Garten Ratgeber: So gestalten Sie Ihre eigene, grüne Gartenoase

Einen Strauß frisch gepflückter Blumen und selbstgeerntetes Obst gefällig? Nichts geht über das erfüllende Gefühl, etwas Selbstgepflanztes zu ernten und ganze Sommertage werkelnd in der eigenen grünen Lunge zu verbringen. Bei der Bepflanzung, Gestaltung und Pflege des eigenen Gartens gibt es jedoch vieles zu bedenken. Welches Düngemittel ist das Richtige? Wann pflanze ich was an? Welche Gartengeräte können die Arbeit erleichtern? Der OTTO Ratgeber nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt Ihnen die wichtigsten Informationen mit auf den Weg. Ausgestattet mit dem erforderlichen Know-How, können Sie sich nach dieser Lektüre sofort in die Gartenarbeit stürzen!

Inhalt

  • Garten Allgemein
  • Bepflanzung
  • Gartengestaltung
  • Alternativen

Garten Allgemein

Boden

Um Ihre Pflanzen mit der geeigneten Blumenerde zu versorgen, sollten Sie sich zuerst einmal mit dem Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanzen beschäftigen. Manche wollen eine sehr reichhaltige Blumenerde (Tomaten, Chili), andere dagegen gehen an einer nährstoffreichen Erde zugrunde, wie z.B. Lavendel oder Thymian. Kennt man die Bedürfnisse seiner grünen Lieblinge, tut man sich beim Kauf der Erde leichter. Eigentlich reichen eine Blumenerde und eine Kräutererde aus, um gut durch das Gartenjahr zu kommen. Lediglich für Zitrusfrüchte, den Rhododendron oder Hortensien ist spezielle Erde notwendig, da diese auf sauren Boden angewiesen sind.

Diese Eigenschaften sollte eine gute Blumenerde mitbringen:

  1. Beim Öffnen des Erdensacks kommt Ihnen ein angenehm erdiger Duft entgegen. Die Erde im Sack ist feucht, aber nicht nass.
  2. Es befinden sich keine Plastikteile oder sonstigen Verunreinigungen in der Blumenerde.
  3. Die Erde hat eine lockere Struktur und fällt gut durch die Hände.
  4. Im Topf sackt die Blumenerde nach dem Angießen nicht zusammen, sondern saugt sich gut mit Wasser voll.
  5. Die Blumenerde ist torffrei und enthält keinen Kunstdünger.

Silvia Appel - Gartenexpertin

Gartenbloggerin Silvia Appel hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie bloggt seit 2013 erfolgreich auf „garten-fraeulein.de“ und ist für Gartenzeitschriften und Unternehmen der grünen Branche tätig. Silvia liegt es am Herzen, ihre Leser mit einfachen Tipps und DIY-Ideen ebenfalls für das Gärtnern zu begeistern. Das Lebensgefühl Garten und Balkon wird auf dem Blog wunderbar gezeigt.

Dünger

Um kräftig zu wachsen und Stärke zu erlangen, benötigen Pflanzen Mineralien und Nährstoffe. Sogar Rasen ist darauf angewiesen, um sich nicht zurück zu entwickeln und von Unkräutern bedrängt zu werden.

Dabei hat jede Pflanze einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf: Obst und Blühpflanzen müssen öfter gedüngt werden als Kräuter und Salate. Die beste Zeit zum Düngen ist während der Wachstumsperiode im Frühling und Sommer. Gerade im Frühjahr, bei milder Witterung, können Rosen, Rasen und Stauden erstmalig gedüngt werden. Ratsam ist, eine dünne Schicht Kompost in die Beete einzuharken. Wenn Sie Ihre Pflanzen zu einem anderen Zeitpunkt düngen, können diese nicht verholzen, sondern wachsen weiter und sind somit im Winter frostempfindlicher.

Pflanzen sollten mäßig und gezielt gedüngt werden, denn eine falsche, übermäßige Anwendung schadet sowohl den Pflanzen als auch der Umwelt. Viele Gärten sind überversorgt und enthalten mehr Phosphor und Kalium, als sie benötigen. Deswegen sei alle vier bis fünf Jahre zu einer Standard-Bodenuntersuchung geraten, um eine genaue Auskunft über Kalium-, Phosphor- und Kalkversorgung (pH-Wert) des Bodens zu erhalten und den Düngebedarf zu ermitteln.

Tipp: Übrigens wirkt auch Kaffeesatz als natürlicher Dünger für eine Vielzahl von Pflanzen und hält lästiges Ungeziefer fern.

Mineralische Dünger

Bei mineralischem Dünger handelt es sich um künstlichen, industriell hergestellten Dünger, meist in handelsüblichen Volldüngern auffindbar. Dessen Bestandteile sind chemische Salze, die teilweise in aufwendigen Verfahren synthetisch hergestellt werden.

Mineralischer Dünger ist schnell wirksam und eignet sich gut zum akuten Nährstoffausgleich, z.B. bei Magnesium- und Eisenmangel. Bei dessen Anwendung sollte sichergestellt sein, dass der Boden ausreichend mit Pflanzenresten bestückt ist, da sich sonst langfristig die Bodenstruktur negativ verändert.

Organische Dünger

Organische Dünger sind pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, bestehend aus natürlichen Rohstoffen. Dazu zählen beispielsweise Kompost, Pferdemist oder Hornspäne. Insbesondere Kompost und Mist beeinflussen das Bodenleben sowie die -struktur nachhaltig, Mikroorganismen im Boden wird dadurch Nahrung geboten. Die Wirkung organischen Düngers erfolgt kontinuierlich über längere Zeit.

Organisch-mineralische Dünger

Organisch-mineralischer Dünger ist eine Kombination aus organischen und mineralischen Düngebestandteilen. Diese Mischung enthält sowohl synthetische als auch natürliche Anteile. Sie ermöglicht eine schnelle Freisetzung von Nährstoffen und eine erhöhte Nährstoffkonzentration. Wie auch bei den anderen Düngerarten gilt, dass der Bedarf stets von den Bodenbedürfnissen abhängt.

Kompost

Indem man den Gartenboden bearbeitet und Obst und Gemüse erntet, gehen ihm Nährstoffe verloren. Um diese dem Boden wieder zuzuführen und für eine anhaltend gute Bodenqualität zu sorgen, eignet sich Humus: totes, organisches Material. Zahlreiche Mikroorganismen, Pilze und Kleinlebewesen sind an dem biochemischen Kreislauf „Pflanze - verrottetes organisches Material - Pflanze“ beteiligt und zersetzen die Abfälle.

Für einen mittelgroßen Garten (ca. 600-760 Quadratmeter) genügt eine Fläche von einem Quadratmeter, an einem möglichst halb im Schatten liegenden, windgeschützten Ort. Man kann den Kompost entweder selbst anlegen oder sich einen Kompostbehälter anschaffen.

Zuoberst sollte eine Schicht Erde liegen, damit der Kompost nicht austrocknet. Der Zersetzungsprozess dauert ca. sechs bis neun Monate, je nach Zusammensetzung und Temperatur. Um den Verrottungsprozess zu beschleunigen, kann Gesteinsmehl zum Komposthaufen hinzugefügt werden.

Der Komposthaufen sollte regelmäßig durchmischt, also umgesetzt, werden. Dabei wird das Material von innen nach außen, von oben nach unten und umgekehrt umgewälzt. Dies empfiehlt sich jedoch nicht im Winter, da er als wichtiger Brutort für zahlreiche Insekten, Würmer und Larven und als Winternest für z.B. Igel gilt.

Was gehört in den Kompost, was nicht?

Dos Don'ts
Holzabfälle Hausabfälle
Lebensmittelreste Fleisch
Garten- und Pflanzenabfälle kranke Pflanzenteile
Rasenschnitt Eierschalen

Den eigenen Kompost als Düngemittel zu verwenden, ist nicht nur günstig, sondern auch praktisch und wird im wahrsten Sinne des Wortes Früchte tragen. Dabei ist wichtig, dass nur „frische“ Abfälle auf den Kompost kommen und nichts, was schon länger in der Küche vor sich hin schimmelt.

Was absolut nichts auf dem Kompost zu suchen hat, sind gekochte Speisereste, synthetische Materialien wie Plastik, Haushaltsmüll und Steine. Achtung: Finden sich Fleischreste im Kompost, werden sich dort alsbald Ratten zum Festschmaus einfinden.

Durch eine optimale Mischung, indem beispielsweise nicht immer die gleichen Abfälle auf die gleiche Stelle gelegt werden, fördern Sie die Herstellung eines fruchtbaren, humusreichen Düngers.

Bewässerung

Damit Ihre Pflanzen den ganzen Sommer hindurch erblühen und der Rasen saftig grün bleibt, ist nachhaltiges Wassermanagement unerlässlich. Lesen Sie hier die acht wichtigsten Tipps zum Gießen:

  1. Besser selten, aber dafür durchdringend gießen. So gewöhnen Sie Ihre Pflanzen auch an kleinere Durststrecken und machen sie widerstandsfähiger.
  2. Nur den Boden und nicht das Laub gießen. Sonst droht Pilzbefall.
  3. Gießen Sie langsam und mit feinporigem Brausemundstück, damit das Wasser nicht oberflächlich abläuft.
  4. Kübel- und Topfpflanzen müssen gewässert werden, bis sich das Wasser in dem Untersetzer sammelt und den gesamten Topf durchdrungen hat. Nach einigen Stunden diesen leeren, sonst droht durch Dauernässe Wurzelfäule.
  5. Bewässerungssysteme sparen nicht nur Zeit und Geld, sondern eignen sich auch perfekt für die Urlaubszeit.
  6. Sprenkeln Sie anfangs nur etwas Wasser über das Beet und lassen es versickern. Danach wird normal gegossen. Durch das vorherige Anfeuchten dringt das nachfolgende Wasser besser in die Erde ein.
  7. Der Gartenschlauch sollte stets im Sprengermodus und leicht schräg nach oben gehalten werden. Nie direkt auf die Pflanzen zielen, da ansonsten Wurzeln freigelegt und den Blättern und Verästelungen Schaden zugefügt werden kann.
  8. Frisch gesäte Pflanzen brauchen mehr Wasser als alt eingesessene, da sie ihre Wurzeln erst noch ausbilden müssen.

Katja Hildebrand, Gartenexpertin

Seit dem Frühjahr 2013 lässt Katja Hildebrandt auf ihrem Gartenmagazin „Gartenzauber“ Hobbygärtner und Gartenfreunde mit praktischen Tipps, Gestaltungsideen, Pflanzenportraits, Dekotipps oder leckeren Rezeptideen an ihrer Freude am Gärtnern teilhaben. In zwei Gewächshäusern kultiviert sie Tomaten in allen Farben und Größen und in ihren mittlerweile zehn Hochbeeten wachsen unter anderem Karotten, Bohnen, Knoblauch oder Rote Bete besonders schnell und ertragreich.

Tipp: Fangen Sie Regenwasser auf, um Ressourcen und Geld zu sparen und nutzen Sie dieses zur Bewässerung. Dieses bekommt den Pflanzen ohnehin besser, da Leitungswasser oftmals viel Kalk enthält, was nicht alle Gartenpflanzen sonderlich mögen.


Pflanzen schneiden

Damit eine Pflanze langfristig gesund wachsen kann, ist regelmäßiges Schneiden unabdingbar. Eine gut beschnittene Pflanze ist Voraussetzung für einen starken Austrieb im Folgejahr und schützt vor frühzeitiger Verkahlung. Wann genau die perfekte Zeit zum Beschneiden einer Pflanze ist, hängt meist von ihrer Blütezeit ab. Meist ist es entweder der Herbst oder das Frühjahr.

Im Frühjahr können zunächst erfrorene und abgestorbene Blütenstände von Stauden und Gräsern zurückgeschnitten werden. Auch Stauden sollten erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden, da in ihnen viele nützliche Insekten überwintern.

Im Herbst ist der Rückschnitt ratsam, weil er das Wachstum und die Entwicklung junger neuer Triebe im nächsten Jahr unterstützt. Dennoch ist zu dieser Jahreszeit etwas mehr Zurückhaltung geboten, schließlich müssen Ihre Pflanzen den frostigen Winter überstehen und sind froh über ein schützendes Blätter-, Halm- und Blütenmeer.

Das Ausputzen, also das Entfernen vertrockneter Blüten, kann jederzeit stattfinden, sobald die Blüte welk ist. Nicht notwendig ist dies, wenn Sie gerne mehr Samen für das nächste Jahr ernten möchten.

Wann schneide ich was zurück?

Frühling Sommer Herbst
Himbeeren Fächerspaliere, Wanderspaliere Brombeeren
Sommerflieder Rote Stachelbeeren und Johannisbeeren Spät Früchte tragende Pflaumenbäume
Im Spätsommer und Winter aufblühende Sträucher Kirschbäume Weigelie
Rosen Pfirsichbäume Gartenhibiskus
Sommerblühende Obstbäume Ggf. Obstgehölze Hecken

Wenig ratsam ist es, im Winter Pflanzen zu beschneiden, da diese sonst absterben oder erfrieren können. Nur einige wenige, extrem winterharte Sträucher und Bäume können dem standhalten.

Was Hecken betrifft, ist es vollkommen ausreichend, diese ein- bis zweimal im Jahr zu schneiden. Lediglich Formhecken sollten regelmäßig getrimmt werden. Schneiden Sie die Hecken am besten trapezförmig, damit auch Triebe in unteren Bereichen Sonnenlicht aufsaugen können.

Wer die Hecke mit einer elektrischen Heckenschere frisieren möchte, sollte dies am besten im Herbst tun. Bevor Sie sich ans Stutzen machen, sollten Sie jedoch sorgfältig kontrollieren, ob sich nicht etwa Brutnester in der Hecke befinden. Der radikale Heckenschnitt ist aufgrund des Vogelschutzes von März bis Ende September verboten.

Tipp: Abgeschnittenes Gehölz und Laub gerne weiterverwerten und in den Kompost geben, wenn ein solcher vorhanden ist.

Pflanzenschutz

Schädlinge

Sie verbreiten sich schnell, sind gefräßig und können im Extremfall zum Absterben einer Pflanze führen: Schädlinge wie beispielsweise Blattläuse.

Vorbeugen können Sie Blattlausbefall, indem Sie für eine möglichst breite Variation in Ihren Beeten in Form von Mischkulturen sorgen, anstatt in großen Mengen gleichartige Pflanzen anzubauen. Eine regelmäßige Kontrolle der Beete ist angebracht. Solange stets auch Nützlinge in Ihrem Garten eine Brutstätte finden, haben Sie sich überdies hervorragende Blattlausjäger zu Hilfe geholt.
Aus diesem Grund ist bei chemischen Hilfsmitteln Vorsicht geboten. Zwar sind diese äußerst effektiv, jedoch schaden sie auch Nützlingen wie Marienkäfern, deren Werken im heimischen Garten bewahrt werden sollte. Zudem würden chemische Insektizide die Früchte von Erntepflanzen für geraume Zeit ungenießbar machen.

Neben Blattläusen zählen Würmer, Schnecken, Zecken, Raupen und bestimmte Käfer zu den häufigsten Schädlingen.

Mit diesen natürlichen Methoden können Sie am besten gegen die unerwünschten Plagegeister vorgehen:

  1. Flüssigkeit: Übergießen Sie die beschädigte Pflanze mit schwarzem Tee oder kaltem Kaffee. Nutzen Sie alternativ einen Sud aus Brennnesseln, Kaffeesatz und Wasser. Für langfristigen Erfolg muss diese Methode einige Male wiederholt werden. Bei vereinzelten Pflanzen kann es bisweilen schon reichen, sie mit einem festen Wasserstrahl zu übergießen.
  2. Netze: Engmaschige Netze verhindern, dass beispielsweise Kohlweißlinge und Gemüsefliegen Ihrer Saat zu nahe kommen.
  3. Düfte: Sie ahnen nicht, wie schnell sich eine Schnecke plötzlich verkriechen kann, sobald sie auf stark riechende Kräuter wie Rosmarin oder Thymian stößt.
  4. Bohnenkraut: Ein wirksames Mittel gegen Blattläuse ist Bohnenkraut. Setzen Sie es in regelmäßigen Abständen zwischen die von Schädlingen befallenen Pflanzen. Dies schreckt die Blattläuse ab.

Pflanzenteile, die von Schädlingen befallen sind, lassen sich leicht mit der Schere entfernen. Jedoch ist dies nicht immer empfehlenswert, denn durch das Entfernen der Blattmasse lässt die Entwicklung der Pflanze nach. Letztlich wird sie dadurch wieder anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.

Maulwurf loswerden

Töten oder jagen dürfen Sie ihn nicht, denn der Maulwurf steht unter Artenschutz. Einen durchlöcherten Garten voller Hügel möchte trotzdem niemand haben. Glücklicherweise gibt es einige einfache Mittel, wie Sie Ihren Rasen vor den wühlfreudigen Eindringlingen schützen können.

  1. Lärm: Der Maulwurf hat gerne seine Ruhe. Wenn Ihre Kinder im Garten herumtollen, wird dieses schon sein Übriges tun. Ansonsten kann es helfen, Flaschen mit der Öffnung nach oben in die Erde zu graben. Der Wind, der über die Flaschenöffnung streicht, verursacht Geräusche, die dem Maulwurf gar nicht behagen.
  2. Düfte: Gießen Sie in seinen Tunnel ein Gemisch aus Buttermilch und Molke oder Wasser und zerdrückte Knoblauchzehen. Alternativ machen dem unliebsamen Nachbarn auch saure Milch, saurer Joghurt, Pflanzenjauchen aus Brennnesseln oder Wermut und Haarbüschel den Garaus.

Die Wirkung von Schallwellen wird von einigen Gärtnern gerühmt, ist jedoch umstritten.

Nager loswerden

Wühlmäuse bedienen sich in Ihrem Garten an Nutzpflanzen wie Möhren und Sellerie, aber auch Tulpenzwiebeln, Blumen, Rosen und der Rinde von Wurzeln. Dass eine Wühlmaus zugange war, bemerken Sie daran, dass die Wurzeln Ihrer Pflanze komplett abgefressen sind und sie dadurch einsackt.

Genauso wie Maulwürfe reagieren auch Wühlmäuse empfindlich auf bestimmte Dinge:

  1. Haarreste
  2. Wühlmausgas
  3. Fischreste
  4. Knoblauchzehen
  5. Nussbaum
  6. Holunder
  7. Seifenlauge

Eine Alternative sind Kastenfallen: Reinigen Sie die Falle möglichst gründlich mit einem geruchsneutralen Reinigungsmittel und Handschuhen (Nager sind geruchsempfindlich) und legen Sie einen Köder wie z.B. Apfelstücke in die Falle. Sobald der Nager festsitzt, sollten Sie ihn mindestens 1,5 Kilometer entfernt von Ihrem Grundstück aussetzen. Wenden Sie die Fallen erst an, wenn Sie sicher sind, dass sich in Ihrem Garten Nager und keine Maulwürfe befinden.

Vorsicht: Sowohl Maulwürfe als auch Wühlmäuse werfen Erdhügel auf! Der Maulwurf jedoch ernährt sich überwiegend von Regenwürmern, Insekten und Larven und steht unter Artenschutz, wohingegen Wühlmäuse Ihren Pflanzen gezielt an den Stängel gehen.

Entsorgen Sie stets gründlich Ihre Essensreste, um auch Ratten fernzuhalten. Schon ein geschlossener Kompostbehälter kann hier Wunder wirken.

Nützlinge

Im Gegensatz zu Maulwürfen und Nagern, die niemand in seinem Garten sehen mag, gibt es die sogenannten Nützlinge: Tiere, die, sei es als Bestäuber oder Vertilger, wichtige Helfer im fruchtbaren Garten darstellen. Als die wohl bekanntesten gelten die „fleißigen Bienchen“, die wichtig für die Bestäubung von Pflanzen und Obstbäumen sind, oder auch Schmetterlinge. Aber auch auf dem Boden treiben sich allerlei nutzbringende Insekten herum, die die Humusbildung fördern.

Mistkäfer beispielsweise fördern einen fruchtbaren Boden, indem sie Mist beseitigen; Fliegenmaden wiederum ernähren sich von Aas. Auf der Speisekarte von Spinnen, Marienkäfern, Raubwanzen, Schwebfliegen und auch einige derer Larven stehen Blattläuse ganz oben.

Mit einer vielseitigen, abwechslungsreichen Gestaltung Ihres Gartens sorgen Sie dafür, dass die Nützlinge sich bei Ihnen wohl fühlen: Legen Sie einen kleinen Teich an, richten Sie eine Ecke mit einem unberührten Blätterhaufen ein, kurzum: Halten Sie Ihren Garten so natürlich wie möglich.

Unkraut

Unkraut breitet sich in der Regel auf Flächen aus, die nicht dicht von Pflanzen besiedelt sind. Damit der Konkurrenzkampf um Wasser und Platz zugunsten der von Ihnen angebauten Pflanzen ausgeht, ist die Unkrautbekämpfung für Ihre Pflanzen unumgänglich. Denn das unerwünschte Gewächs bedroht die Gesundheit Ihrer Pflanzen, entzieht ihnen Mineralien und Nährstoffe und macht ihnen zugleich den Lebensraum streitig. Das ganze Ausmaß ist dabei nicht immer sichtbar, denn auch unterirdisch breitet sich Unkraut in der Erde mit seinem Wurzelwerk aus.

Beginnen sollten Sie mit dem Unkrautjäten, bevor die Pflanzen Blüten treiben. Kommen Sie also der Samenbildung zuvor: Schneiden Sie Knospen vor der Samenreife weg und entsorgen Sie Unkraut am besten im Restmüll, nicht auf dem Kompost.

Die ganz klassische Methode besteht darin, die Pflanzen einzeln herauszureißen. Bei Samenkräutern ist dies kein Problem, auch Brennnesseln, Giersch, Ackerdistel und Spitzwegerich lassen sich einfach per Hand oder auch Spaten entfernen. Wurzelunkräuter hingegen müssen meist komplett ausgegraben werden.

Hier finden Sie die gängigsten Methoden, das Unkrautwachstum zu hemmen:

  1. Mulchschicht/Rindenmulch: Decken Sie den Boden zwischen den Pflanzen mit einer Schicht Mulch ab. Alternativ lassen sich auch Holzspäne, Kompost oder Stroh verwenden. Gut geeignet ist dies insbesondere für Sträucher und Bäume. Da Mulch dem Boden jedoch Nährstoffe entzieht, sollte dieser nach Verteilen des Mulchs öfter gedüngt werden.
  2. Fugenkratzer: Mit diesem Werkzeug rücken Sie Unkräutern, die aus den Fugen von Wegplatten herausragen, zu Leibe. Mit einem Fugenkratzer oder Messer kommen Sie an diese Zwischenräume heran und können sie so beseitigen.
  3. Bodendecker: Pflanzen Sie Bodendecker, wenn Sie nicht ständig auf allen Vieren gegen das Unkraut ankämpfen möchten. Hierfür eignen sich beispielsweise Immergrün, Efeu, Golderdbeere, Maiglöckchen und Storchschnabel. Mit der Zeit verbindet sich das Angepflanzte zu einem dichten Pflanzenmeer und sieht auch noch schön aus.
  4. Unkrautvlies: Verlegen Sie Unkrautvlies, damit Unkraut nicht ungehemmt auf Ihren Beeten wachsen kann und die Feuchtigkeit im Boden gewährleistet ist. Verteilen Sie das Vlies im Beet bereits vor dem Bepflanzen.
  5. Unkrautstecher: Stoßen Sie damit tief in die Erde vor, damit Sie die Pflanze einschließlich Wurzeln und Ausläufer erfassen. Wenn Sie nur die aus dem Boden herausschauende Pflanze, nicht aber die Wurzeln entfernen, wird sich das Unkraut weiterhin einen Weg bahnen. Stechen Sie nah neben der Pflanze in den Boden. Rütteln Sie den Boden locker auf und beseitigen Sie die Pflanze.

Chemische Präparate greifen den Stoffwechsel der Unkrautpflanzen an. Wenn Sie solche zur Unkrautbekämpfung verwenden, sollten Sie vorher sicherstellen, dass der Boden ausreichend gedüngt, feucht und warm ist und das jeweilige Mittel für Ihre Ziele zweckmäßig ist. Beachten Sie zudem, dass das Anwenden von Unkrautbekämpfungsmitteln auf Plätzen, Garageneinfahrten und Wegen verboten ist, da die Gefahr besteht, dass diese in Gewässer gelangen.

Tipp: Timing ist alles – Beginnen Sie mit dem Jäten nach einem ausgiebigen Regenschauer. Die aufgelockerte, weich-feuchte Erde erleichtert Ihnen das Herausziehen und Entfernen des Unkrauts.

Rasen Unkraut breitet sich auf dem Rasen auf, wenn keine optimalen Wachstumsbedingungen herrschen und beispielsweise Nährstoffmangel herrscht. Die Folgen sind ein sehr eingeschränktes Wachstum sowie Lücken, die sich auftun. Im Extremfall kann der Rasen gar verdorren. Deshalb ist es wichtig, ihn regelmäßig zu lüften, mähen, vertikutieren und nachzusäen. Auch kontinuierliches Kalken und Düngen kann vorbeugend wirken.
Rasenunkraut braucht jede Menge Licht, um gut zu gedeihen. Wenn Sie nicht tiefer als vier Zentimeter mähen, werden Unkrautsamen von Gräsern beschattet und die Keimung somit vereitelt. Es lohnt sich zudem, in hochwertiges Rasensaatgut zu investieren. Dieses entwickelt einen dichten Wurzelteppich, der die Ansiedelung von Unkraut erschwert.

Gartengeräte

Gemäß dem Motto „Ohne Fleiß kein Preis“ beansprucht ein Garten viel Pflege und Zuwendung. Schneidarbeiten müssen regelmäßig durchgeführt, die Erde gelockert und Unkraut gejätet werden, damit die Pflanzen sich bestmöglich entwickeln und ihr Wachstum nicht gehemmt ist.

Welches Werkzeug das Richtige ist, hängt dabei von vielen Faktoren ab: Budget, Zeitaufwand und Größe der Rasenfläche. Jedoch lohnt es sich hier, in qualitativ hochwertige Arbeitsmittel zu investieren, um langfristig effektiv zu arbeiten. Für das kleine Portemonnaie oder anlässlich gelegentlicher Arbeiten gibt es Verleihstellen, die Gartenwerkzeuge zur Miete bereitstellen.

Hier eine Auswahl an Gartengeräten, mit denen sich Ihr Arbeitsaufwand gezielt reduzieren lässt:

Gartengerät Einsatzort Funktion
Rasenmäher Rasen Rasenpflege
Vertikutierer Rasen Rasenpflege
Heckenschere Hecke Schnittarbeiten
Schaufel, Spaten Beete Bodenbearbeitung
Gartenschere Pflanzen Schnittarbeiten
Grabgabel, Sauzahn Boden Bodenlockerung
Schubkarre, Eimer Gesamter Garten Transport
Hacke Beete Unkrautbeseitigung, Bodenbearbeitung
Harke Boden Bodenbearbeitung, Beseitigung von Laub, Grasschnitt
(Fächer-) Besen Wege, Terrasse, Auffahrt Bodenbearbeitung, Beseitigung von Laub, Grasschnitt
Säge Äste Grobe Schnittarbeiten
Gartenschlauch, Gießkanne Gesamter Garten Bewässerung
Schneeschaufel/-schieber Gehwege Beseitigung von Schnee

Bepflanzung

Rasenpflege

Niemand möchte kleine gelbe Stoppelgräser in seinem Garten, die ihre Halme halb verwelkt der Sonne entgegenrecken. Wer regelmäßig seinen Rasen mäht, düngt und vertikutiert, beugt diesem Szenario vor. Ab März ist es an der Zeit, sich den Rasen vorzunehmen und zwar ab einer Höhe von acht Zentimetern. Denn regelmäßiges Mähen sorgt für eine hohe Dichte des Grases und lässt es den Sommer besser überstehen. Generell sollte der Rasenschnitt auf Anraten des Umweltbundesamtes (UBA) in der Hauptwachstumszeit zwischen März und Oktober wöchentlich anfallen.

Die ideale Schnittlänge beträgt bei normaler Witterung drei bis vier Zentimeter. Bei einer Grashöhe zwischen sieben und zehn Zentimetern lautet das Stichwort: Rasen mähen. Im Hochsommer darf das Gras ruhig etwas höher wachsen, da es in Trockenzeiten ansonsten ausbrennt.

Nebst Mähen stehen Vertikutieren und Düngen auf der To-Do-Liste. Schließlich möchte niemand, dass Moos und Unkraut die eigenen Bemühungen zunichtemachen. Beim Vertikutieren, eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen für einen gesunden Rasen, ritzen spezielle Gartengeräte mit Messern die Grasfläche drei bis zehn Millimeter tief an, um Filz und Unkraut auszukämmen. Dies beseitigt Moos und verhilft dem Rasen zum „Atmen“. Die beste Zeit dafür ist das späte Frühjahr.

Im Herbst empfiehlt es sich, regelmäßig Laub zu rechen, damit sich keine Pilze unter dem feuchten Blättermeer ausbreiten. Der Winter ist besonders unkompliziert: In dieser Zeit ruht der Rasen und sollte nach dem ersten Frost möglichst nicht betreten werden, damit keine Halme abbrechen. Wie für das Pflanzen und Anbauen selbst ist ein gut vorbereiteter Untergrund, sprich Boden, das A und O eines grünen, gesunden Rasens. Durch die regelmäßige Zugabe von Dünger wird eine ausreichende Nährstoffversorgung gewährleistet.

Blumenbeet anlegen

Das Anlegen von Blumenbeeten gehört wohl zu den schönsten Aufgaben im Garten. Mithilfe eines „Moodboards" werden Wünsche für das neue Beet gesammelt: Pflanzen, Blühfarben, Blattstrukturen, Stil und Deko-Objekte. Sammeln Sie aus Gartenzeitschriften und Ratgebern alles, was Ihnen gefällt!

Bevor es losgeht, werden verschiedene wichtige Faktoren überprüft: Wie ist das Beet ausgerichtet, wann hat es Sonne und wie lange, wie ist der Boden, eher trocken oder nass?

Es gibt für jede Art von Boden die richtigen Pflanzen. Lassen Sie sich beraten und informieren Sie sich auch über die Größen und Blütezeiten der Pflanzen. Eine „gemischte Rabatte" mit Ziersträuchern, Rosen, Immergrünen wie Buchsbaum oder Eibe, Stauden, einjährigen Sommerblumen und Zwiebelblumen garantiert eine große Vielfalt und Blütezeit von Februar bis November.

Pflanzen Sie zuerst Sträucher, Rosen und Immergrüne. Sie bilden das Gerüst einer Pflanzung. Stauden und Einjährige gelten als Begleitpflanzen, sie sollten in größeren Gruppen (immer drei, fünf, ... pro Sorte) gepflanzt werden, damit das Gesamtbild nicht zu unruhig wirkt.

Tipp: Betrachten Sie während der Pflanzung Ihr neues Beet aus verschiedenen Blickwinkeln, damit alles stimmig wird.

Kathrin Kock, Gartenexpertin

Seit 2008 bietet Kathrin Kock Gartentouren zu sehenswerten Gärten an, stellt Garten-Keramiken in ihrer Werkstatt her und plant Kundengärten. Sie schreibt eine Gartenkolumne für nordLIFE, einem Magazin der Dithmarschener Landeszeitung. In ihrem Blog „www.kathrinsgarten.de“ berichtet die leidenschaftliche Pflanzenliebhaberin seit 2012 über ihren Garten, Gartengestaltung und gibt Tipps zu aktuellen Gartenthemen. Mit ihrer Familie lebt und gärtnert sie in Meldorf in Schleswig-Holstein.


Pflegeleichte Gartenpflanzen

Oft lassen Arbeit und Familienalltag ausgiebige Arbeiten im Garten nicht zu. Glücklicherweise gibt es eine reiche Auswahl an Pflanzen, die wenig Pflege bedürfen und trotzdem ein wunderschönes Farbspiel im Beet erzeugen. Wenn Sie verschiedene Gewächse einsetzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, sichern Sie sich den ganzen Sommer hindurch ein buntes Blumenmeer

Lesen Sie hier nach, welche Pflanzen besonders pflegeleicht sind und welche Gartenpflanze wann blüht.

Kletterpflanzen-anlegen

Kletterpflanzen sind die perfekte Möglichkeit, einen tristen Schuppen oder eine wenig einladende Hauswand zu einem echten Hingucker zu machen. Wichtig ist, dass sie sich genügend ausbreiten können und der Boden wasserdurchlässig, humus- und nährstoffreich ist. Die meisten Schling- und Kletterpflanzen bevorzugen einen halbschattigen oder sonnigen Standort. Die Clematis, Kletter-Hortensien und die Große Pfeifenwinde mögen es eher schattig, wohingegen sich Trompetenblumen, der Blauregen und das Duft-Geißblatt zur Sonne hingezogen fühlen. Mischen lassen sich Kletterpflanzen (z.B. Wilder Wein und Efeu, Clematis und Kletterrosen) unter der Bedingung, dass sie die gleichen Standortvoraussetzungen erfüllen und die eine die andere durch rasches Wachstum nicht bedrängt. Eine separate Kletterrose wiederum kommt am besten einzeln an einem Holzspalier zur Geltung. Vor dem Anpflanzen sollte Ihnen klar sein, dass beispielsweise Efeu sehr stark wächst und bereits in wenigen Monaten Ihre ganze Hausfassade bedecken kann.

Nutzgarten

Tomaten anpflanzen

Tomaten können schon im April/Mai ins Freiland. Wer ganz auf Nummer sichergehen will, der wartet bis Mitte Mai, denn bei Temperaturen um oder unter Null erfrieren Tomaten.

Wer selber aussät, muss Ende Februar/Anfang März auf der Fensterbank vorziehen. Bei mir sind es in diesem Jahr die birnenförmigen Cherrytomaten „Yellow Submarine“, die in großen Trauben wachsen, dann „Dorenia“, eine Roma-Tomate und „Matina“, die schon sehr früh Mitte/Ende Juni geerntet werden kann.

Natürlich lassen sich auch in der Gärtnerei des Vertrauens vorgezogene Pflanzen kaufen, die dann gleich nach draußen dürfen. Tomaten mögen sonnige Plätzchen und haben eine Abneigung gegen viel Regen bzw. gegen ständig nasse oder feuchte Blätter. Dann hat nämlich ein Pilz leichtes Spiel, der die Kraut- und Braunfäule verursacht.

Ein paar meiner selbst gezogenen Jungpflanzen habe ich bereits verschenkt - in hübschen Tontöpfen mit selbst gemachten Pflanzensteckern. Denn Tomaten gehen nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon. Ein stylischer Hingucker: Tomaten in einem alten Reissack pflanzen.

Sabine Anne Lück, Gartenexpertin

Sabine Anne Lück ist leidenschaftliche Gärtnerin und arbeitet als freie Journalistin und Texterin. Beides verbindet sie seit 2015 ganz wunderbar in ihrem Gartenblog „Tage im Garten“Sie schreibt sehr persönlich über alles, was sie am Garten liebt: pflanzen, gestalten, selbermachen und genießen. Gärtnerische Probleme werden immer mit einem Augenzwinkern betrachtet und es gibt handfestes Gartenwissen, schöne Do-it-yourself-Deko-Ideen und Anleitungen.


Obstanbau

Welch schöner Gedanke, einfach im eigenen Garten einen Apfel zu pflücken, gänzlich unbehandelt und frisch, und sich damit den Weg zum Supermarkt zu sparen. Während des gesamten Jahres trägt der Obstbaum zu einer schönen Umgebung im Garten bei und zieht willkommene Besucher wie Hummeln und Bienen an.

Beim Anbau von Obstbäumen sind einige Kriterien zu beachten, u.a. Standortwahl, Reifezeit und Fruchtfolge. Die beste Zeit, um Obstbäume zu pflanzen, ist von Mitte Oktober bis Dezember und im Frühjahr im März und April. Der Vorteil im Herbst ist, dass die Bäume zu diesem Zeitpunkt genügend Zeit haben, um neue Wurzeln zu bilden.

Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, sollten Sie nicht unterschätzen, wieviel Platz der Obstbaum möglicherweise benötigt. Eine Krone von bis zu zehn Meter Durchmesser ist da durchaus realistisch.

Grundsätzlich sollte die Erde sehr nährstoffreich sein und einen hohen Humusanteil haben: Ist sie zu sandig, kann sie mit Humus ausgebessert werden. Fügen Sie der Erde mindestens zweimal jährlich Kompost bei, um den Nährstoffbedarf zu sättigen, und achten Sie darauf, dass kein Unkraut in der Umgebung des Baumes wuchert. Den Obstbäumen sollte auf der ausgewählten Fläche stets genug Sonnenlicht zuteilwerden, damit die Früchte während der Reifezeit gut gedeihen.

Einige Bäume können sich selbst befruchten, andere nicht. Letztere sind auf einen Bestäuberbaum in unmittelbarer Nähe angewiesen. Überdies steht immer nur eine bestimmte, passende Sorte als Bestäuber zur Verfügung. Es darf nicht dieselbe Sorte sein, die Sie angepflanzt haben. Erkundigen Sie sich gut, unter welchen Bedingungen Ihr Obstbaum am besten gedeiht und wie Sie ihm angesichts der Klima- und Witterungsbedingungen gerecht werden können. Besonders gängige Obstsorten:

  1. Äpfel: Den Apfel, mitunter am meisten angebaut und verzehrt, gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten. Je nach Reifezeitpunkt werden sie als Sommer-, Herbst- oder Winteräpfel betitelt. Der Boden sollte nicht zu feucht und verdichtet sein. Zudem sollte der Baum genug Platz haben, mindestens drei Meter Abstand zwischen Apfelbäumen ist angemessen. Denken Sie daran, dass viele Sorten sich nicht selbst befruchten können. Daher ist es wichtig, dass in der Nähe des Apfelbaumes eine Bestäuberpflanze steht, die zur gleichen Zeit blüht. Frühjahr und Herbst sind die beste Zeit, Apfelbäume anzubauen. Der Schnitt sollte im Herbst nach der Ernte angesetzt werden.
  2. Süßkirschen: Süßkirschen gibt es in zig Sorten, manche tragen früher (Mai), manche später (Juli) Früchte. Sie sind pflegeleicht und anspruchslos, gedeihen jedoch an sonnigen, warmen Orten besonders gut. Damit der Kirschbaum genügend Nährstoffe erhält, sollte der Boden warm, durchlässig, leicht feucht und humusreich sein. Pflanzen Sie Kirschen nicht an Stellen, an denen bereits ein Kirschbaum gestanden hat. Frühzeitige Vergreisung oder eingeschränktes Wachstum sind sonst die Folge. Der optimale Anbauzeitpunkt ist der Herbst.
  3. Birnen: Dieses Obst ist empfindlicher als anderes und bedarf somit besonderer Pflege. Es benötigt etwas mehr Wärme als Äpfel, gleichzeitig mag es die Birne halbschattig. Der Boden sollte kalkarm, nicht zu feucht und sauer, sondern tiefgründig sein. Da er viele Nährstoffe benötigt, sollten Sie den Birnbaum regelmäßig düngen. Nutzen Sie einen Pfahl zur Stütze. Je nach Sorte werden Birnen zwischen Ende August und Oktober reif. Eine gute Zeit zum Anpflanzen sind Frühjahr und Herbst.
  4. Pflaume: Die Pflaume mag es sonnig und windgeschützt, eine Ausrichtung nach Süden ist somit nicht verkehrt. Obwohl sie sich gut anpassen kann, ist der ideale Boden kalkhaltig, feucht und humusreich. Wer nur wenig Platz im Garten hat, sollte einen selbstbefruchtenden Baum in Erwägung ziehen. Gut zu pflanzen ist der Pflaumenbaum im späten Herbst bis zum Frühjahrsbeginn. Je nach Sorte reicht die Erntezeit bis in den späten Herbst hinein.

Wer wenig Platz im Garten hat oder nach Ergänzungen sucht, ist mit Beeren gut beraten. Diese sind platzsparend und wachsen gut erreichbar an Sträuchern. Für eine reiche Ernte taugen hierzulande Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren.

Tipp: Spannen Sie zum Schutz ein Netz über die Sträucher, damit Vögel sich nicht vorweg an Ihrer Ernte bedienen.

(Bild: © Panja Heymann/Mein-Pflanzenblog.de)

Kräutergarten anlegen

Es gibt eine Vielzahl an Kräutern, die regelmäßig zum Würzen und Verfeinern verschiedener Speisen verwendet werden. In Kräuterspiralen, Kübeln oder Beeten können sie auf vielfältige Weise angelegt werden.

Einige Kräuter ziehen die Sonne vor, andere den Schatten. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass sich die jeweiligen Kräuter vertragen und unbedarft in direkter Nachbarschaft gepflanzt werden können. Kräuter wie Liebstöckel, Salbei oder Melisse benötigen viel Platz. Sie wachsen sehr schnell, breiten sich umfangreich aus und nehmen dadurch anderen Kräutern das Licht. Schnittlauch, Estragon und Zitronenmelisse hingegen, um nur einige wenige zu nennen, können problemlos in einem Topf gepflanzt werden.

Beim Gießen sollte beherzigt werden, dass sich im Topfboden keine Staunässe bildet. Damit dies nicht geschieht, besteht die Möglichkeit, in den Topfboden Löcher zu bohren. Hilfreich sind auch häufig Gefäße aus Terrakotta oder aus Ton, da diese Feuchtigkeit speichern und an die Kräuter abgeben. Aber auch eine dicke Sandschicht oder Rindenmulch beugen Austrocknung vor.

Ein Kräutergarten lässt sich ganz individuell gestalten. Meist wird er mit Kräutern bepflanzt, die regelmäßig zum Kochen verwendet werden. Die bekanntesten sind Basilikum, Petersilie, Oregano, Rosmarin, Schnittlauch und Salbei. Nebst allgemein bekannten Kräutern finden sich in einem Kräutergarten auch Thymian, Melisse, Majoran, Kerbel, Liebstöckel oder Minze. Die verschiedenen Kräuter verbreiten nicht nur einen angenehmen Geruch im Garten, sie sorgen auch für eine ansprechende Optik.

Panja Heymann, Gartenexpertin

Der Blog „Mein-Pflanzenblog“ wurde von Panja Heymann alias „Lilly“ ins Leben gerufen. Der erste Eintrag wurde im Mai 2011 online gesetzt. Nach ganzen sechs Jahren freut sie sich, sagen zu können, dass ihr das Schreiben weiterhin viel Spaß macht und die Beiträge einen echten Mehrwert für ihre Leser bieten. Das Themengebiet erstreckt sich über Beiträge zu verschiedensten Pflanzen, Aussaat- und Anzuchttipps, sowie jede Menge hilfreicher Beiträge zu Pflanzen und Garten im Allgemeinen.

Mischkultur

Mit einer Mischkultur, ein Nebeneinander verschiedener Pflanzen, können Sie den Ihnen zur Verfügung stehenden Boden optimal nutzen. Denn das wilde Durcheinander im Beet schafft nicht nur Abwechslung, sondern beeinflusst Gesundheit und Wachstum der Pflanzen untereinander immens. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl nicht den Zufall walten lassen, sondern die wechselseitigen Wirkungen von Pflanzen positiv nutzen.

Wurzeln und Blätter verschiedener Pflanzen sollten sich in einer Mischkultur nicht ins Gehege kommen. Stark- und Schwachzehrer, Tief- und Flachwurzler sollten hingegen zusammengebracht werden. Alle Pflanzen, die ein- und derselben Pflanzengruppe angehören, sollten mit gebührendem Abstand zueinander gepflanzt werden.

Einige Gattungen sind sich leider gar nicht grün. Dies erklärt sich allein schon aus den verschiedenen Ansprüchen, die Pflanzen an Licht, Wasser, Raum und Erdbeschaffenheit stellen. Die Auswirkungen können so stark sein, dass Pflanzen neben bestimmten anderen eingehen oder kärglich wachsen.

Andere hingegen fördern sich gegenseitig, schützen vor Krankheitsbefall und ermöglichen bessere Erträge, da sie nicht so stark um Nährstoffe konkurrieren. Dies geschieht sowohl ober- als auch unterirdisch. Bei harmonierenden Pflanzen verflechtet sich das Wurzelwerk mithin untrennbar, die Ausscheidungen verschiedener Stoffe wiederum reduzieren bisweilen den Schädlingsbefall.

So vergrault Sellerie, wenn neben Kohl angebaut, Raupen und Erdflöhe. Knoblauch ist dafür bekannt, gewisse Bakterien abzutöten und Gartenkresse schützt Tomaten vor Blattläusen. Sogar geschmacklich kann eine ausgewählte Nachbarschaft positive Auswirkungen haben. So soll Kresse Radieschen eine gewisse Würze verleihen und Koriander Kartoffeln gut bekommen.

Beachten Sie, dass manche Pflanzen schlecht wachsen, wenn auf dem Boden zuvor eine Pflanzenart wuchs, welche sich nicht mit der darauffolgend Angebauten verträgt.

  Freund Feind
Kartoffeln Knoblauch, Spinat, Dicke Bohnen, Koriander Zwiebeln, Erbsen, Rote Beete, Kohl, Sellerie
Erbsen Gurken, Kohl, Kohlrabi, Fenchel, Zucchini, Möhren Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Buschbohnen
Kohl Sellerie, Lauch, Gurken, Buschbohnen, Tomaten Zwiebeln, Erdbeeren, Kartoffeln
Gurken Zwiebeln, Erbsen, Kohl, Kümmel, Rote Bete, Dill Rettich, Tomaten, Radieschen
Buschbohnen Bohnenkraut, Mangold, Kohl, Kartoffeln, Erdbeeren, Kohlrabi, Rote Beete Fenchel, Lauch, Zwiebeln, Erbsen
Erdbeeren Zwiebeln, Lauch, Kopfsalat, Knoblauch, Buschbohnen Kohl
Knoblauch Kartoffeln, Möhren, Himbeeren, Erdbeeren, Tomaten, Sellerie Kohl, Erbsen, Buschbohnen
Kopfsalat Kohl, Rote Beete, Radieschen, Möhren, Bohnenkraut, Buschbohnen, Gurken, Erdbeeren Sellerie, Petersilie
Tomaten Kopfsalat, Knoblauch, Sellerie, Spinat, Kresse, Buschbohnen Fenchel, Kartoffeln, Erbsen

Tipp:Einige Pflanzen wie z.B. Tomaten sind auf Bestäuber angewiesen. Pflanzen Sie Blumen zwischen Ihre Gemüsebeete, um Schmetterlinge, Bienen, etc. anzulocken.

Ernte

Den richtigen Erntezeitpunkt abzupassen, ist nicht immer einfach, schließlich wird jede Pflanze zu einer anderen Zeit reif und zeigt dies durch unterschiedliche Merkmale. Ende Juni ist die Rhabarber- und Spargelernte meist schon beendet, wohingegen Kartoffeln und Möhren bis in den Oktober hinein geerntet werden können.

Die Sonneneinstrahlung ist dabei nicht unwesentlich. Möhren, Salat, Rote Beete und Bohnen favorisieren eine Ernte am späten Nachmittag, da zu dieser Zeit besonders viele Vitamine in den Nutzpflanzen enthalten sind.

Lassen Sie nicht zu viel Zeit vergehen, sobald das (Früh-)Gemüse reif ist. Wer zu lange wartet, riskiert, dass Obst fault, Zucchinis an Aroma verlieren, Salat sich schließt, und Kohlrabi holzig wird. Anderes Gemüse wiederum wird erst dann richtig unwiderstehlich, wenn es länger vor sich hin reift. Dazu zählen Möhren, Rosenkohl und spezielle Lauchsorten, die zudem sehr kälteresistent sind.

Einige Pflanzen verraten Ihnen viel durch ihren Klang: Klopfen Sie an einem Kürbis, um dessen Reifegrad herauszufinden. Klingt er hohl, ist er bekömmlich.

Was Kräuter betrifft, können die meisten Kräuterarten praktischerweise jederzeit geerntet werden. Eine Ausnahme ist der Beifuß, dieser sollte mit geschlossenen Knospen geerntet werden, da allein die Blütenstände wohlschmeckend sind. Bei Minze gilt zu bedenken, dass sie zum Trocknen nicht in die Sonne gehängt werden sollte. Generell sollten Würzkräuter vormittags geschnitten werden, damit tagsüber keine Aromen durch die Hitze abhandenkommen.

Als Werkzeuge gehen Ihnen bei der Ernte feste Trittleitern, Gartenscheren und stabile Erntekörbe und -taschen zur Hand.

Pflanzen Monat
Spinat Juni-Juli; Oktober-November
Erbsen Juni-September
Möhren Mitte Juni-Oktober
Zwiebeln August-September
Kartoffeln Juni-Oktober
Buschbohnen Juli-Oktober
Eis- und Kopfsalat Mai-Oktober
Kürbisse August-Oktober
Tomaten Juni-Oktobe
Stangenbohnen Juli-Oktober

Gartengestaltung

Terrasse

Wer das Privileg einer Terrasse genießt, dem bieten sich besonders viele Gestaltungsmöglichkeiten. Wie auch beim Anlegen des Gartenweges muss hier zunächst die Entscheidung bezüglich des richtigen Materials gefällt werden. Keramik, Beton, präpariertes Holz und Naturstein zeugen von einer reichen Auswahl an Materialien. Wie genau Sie bei der Verlegung von Fliesen und der Betonierung einer Terrasse vorgehen, können Sie hier nachlesen.

Möbel

Ob gemütlicher Korbstuhl für ruhige Lesestunden oder romantisch verspielte Gartenbank als Oase der Ruhe – wie auch bei der Auswahl von Zier- und Nutzpflanzen herrscht bei der Möbelsuche die Qual der Wahl. Fest steht, dass es sich bei Gartenmöbeln lohnt, langfristig zu investieren, damit sie nicht alle paar Jahre ausgetauscht werden müssen. Überlegen Sie sich vor dem Kauf genau, welche Möbel zu Ihrem Gartenstil passen und welche Funktion sie erfüllen sollen.

Sind Haus und Garten eher natürlich und rustikal gehalten, schaffen Gartenmöbel aus Eiche, Akazie oder Teakholz ein stimmiges Ambiente. In einem verspielten, romantischen Garten fügen sich wiederum Schmiedeeisen perfekt in die Umgebung ein. Möchten Sie auffällige Besonderheiten in Ihren Garten integrieren, bieten sich Hollywoodschaukeln, Hängematten oder Strandkörbe an. Verfügen Sie über eine große Terrasse, geben prachtvolle Lounge-Sessel ein gemütliches, stimmiges Bild ab.

Bei der Auswahl des Materials geht es einerseits um den individuellen, persönlichen Geschmack, andererseits um praktische Abwägungen. Die wohl gängigsten Materialien sind Holz, (Edel-) Stahl, Aluminium und Kunststoff. Trendsetter ist zweifellos Polyrattan, welches sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut. Edelstahl ist besonders langlebig und perfekt für Gestelle und Gartenstühle, passt jedoch eher in eine modern gestaltete Landschaft. Holz hingegen passt zu fast jedem Gartenstil. Neben den üblichen Verdächtigen bieten manche Hersteller auch Gartenmöbel aus Eiche oder Robinie an, diese sind jedoch nicht so langlebig wie beispielsweise Teakholz. Wer es eher anspruchsvoll mag, ist mit Edelstahl, Tropenholz und Rattan gut bedient.

Zumeist sind Gartenmöbel wetterfest und trotzen auch schlechten Witterungsbedingungen. Um Ihren Möbeln diese Strapazen zu ersparen, sei jedoch empfohlen, sie, wenn möglich, im Trockenen zu lagern. Wer wenig Platz im Garten hat, sollte bei der Wahl der Gartenmöbel darauf achten, dass sich die Möbel zusammenklappen lassen. So können sie platzsparend und kompakt gelagert werden.

  Eigenschaften Pflege
Holz Lange Haltbarkeit
Witterungsbeständig
Passt zu fast jedem Gartenstil
Milde Seifenlauge gegen Vergrauung Teaköl oder anderes Holzöl
Stahl Hohe Stabilität Pflegefrei
Kunststoff Elastisch
Preiswert
Leicht
Wasser, Seife
Polyrattan Häufig zur Gestaltung von Loungeecken genutzt
Stabil
Wasser, Seife
Aluminium Sehr leicht
Rostfrei
Erhitzt sich im Sommer, deshalb mit Stoff oder Sitzkissen bedecken
Wasser, Seife
Schmiedeeisen Witterungsbeständig
Hohe Stabilität
Schwer
Wasser, Seife, Anti-Rost

Bedenken Sie, dass sich die Beschaffenheit und Farbe des Materials mit der Zeit ändert: Holzoberflächen vergrauen allmählich und auch bei Kunststoffmöbeln sind Verfärbungen durch die Sonne möglich. Dies hat jedoch lediglich Auswirkungen auf die Optik, nicht auf die Haltbarkeit.

Tipp: Vergessen Sie bei der Gartenplanung nicht, Platz für den Grill, Liegen, Sonnenschirme, Blumenkübel und ggf. Heizpilze einzukalkulieren, sonst kann es schnell sehr eng werden.

Räumliche Abtrennung

Ähnlich wie bei einem Haus lässt sich ein Garten in verschiedene Räume einteilen, um Spannung zu erzeugen und ihm Struktur zu verleihen.
Wird der Garten oft von Kindern genutzt, bietet es sich an, eine Spielwiesenecke freizuhalten. Auch Zier- und Nutzpflanzen können räumlich getrennt voneinander angepflanzt werden.

Dabei müssen Sie nicht erst zu Mauern greifen, um für eine Abtrennung zu sorgen. Hecken sind eine perfekte Möglichkeit, den Garten einzurahmen und bestimmte Abschnitte abzutrennen. Zum selben Zweck eignen sich Sträucher, Staudenbeete und Sitzplätze.

Als hübsches Gestaltungsmotiv kommt weiterhin ein Laubengang in Frage. Oder wie wäre es mit einer lieblichen, offenen Pergola? Beabsichtigte Verengungen erfüllen den Garten mit Leben, kleine Blumenwiesen dienen als Blickfang auf einer ansonsten monotonen Rasenfläche und ein versteckter kleiner Sitzplatz kann, wenn unvermutet aufgefunden, freudige Überraschung auslösen.

Spielen Sie beim Bepflanzen mit unterschiedlichen Höhen und setzen Sie vereinzelt Hingucker wie Wasserbecken, Skulpturen und Sträucher mit ausgefallenem Wuchs ein. Als Wind- und Sichtschutz können Sie entweder zu hohen Hecken und Mauern, oder aber auf eine hohe Staudenbepflanzung und Blütensträucher zurückgreifen. Rankgitterwände trennen deutlich Bereiche ab, versperren gleichzeitig jedoch nicht die Sicht und lassen den eingefassten Raum luftig wirken.

Wer wenig Platz in seinem Garten zur Verfügung hat, kann durch geradlinige Beete für Struktur sorgen und mit Schnitthecken arbeiten.

Tipp: Kletterpflanzen sind nicht nur eine hübsche Zierde für die Hauswand, sondern stellen zudem den perfekten Übergang zwischen Garten und Haus dar.



Der Gartenteich

Der Gartenteich ist ein künstlich geschaffener Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen.
Ein solches Ökosystem herzustellen, bedarf ein paar wichtiger Grundregeln.
Zum einen sollte der Teich nicht zu klein bemessen werden: Je größer das Wasservolumen im Teich, desto besser funktioniert die Selbstreinigung, welche natürlich auch durch das Schaffen von ausreichend Pflanzzone gewährleistet wird.

Nachdem der Teich ausgehoben und modelliert wurde, folgt die Abdichtung. Als Abdichtung sollte eine nicht zu dünne Teichfolie gewählt werden, eine Folienstärke von 1,5 Millimeter ist die beste Wahl für eine langlebige und strapazierfähige Teichfolie. Hier sollte aber dennoch nicht die Schutzlage vergessen werden, auf welche die Folie aufliegt! Geeignet ist eine ca. zehn Zentimeter starke Sandschicht, auf die ein Vlies gelegt wird.

Beim Gestalten des Teiches, der Rand- und Pflanzbereiche sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ob mit einem Wasserlauf oder einer ganz natürlich angelegten Uferzone, jeder Teich ist ein Unikat und darf nach den Wünschen des Besitzers gestaltet werden.

Da die Ansprüche an Wasserqualität und Wasserklarheit über die Jahre gewachsen sind, sollte bereits bei der Planung eines Gartenteiches über den Einsatz eines passenden Filtersystems für das Teichwasser nachgedacht werden. So haben Sie auch noch nach Jahren Freude an Ihrem Gartenteich, Ihrem Schmuckstück im Garten.

Florian Rauch und Michale Rauch, Gartenbaumeister

Bereits in den 50er Jahren wurde der Grundstein der heutigen „RAUCH Garten- und Landschaftsbau GbR“ gelegt, welche seit 2015 von Florian und Michael Rauch geführt wird. Gemeinsam betreiben die beiden Geschäftsführer ein Familienunternehmen, das sich aufgrund der mehr als 60 Jahren bestehenden Verbindung zu Garten und Natur ganz der Grünen Branche verschrieben hat. Heute steht die Firma RAUCH für eine fachlich korrekte, solide und gute handwerkliche Arbeit im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus.

Gartenbeleuchtung

Nicht nur setzt sie schöne Akzente und kann abends den Blick auf Skulpturen oder schöne Sträucher lenken; sie dient auch der eigenen Sicherheit. Daher ist eine Außenbeleuchtung im Garten notwendig und sollte auch an Zugangswegen angebracht werden. Für die Wegbeleuchtung wird in der Regel zu Erdeinbaustrahlern oder Einbauleuchten gegriffen. Beliebt sind auch Kugelleuchten mit kleinem Sockel, „Pollerleuchten“ und Wegeleuchten, die wie Straßenlaternen im Mini-Format aussehen.

Allgemein gängig sind für die Gartenbeleuchtung Sockelleuchten, Strahler und Standleuchten. Strahler eignen sich gut, um einzelne Objekte wie Skulpturen, Steine, Büsche oder Bäume hervorzuheben. Fest installierte Wandleuchten seien dagegen besonders für Terrassen oder im Bereich einer nicht überdachten Haustür empfohlen.

Für jede Gartenlampe gilt: Sie muss wasserfest und staubdicht sein. Überprüfen lässt sich die Tauglichkeit anhand des IP-Zeichens. Mit stromsparenden LED-Gartenleuchten sind Sie stets gut beraten, weil diese energieeffizient, langlebig und kühl sind. Zeitschaltuhren, die das Licht zu bestimmter Zeit automatisch an- und ausschalten, sind ebenfalls eine Option. Auch Solarleuchten können verwendet werden: Diese sind vergleichsweise preisgünstig, jedoch reicht die Energie zumeist nicht aus, um den Garten die ganze Nacht hindurch zu erhellen.

Für eine permanente Lichtversorgung eignen sich ausreichend tief verlegte Erdkabel. Elektroinstallationen sollten dabei nur von geschulten Elektrikern durchgeführt werden. Schließlich gibt es bei der strombetriebenen Beleuchtung oder auch Steckdosenanschlüssen im Garten besondere Vorschriften.

Da bei manchen Lampen die Gefahr der Erhitzung besteht, sollten Sie sie im ausreichenden Abstand zu den Pflanzen positionieren.

Tipp: Insekten werden von UV-Licht angezogen. Wer diese ungeladenen Gäste vom abendlichen Grillen fernhalten möchte, sollte zu Lampen mit niedrigem UV-Lichtanteil greifen.

Wer in der Einrichtung und Gestaltung der eigenen vier Wände Erfüllung findet, muss im Garten nicht haltmachen. Auch hier gibt es verschiedenste Stile und Gestaltungsmöglichkeiten; je nachdem, ob man es eher romantisch, modern, rustikal oder wild mag.

Der zeitgenössische, moderne Garten ist geprägt von klaren Linien, Strenge und Struktur. Funktionalität und Einfachheit stehen hier im Vordergrund. Gärtner mit einem Faible für Fernost oder auch exotischere Pflanzen sind mit einem Zen-Garten gut aufgehoben. Prägend für die japanische Gartengestaltung sind Kirschblüten- und Bonsaibäume, Bambus, Teiche mit Fischen und japanische Rotkiefern.

Neben dem japanischen gibt es noch viele andere Themengärten wie beispielsweise den englischen, italienischen oder persischen Garten. Wer in die Fußstapfen des König Ludwig XIV. treten möchte, wird Gefallen am französischen Gartenstil, auch Barockgarten genannt, finden. Bestens vorgeführt im Schlossgarten Versailles, besticht er durch geometrische Formen, Wasserbecken, prachtvolle Skulpturen und lange Wege.

Für diejenigen, die wenig in den Wachstumsprozess und die Handlungsstränge von Mutter Natur eingreifen möchten, bietet sich der Naturgarten an, in dem Pflanzen, Sträucher und Bäume wild wachsen und gedeihen, so wie ihnen Halme bzw. Zweige gewachsen sind.

Gartenstile:

Der Naturgarten

Moderner Garten

Mediterraner Garten

Japanischer Garten/Zen-Garten

Feng-Shui

Cottage-Garten, englischer Landhausstil

Steingarten

Kräutergarten

Italienischer Garten

Spielgarten für Kinder

Gartenteich

Persischer Garten



Gartenweg

Um dem Garten Struktur zu geben oder räumliche Teilbereiche elegant miteinander zu verbinden, eignen sich Gartenwege hervorragend. Passen Sie den Gartenweg dem Stil des Gartens und der Umgebung an. In einen modernen Garten passen klare, gerade Linien und Wege; in einem Naturgarten wirken Krümmungen und Holzmaterial gut.

Bevor Sie Hand an den Schotter legen, sollten Sie zunächst eine Planskizze entwerfen und sich genau überlegen, was Sie möchten. Dazu gehört, sich für ein passendes Oberflächenmaterial zu entscheiden. Dies kann zum Beispiel Rindenmulch, Betonstein, Kies oder Naturstein sein. Für ein jedes Material gibt es Vor- und Nachteile.
Rindenmulch ist günstig und einfach anzulegen, da nur wenig Erde ausgehoben werden muss, verrottet jedoch mit der Zeit und ist daher für einen einfachen Weg im Garten ideal. Kies ist schlecht befahrbar, dafür jedoch günstig und einfach anzulegen.
Am längsten halten sich Pflastersteinwege: Natursteine, wenn auch recht teuer, halten starken Belastungen gut stand. Betonsteine wiederum sind günstig und leicht zu pflegen. Über Steinplatten lässt sich barfuß sehr angenehm spazieren, wohingegen Kies oder Rindenmulch schnell in offene Schuhe rutschen.

Fazit: Jedes Material erfüllt hinsichtlich der Rutschfestigkeit und Wasserundurchlässigkeit andere Kriterien. Gerade beim Hauptweg ist jedoch wichtig, dass er möglichst sicher zu Begehen und rutschfest ist. Jeder Witterung zum Trotz sollte er eben sein.

Um den genauen Materialbedarf zu errechnen, sollten Sie mit einer Schnur und Holzpflöcken den geplanten Gartenweg abstecken. Eine Richtschnur kann Ihnen auch beim Einsetzen von Randsteinen zur Orientierung dienen.
Nicht zu vergessen ist der Aspekt der Entwässerung. Damit Ihr Weg bei Regen nicht überflutet wird, sollte er etwas höher als der Rasen sein. Ausreichend ist ein Gefälle von 1 bis 2 Prozent. Mithilfe von Sicker- oder Drainagepflaster, bestehend aus wasserdurchlässigem Material, lassen Ihre Wege Wasser gut durchfließen.

Des Weiteren ist ein robuster Unterbau mit Schotter, Pflastersand oder Kies geboten. Ist diese Tragschicht nicht vorhanden, kann sich der Pflasterbelag verschieben. Die geeignete Tiefe ist abhängig von Klima und Region, gängig sind 30 bis 50 Zentimeter. Ist der Unterbau mit dem ausgewählten Material gefüllt, können Sie mit dem Verlegen des Pflasters beginnen.

Für Halt und Stabilität sorgt ein Randabschluss als Wegbegrenzung. Je nach Material ist er sogar unerlässlich, so bei Pflasterwegen. Ein Betonfundament stellt sicher, dass sich die später verlegten Steine nicht verschieben. Mindestens 10 bis 20 Zentimeter sollte die Betonschicht betragen.
Platten hingegen benötigen meist keine Randbegrenzung, sie sind normalerweise auch so stabil. Zu Stabilitätszwecken und der Vorbeugung späterer Schäden sollten die Fugen gründlich geschlossen werden. Verwendbar sind dafür entweder Fugensand oder aushärtender Fugenfüller.

Tipp: Überlegen Sie sich gut, wo Sie Ihren Gartenweg anlegen. Ist der ausgewählte Weg nicht der kürzeste und wenig sinnvoll, entstehen Abkürzungen und damit einhergehend Trampelpfade.

(Bild: © Melanie Öhlenbach/Kistengruen.de)

Balkon

Ob Blumen, Kräuter, Gemüse oder Obst: Wenn Sie Ihren Balkon oder Ihre Terrasse in ein grünes Wohnzimmer verwandeln möchten, sollten Sie dafür die richtigen Pflanzen wählen. Ausschlaggebend dafür ist die Lage. Kräuter aus dem Mittelmeerraum, Lavendel, Sonnenblumen und Tomaten fühlen sich nur mit Sonne wohl. Fleißiges Lieschen, Fuchsien, Salat und Mangold kommen auch mit schattigeren Plätzen zurecht.

Gefäße sollten den Pflanzen genügend Platz bieten, also groß und tief genug sein. Unabdingbar sind Löcher im Boden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Das Wasser darf sich nicht im Topf stauen, sonst faulen die Wurzeln. Eine Tonscherbe über dem Abflussloch verhindert, dass Erde es verstopft und sich Staunässe bildet.

Eine Drainage aus Blähton hilft, Wasser im Topf zu speichern. Regelmäßiges Gießen ist aber vor allem an vollsonnigen Standorten Pflicht. Im Schatten trocknet die Erde hingegen langsamer aus.

Darüber hinaus sollten Sie die Pflanzen je nach Bedarf düngen – am besten mit Flüssigdünger. Bei starkzehrenden Pflanzen wie Tomaten und Zucchini lohnt es sich, schon beim Auspflanzen eine Portion Langzeitdünger wie Hornspäne oder Kompost in die Erde zu geben.

Melanie Öhlenbach, Balkonexpertin

Melanie Öhlenbach ist freiberufliche Journalistin. Seit Februar 2014 schreibt Melanie Öhlenbach über ihren Balkongarten. Auf ihrem Blog „Kistengrün“ berichtet sie über ihre persönlichen Erfahrungen und gibt praktische Tipps zum Anbau von Gemüse, Kräutern, Obst und Blumen in Töpfen, Kästen und Kisten. Sie liebt es, ungewöhnliche und alte Gemüsesorten fürs Balkongärtnern zu entdecken.

Kleiner oder kein Garten

Wer sich aus Platz- oder Zeitgründen für einen kleinen Garten entschieden hat, kann sich dennoch genauso intensiv in die Gartenarbeit stürzen wie der Hobbygärtner mit großer Gartenanlage. Von Bäumen über Wege bis hin zum Gartenteich muss auch im kleinen Garten auf nichts verzichtet werden, was die eigene, blühende Grünfläche bereichert.

Gleiches gilt für die eigenen vier Wände. Nicht jeder hat einen Balkon oder Garten, nichtsdestotrotz lässt sich die grüne Gartenoase auch in die Wohnung oder ins Haus holen. Bringen Sie auch dort Ihren grünen Daumen zum Einsatz und lesen Sie hier, wie Sie sowohl Eigenheim als auch Kleingarten stilvoll grün gestalten können.