Haarspray. Eingearbeitete Zöpfe und Haarteile können dem Haar, in Verbindung mit dem Look entsprechenden Accessoires, zusätzlichen Charme verleihen."

- Karl Josef Plasil / Friseur

Wie stylt man eine Naturkrause perfekt zum Dirndl?

"Naturkrauses Haar ist ein wunderschönes Material für kreative Frisuren. Das Haar muss dabei in der Konsistenz natürlich bleiben und sollte nur mit Feuchtigkeitsspray vorbehandelt werden, damit die Locken zum Vorschein kommen. Am besten passen Zöpfe oder geflochtene Frisuren perfekt zum Dirndl. Diese Frisuren eignen sich auch für naturkrauses Haar, wenn man ein paar Besonderheiten beachtet. Vor dem Flechten sollte es nur mit einem grobzinkigen Kamm gekämmt werden. Das Flechten von Zöpfen mit naturkrausem Haar gelingt am besten mit den Fingern.
Der Vorteil von krausem Haar ist, dass Frisuren sehr gut halten und es aufgrund seiner Konsistenz mehr Stabilität und Volumen hat. Dadurch kann auf Toupieren und Unterbauten meistens verzichtet werden. Zu einem Trachten-Outfit passen zur Dekoration von Flechtfrisuren sehr gut Blumen, Ähren und frische Blüten. Aber auch Spitzenbänder oder farbige Bänder, die mit dem jeweiligen Dirndl harmonieren sollten, können ins Haar eingearbeitet werden. Zum Beispiel kann das Haar am Hinterkopf leicht geknotet und mit einer Masche versehen werden. Als besonderer Gag können kleine Teile von einem Geweih in die Frisur eingebracht werden, da sollte allerdings ein Profi zu Rate gezogen werden, da ein kleines Polster zur Befestigung notwendig ist."

- Christine Wegscheider / Friseurin

Trachten-Accessoires

Zu einem perfekten Trachten-Look gehören neben dem Outfit auch die passenden Accessoires. Hier sind der Trägerin keine Grenzen gesetzt. Ob Haarschmuck, Trachtenhut, Ketten, Armbänder oder Ohrringe - erlaubt ist, was gefällt. Wichtig ist, dass der Gesamtlook stimmig ist und sich perfekt ergänzt.

Welche Frisur empfiehlt sich zu auffälligem Trachtenschmuck?

"Bei auffälligem Trachtenschmuck, wie zum Beispiel einem Charivari, Hutschmuck oder großen Ketten, empfehle ich weniger auffällige Frisuren. Klassische Frisuren, wie beispielsweise leicht eingedrehte oder eingeflochtene Seitenpartien zum Mittelscheitel, sind hier vorteilhaft.
Eine weitere Möglichkeit sind streng nach hinten weggeflochtene Haare, die am Hinterkopf zu einem Dutt oder Chignon zusammengesteckt werden. So ist der Blick frei auf den Schmuck und die Accessoires."

- Carola Staudinger / Friseurin





© Carola Staudinger

Welche Frisur kombiniere ich zu einem Trachtenhut?

"Zu einem Trachtenhut gibt es einige Varianten, die aber eher ihren Schwerpunkt im Nacken haben. Zum einen der klassische Knoten, der Tief im Nacken getragen wird. Dazu werden die Haare streng nach hinten in den Nacken gekämmt und zu einem Pferdeschwanz abgebunden. Dann die Haare zu einer Kordel drehen und um den Haargummi zu einem Knoten formen. Mit Nadeln und Spray fixieren. Die Jüngere Variante wird eher locker gesteckt. Dazu die Haare ebenfalls im Nacken zu einem Pferdeschwanz abbinden und daraus 4-6 Zöpfe locker flechten. Anschließend die Zöpfe um das Haargummi feststecken und darauf achten, dass es nicht zu eng gesteckt wird, damit ein eher lässiger Knoten entsteht."

- Sven König / Friseur

Blumen im Haar und Blumenkränze sind sehr beliebte Accessoires - wie binde ich frische Blumen am besten in meine Frisur ein?

"Blumen im Haar wirken immer frisch und natürlich. Allerdings eignen sich nur einige Blumensorten für das Einarbeiten in die Frisur. Besonders dafür geeignet sind kleine, feste Blüten wie Gänseblümchen, Rosen, Margeriten und Schleier. Weniger geeignet sind Blüten, die schnell welken, wie zum Beispiel Glockenblumen oder Orchideen. Am besten man berät sich im Vorfeld mit einem Blumenhändler, welche Blume besonders lange ohne Wasser auskommen kann. Um die Blüten länger haltbar zu machen, kann ein kleiner, befeuchteter Wattebausch am unteren Ende des Stängels mit Klebeband befestigt werden, der dann in die Frisur eingearbeitet wird. Eine andere Möglichkeit, Blüten zu konservieren, ist, sie mit einem Hauch von Haarspray anzusprühen. Neben Blüten können auch Blätter eingearbeitet werden. Im Sommer oder Herbst bieten Ähren eine wunderschöne Alternative zu frischen Blüten.
Um die Blumen im Haar zu befestigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

die Blume kann mit einem ganz feinen Gummiband an einer Haarnadel befestigt werden, diese wird dann im Haar festgesteckt. Es kann auch ein feiner Draht an der Blume angebracht und ins Haar eingearbeitet werden. Oder eine Haarnadel wird ganz vorsichtig direkt durch den Stängel oder die Blüte gestochen und im Haar befestigt.

Zum besseren Halt kann ein Powder Spray angewendet werden, das das Haar griffiger für die Frisur macht."

- Christine Wegscheider / Friseurin

Trachtenmode für Männer

Die Tracht für Männer besteht, wie die Frauentracht auch, aus mehreren Elementen. Das wichtigste Element bildet hier die Lederhose, die sich über die Jahre hinweg kaum verändert hat. Dazu wird oft ein klassisches oder modernes Trachtenhemd kombiniert. Zum Trachtenhemd kann eine farblich passende Weste gewählt werden oder ein Wollcardigan. An den Füßen tragen Männer traditionell Haferlschuhe mit entsprechenden Trachtenstrümpfen.


Lederhose

Bei einer Lederhose kommt es auf das Material und dessen Qualität an. Häufig werden hier weiches Leder von Hirsch, Wildbock, Ziege, Gämse oder Rind verwendet. Das günstige Rindsleder wird ausschließlich in der Massenproduktion eingesetzt und ist in kleinen Handwerksbetrieben nicht zu finden.






Welcher Lederhosen-Schnitt schmeichelt welcher Männerfigur?

"Geht es um die Figur, spielen Körpergroße, Länge und Ausprägung der Beine sowie das Alter die Eckpfeiler bei der gelungenen Wahl einer Hose. Der Rest ist eine Frage des Geschmacks. Lange Hosen stehen allen. Interessanter wird es bei kürzeren Hosen. Wer Bein hat, soll auch Bein zeigen – aber auch nur der! Junge Kerle mit knackig-muskulösen Beinen dürfen kurze Hosen nur bis zur Mitte des Oberschenkels reichend wählen. Ansonsten sind diese bitte nur etwas für Kinder.
Kleine Herren oder jemand mit kurzen Beinen sind mit knielangen Hosen gut beraten. Das staucht optisch nicht. Wird die Hose zum Knie hin enger, wie bei der klassischen Kniebundhose, umso besser. Diese sogenannte V-Form lenkt den Blick nach oben und sorgt für eine streckende Wirkung. Demgegenüber können große Herren oder diejenigen mit langen Beinen auch 7/8-Hosen wählen. Das verkürzt zwar optisch das Bein, spielt hier aber keine Rolle. Knielange Hosen, die von oben bis unten dieselbe Beinweite haben, d.h. in der sogenannten H-Form geschnitten sind, sind wiederum etwas für große Männer, denn die Beinweite hat eine auftragende Wirkung. Lange schlanke Beine stecken dies gut weg.
Ob mit oder ohne Latz ist einerseits wieder eine Geschmacksfrage. Bezüglich der Figur sollten andererseits jedoch Herren mit Bauch Hosen mit Latz wählen. Hier sorgen auch Hosenträger für einen guten Sitz."

- Regina Maass / Imageberaterin

Was trägt Mann zur Lederhose?



"Traditionell trägt Mann das Trachtenhemd zur Hose. Dabei muss es nicht das bajuwarische Hemd mit an der Vorderseite aufwendig verarbeiteten Biesen sein. Es kommen verschiedenste Karodesigns ins Spiel, aber es gibt auch Leinen- und sogar Jeansoptik. Spezieller wird es noch durch Paisleydesign. Stick- und Druckelemente sorgen für genügend Abwechslung. Mittlerweile hat auch das Shirt Einzug gehalten, egal ob mit Rundhals, Kapuze oder als Polo. Auch hier, wie bei den Hemden, mit und ohne Brusttasche. Stickelemente, Karoeinfassungen oder Batik-Look sorgen für genügend Abwechslung. Prints sind mehr oder weniger auffällig, aber bitte immer mit dem nötigen Bezug zur Alpenwelt. Bei einem kurzen oder kräftigen Hals ist Mann übrigens mit einem Oberteil gut beraten, das etwas Platz am Hals lässt. Hemd oder Poloshirt, bei denen man den obersten Knopf sowieso auflässt, sind damit ideal. Beim T-Shirt empfiehlt sich in diesem Fall ein V-Ausschnitt. Und was trägt Mann unter der Lederhose? Wie so oft auch sonst, ist es dem eigenen Geschmack überlassen. Am komfortabelsten sind allerdings enganliegende Herren-Panties."

- Regina Maass / Imageberaterin

Welche Accessoires passen zu einem Trachtenoutfit für Männer?

"Von Kopf bis Fuß auf Accessoires eingestellt. Egal ob sportlich leger, klassisch schick, extravagant oder sogar romantisch, bei den Accessoires kann auch Mann seinen persönlichen Geschmack walten lassen. Ein Hut bietet viele Möglichkeiten und unterstreicht die Persönlichkeit des Trägers. Gamsbart oder Emufedern, Edelweiß oder Silberknöpfe, Lederverzierung oder Kordel und noch einiges mehr stehen zur Wahl. Genauso das Charivari: Diese massive Metallkette mit Anhängern wird von Herren an der Lederhose getragen. Bei den Anhängern kennt die Fantasie keine Grenzen: Ob Halbedelsteine, Münzen, Hirschamulette, Rehklaue oder Hasenpfote oder sogar eine Börse für Kleinigkeiten - das Charivari gibt es in verschiedensten Ausführungen. Wem dies zu viel erscheint, oder wer seine Leibesmitte nicht so betonen möchte, begnüge sich mit einem Trachtengürtel mit entsprechender Schließe. Traditionell findet man hier das Edelweiß oder die Koppelschließe mit Hirsch. Ob Halstuch, die Trachtenkette oder doch lieber das Trachtenarmband aus Leder - der Geschmack entscheidet. Ketten gibt es wiederum aus Leder oder Edelstahl. Tierborsten, Horn, alte Münzen oder der Wolfszahn (aus Edelstahl) sind typische Anhänger. Details wie Hirschhornknöpfe am Hemd und auch Verzierungen an der Hose geben weitere Akzente. Wer sein Bein in Szene setzen möchte, achtet auf die Farbwahl von Trachtenstutzen oder dem Trachtenloferl-Set. Ein spezieller Hingucker sind sicherlich Gamaschen. Rucksäcke oder Ranzen runden das Angebot der Accessoires ab."

- Regina Maass / Imageberaterin

Trachten für Kinder


Trachten für Kinder sind Mini-Versionen der Trachtenmode der Großen. Das Besondere an ihnen sind verspielte Details, die die Modelle kindgerecht aussehen lassen.

Trachten für Mädchen



Bei Mädchen sind Blumenmuster und verspielte Knöpfe sehr beliebt. Die Dirndl sind generell hochgeschlossen und durchgehend geknöpft oder mit einem Reißverschluss am Rücken ausgestattet, um leichtes Anziehen zu gewährleisten. Durch dieses Design werden Knöpfe und Schnürungen noch mehr in den Fokus gerückt. Die Schleife der Schürze wird bei Mädchen vorne gebunden.

Neben den kindgerechten Dirndlstoffen und -motiven, sind auch die Blusen niedlich und verspielt. Raffungen und Verzierungen lockern dabei das hochgeschlossene Dirndl auf. Durch den längeren Schnitt der Bluse sitzen diese komfortabel.

Blumen in den Haaren und geflochtene Zöpfchen sehen besonders bei kleinen Mädchen besonders niedlich aus. Durch die Flechtfrisur werden die Haare aus dem Gesicht genommen und die Kleinsten sehen auch beim Toben immer fesch aus.

Trachten für Jungen

Für Jungen gibt es eine Auswahl an robusten Lederhosen. Diese gibt es entweder ganz ohne Latz oder mit einem oft fröhlich bestickten Latz. Um den kleinen Abenteurern Komfort beim Tragen der Lederhose zu bieten, haben diese oft einen regulierbaren Bund. Es gibt außerdem einige Modelle, die „mitwachsen“ – also erst als längere, später als kürzere Hose getragen werden können. Da Lederhosen sehr robust sind, eignen sie sich perfekt zum Spielen und Entdecken.

Neben dem traditionellen Trachtenhemd, kann hierzu auch ein T-Shirt oder Longsleeve kombiniert werden.

Trachtenmode im Alltag


Trachtenmode wird in bestimmten Gebieten nicht nur zu feierlichen Anlässen getragen, sondern kann im Downstyling auch wunderbar im Alltag getragen werden. Neben den klassischen Dirndln und Lederhosen-Kombinationen gibt es hier ebenfalls Outfits, die mit ihren Motiven oder ihrem Schnitt an die klassischen Looks angelehnt und so allzeit tragbar sind.

Wie können Damen und Herren Trachtenmode alltagstauglich machen?

"Die Modelle der heutigen Trachtenmode haben natürlich immer noch viele traditionelle Elemente, sie sind aber häufig sehr jung und frisch geworden. Leder wird mit Stoffen kombiniert, man findet witzige und ausgefallene Details und man sollte sich ruhig einmal auf das „Experiment Trachtenmode“ einlassen. „Traditionelles trifft auf Modernes“ könnte das neue Motto sein! Es sieht zum Beispiel unglaublich hübsch und sexy aus, wenn eine dieser kurzen Lederhosen (Pants) in neuem Design mit einer leichten Bluse oder einem luftigen Shirt kombiniert werden. Viele liebevolle Details, wie ausgefallene Knöpfe und auffällige Stickereien, machen Lederhosen zum Eyecatcher und begeistern Jung und Alt. Andere Elemente aus der Trachtenmode kann man mit seiner Basisgarderobe kombinieren und der eigenen Kleidung dadurch eine völlig neue Wende geben. Wie wäre es einmal damit, Ihre Jeans mit einer Trachtenstrickjacke zu kombinieren? Halstücher und Schmuck sorgen für den derzeit überall beliebten Landhauslook, weiße Blusen aus dem Bereich der Trachtenmode sind absolute Hingucker. Auch die Herren können mit einem Stilmix punkten. Zum Trachtenhemd passen sowohl Jeans als auch zahlreiche Stoffhosen und die Trachtenhose lässt sich mit Westen und Strick kombinieren. Die Trachtenlederhose für Herren gibt es übrigens in verschiedenen Längen und Ausführungen, sie wird überwiegend aus Hirschleder gefertigt und ist sehr hochwertig."

- Valeriya Licht / Modestylistin



Für welche Anlässe eignen sich Lederhosen für Frauen?

"Wer bei dem Begriff „Lederhosen“ ausschließlich an das Oktoberfest, also an die “Wies´n“, denkt, muss sich gedanklich umorientieren. Zum Glück, denn mittlerweile kann man diese tollen Kleidungsstücke das ganze Jahr über und überall tragen. Im Laufe der Zeit sind Lederhosen nicht nur alltagstauglich geworden, sondern eignen sich mindestens genauso gut für stylische Outfits. Das beruht allein schon auf den unzähligen Modellen, Schnitten und Farben, die es zu entdecken gilt. Gängig sind zwar immer noch Braun-, Beige- und Schwarztöne, es gibt aber auch ausgefallenere Farben im Handel. Die Auswahl ist groß: Hosen mit und ohne Bund, eng oder weit geschnittene Modelle, schlicht oder aufwändig – für jeden Geschmack sollte etwas zu finden sein. Egal, ob es zünftig zugeht, ob man sich einfach nur gut fühlen will oder eine angesagte Party besucht: Mit einer gut sitzenden Lederhose kann man kaum etwas falsch machen! Abzuraten ist allerdings davon, diese Hosen mit anderen Kleidungsstücken aus Leder zu kombinieren, das wäre zu viel des Guten! Soll es edel sein, kann eine Samtweste einen reizvollen Kontrast bilden, zu rustikalen Modellen passen karierte Hemden oder Blusen und Strick geht fast immer! Man muss sich trauen, vieles auszuprobieren. Einiges, was man sich theoretisch kaum vorstellen kann, sieht vor dem Spiegel toll aus."

- Valeriya Licht / Modestylistin

Was ist beim Styling einer Lederhose für Frauen besonders wichtig?

"Eine Lederhose muss gut sitzen, darf nicht einengen und das Leder sollte sich angenehm anfühlen. Die verschiedenen Modelle (kurze Hose, 3/4 bzw. 7/8 Hose oder lange Hose) müssen zur Figur der Trägerin passen und diese vorteilhaft betonen. Fast nichts ist heute mehr unmöglich. Kombinieren Sie eine Lederhose gern mit High Heels oder mit bequemen Ballerinas, beides kann, je nach Anlass, durchaus passen. Zusammen mit einem Blazer, einem schicken Oberteil und einem leichten Tuch eignet sich die Lederhose auch fürs Büro oder für das Geschäftsessen. Eine legere Lederhose, zu der man einen lockeren Strickpulli trägt, wird zum absoluten Wohlfühl-Outfit.
Kombiniert mit einer lockeren Jacke in den entsprechenden Farben kann man sogar das eine oder andere Pfund wegmogeln. Beim Ausprobieren und beim Stilmix muss man natürlich auf die Stimmigkeit der Farben achten und sich überlegen, welche weiteren Accessoires das Outfit komplett machen können. Schmuck, Taschen und Schals eignen sich zum Ergänzen und Akzentuieren."

- Valeriya Licht / Modestylistin

Trachtenhochzeit



Durch ihren traditionellen Charakter und das festliche Aussehen sind Trachten ebenfalls ein geeignetes Outfit für eine Hochzeit. Besonders im Alpenraum ist die Trachtenhochzeit beliebt und findet in jeder Altersklasse Gefallen. Wichtig ist es, die Gäste in der Einladung darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Trachtenhochzeit handelt, um die Atmosphäre perfekt zu machen.

Wie unterscheiden sich Hochzeitstrachten von Braut und Bräutigam von den alltäglichen Trachten?

"Hochzeitstrachten unterscheiden sich unter Umständen gar nicht von einer alltäglichen Tracht, da diese Entscheidung ganz im Sinne des Brautpaares liegt. Man kann in der Tracht des Ortes heiraten, in der Farbe, die einem am besten zusagt und steht (nach der Farbtypologie), oder sich für ein rein weißes Brautkleid entscheiden. Immer mehr Dirndl-Designer richten sich auf Trachtendirndl aus und stellen rein weiße Dirndl her. Diese sind dann, je nach Stiltyp, mal mehr, mal weniger aufwändig gearbeitet. In den meisten Fällen möchte die Braut – wie bei einer alltäglichen Hochzeit auch - als Alleinstellungsmerkmal die einzige Frau “in Weiß” sein.
Für den Bräutigam gilt Ähnliches: Er kann sich farblich auf das Motto abstimmen, im Trachtenanzug oder sogar in Lederhose heiraten. Je nachdem, wie elegant oder rustikal die Hochzeit ausgerichtet werden soll. Lediglich auf eine kurze Lederhose sollte er verzichten, so wie auch das Brautkleid mindestens Midi-Länge sein sollte. Mini-Dirndl kommen als Brautkleid nicht in Frage. In der Regel ist das kirchliche Trachten-Outfit feierlicher, festlicher und in Weiß."

- Daniela Kerling / Typ-Stylistin



Worauf sollten Gäste bei einer Trachtenhochzeit besonders achten? Was sind echte Stilpannen?

"Zum ersten sollten Hochzeitsgäste natürlich in Tracht kommen. Da die Hochzeit ein feierlicher Anlass ist. So gilt auch hier, dass Damen eher ein Midi- als ein Mini-Dirndl bevorzugen sollten und sich auch beim Ausschnitt dezent zurückhalten dürfen. Mini-Dirndl sollten ausschließlich Mädchen und junge Frauen bis maximal 25 Jahre tragen. Sollte die Braut die Farbe ihres Kleides bekannt geben – wenn nicht weiß – wäre es ein weiteres Tabu, diese Farbe zu tragen.

- Daniela Kerling / Typ-Stylistin

Unsere Experten:

Carola Staudinger – Friseurin

Carola Staudinger erfüllt ihren Kunden in ihrem Salon in Wien persönlich alle Wünsche rund um das Thema Haar. Dass sich die Gäste bei ihr wohl fühlen, steht für sie an erster Stelle.

Christine Wegscheider – Friseurin

Seit April 2013 betreibt Christine Wegscheider ihren eigenen Salon im Wiener Freihausviertel. 20 Jahre Erfahrung als Stylistin und Trainerin fließen in die Arbeit mit ihren Kunden ein.

Sven König – Friseur

Sven König begleitete schon Teri Hatcher, Sarah Connor oder Verona Poth für Fotoshootings, Werbefilme und Eventstyling rund um die halbe Welt. 2008 kam der gebürtige Rheinland-Pfälzer nach Wien und betreibt seit 2013 seinen eigenen Salon.

Karl Josef Plasil – Friseur

Als Prokurist des traditionell geführten Familienunternehmens Ossig in der Wiener Innenstadt bemüht sich Karl Josef Plasil seit Jahren mit seinem Team um seine KundInnen.

Valeriya Licht – Modestylistin

Die Modestylistin und Visagistin Valeriya Licht bietet professionelle Farbberatung, Stilberatung, Make-up-Beratung, Brautstyling und Kleiderschrankchecks sowie Personal Shopping an. Das Besondere an ihren Leistungen ist, dass die Menschen die für sie richtigen Farben und den passenden Stil finden können und dadurch ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein betonen.

Anna Bingemer-Lehr – Stilberaterin

Anna Bingemer-Lehr beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Mode. Nach ihrem Modedesign-Studium in den USA arbeitete sie in unterschiedlichen Bereichen der Textilindustrie. Ihr empathischer sowie lösungsorientierter Beratungsansatz basiert auf ihrer leidenschaftlichen Neugierde auf Menschen und Mode.

Daniela Kerling –Typ-Stylistin

Seit Juli 2014 berät Daniela Kerling Frauen ganzheitlich als Typ-Stylistin. Als diplomierte Typ-Stylistin befasst sie sich mit den Themen Farbberatung, Stilberatung, Imageberatung, Visagistik, Make-up-Beratung, Personal Shopping und Hairstyling.

Regina Maass – Imageberaterin

Mit ihrer Firma Kolibri Image berät die Geschäftsführerin Regina Maass mit Erfahrung und Empathie zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen. Neben den klassischen Elementen der Farb- und Stilberatung und des Personal Shoppings führt Regina Maass als ausgebildeter Business-Coach äußere und innere Stimmigkeit zusammen. Unter Kolibri Campus bildet sie zur Beraterin aus, unter der Marke Color & Style konzipiert, produziert und vertreibt sie weltweit Beratermaterialien.

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