E-Bike Ratgeber


E-Bikes & Pedelecs

E-Bikes, zu Deutsch Elektrofahrräder, erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Hatten sie früher noch das Image eines Reha-Gefährts, das den Fahrer vor körperlicher Belastung schonen sollte, begeistern sich heute auch zunehmend junge und sportlich aktive Menschen für das Fahrrad mit Elektromotor. Doch was hat es mit verschiedenen Begriffen wie E-Bike und Pedelec auf sich? Wann macht das elektrobetriebene Radeln eigentlich Sinn und auf was gilt es beim Kauf zu achten? Unser Ratgeber gibt Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das E-Bike.



Der Unterschied zwischen Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes

Elektrofahrrad, E-Bike oder Pedelec - die Begriffe werden häufig ungenau benutzt. Wir sorgen für Klarheit:

Pedelec steht für Pedal Electric Cycle und bezeichnet Fahrräder mit hybridem Antrieb. Das bedeutet, dass der Fahrer beim Treten von einem Elektromotor unterstützt wird. Dieser hat maximal 250 Watt und unterstützt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Der Unterstützungsgrad kann in mehreren Stufen eingestellt werden und ist abhängig von der Pedalkraft oder der Trittfrequenz des Fahrers.

S-Pedelec ist der Begriff für Pedelecs, die schneller als 25 km/h fahren. Anders als Pedelecs gelten sie nicht als Fahrräder, sondern als Kleinkrafträder. Der Elektromotor beim S-Pedelec hat eine maximal erlaubte Nenndauerleistung von 500 Watt und unterstützt bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h.

E-Bikes im engeren Sinn sind die dritte Kategorie. Sie unterscheiden sich grundlegend von Pedelecs, da sie auch ohne Muskelkraft fahren. Ähnlich wie ein Mofa haben sie einen Gashebel am Lenker. Ihre Motorleistung reicht bis zu 500 Watt. Modelle mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h gelten noch als Kleinkraftrad. In Deutschland wird der Begriff E-Bike oft als Schlagwort für alle Elektrofahrräder benutzt. Gemeint sind in der Regel jedoch Pedelecs!



Warum eigentlich ein Elektrofahrrad?

Elektrofahrräder sind die umweltfreundliche Alternative zum Auto. Sie bieten gerade in der Stadt viel Flexibilität, da weder Parkplatzsuche noch die Abhängigkeit von Fahrplänen des ÖPNV im Weg stehen. Gegenüber dem Auto sind Pedelecs und E-Bikes günstiger und zugleich ökologischer, gesünder, häufig schneller und platzsparender. Für Berufstätige und Pendler in Städten und Ballungsgebieten sind sie somit ein ideales Fortbewegungsmittel. Gerade bei Strecken zwischen 10 und 20 Kilometern schließen Elektrofahrräder durch ihre zusätzliche Reichweite eine wichtige Lücke zwischen dem klassischen Fahrrad und dem Automobil.

Aber auch in der Freizeit können Pedelecs punkten. Durch die elektrische Unterstützung lassen sich Anhänger oder auch kleine Passagiere in Kindersitzen leichter transportieren. Auf ausgedehnten Radtouren helfen Elektrofahrräder weniger fitten Fahrern mit der Gruppe mitzuhalten. Gerade älteren Menschen bieten sie so ganz neue Möglichkeiten der Mobilität. Doch auch in Trendsportarten hält das Elektrofahrrad Einzug. So hat sich zum Beispiel in Outdoor-Kreisen eine ganze Szene um das elektronische Mountainbike, kurz E-MTB, gebildet.

Welche Elektrofahrräder bietet der Markt?

Die potentiellen Einsatzorte von Elektrofahrrädern sind also ungemein vielseitig. Ob für längere Wege zur Arbeit, als E-Lastenrad für Großeinkäufe oder als E-Faltrad für die Mitnahme im Wohnmobil. Schweres Gepäck, Steigungen, Gegenwind oder lange Strecken sind mit elektrischer Unterstützung am Pedelec oder E-Bike kein Problem mehr. So vielseitig wie ihr Nutzen ist inzwischen auch die Produktpalette. Es gibt verschiedenste Modelle für die unterschiedlichsten Anforderungen. Wir stellen an dieser Stelle einige vor:

E-Citybikes

Sie sind das ideale Rad für die Stadt und bieten sich insbesondere für Pendler an. Ohne ins Schwitzen zu geraten, radelt man so an Staus vorbei ins Büro. Auch die Parkplatzsuche entfällt.
Hier das Twin von Kettler

E-Trekkingräder

Das Rad für ausgiebige Touren und Ausflüge ins Grüne. Durch die Unterstützung des Elektromotors können größere Distanzen zurückgelegt werden. Somit eröffnen sich ganz neue Ausflugsziele.
Hier das Traveller E Gold RT von Kettler

E-Falträder

Klein und kompakt, aber dennoch leistungsstark. Das zeichnet E-Falträder aus. Sie sind besonders platzsparend und können somit beispielsweise auch mühelos im Zug mitgenommen werden.
Hier das Navigator E-Folder von Prophete

E-Mountainbikes

Wer Downhill fahren will, muss erst bergauf. Das geht mit E-Mountainbikes noch schneller. Die elektronische Unterstützung erfreut sich bei Radsportlern immer größerer Beliebtheit und E-MTBs liegen somit absolut im Trend.
Hier das Bergsteiger 6.9 von Rex


Antrieb & Technik

Nicht nur in Bezug auf Funktion und Rahmenform unterscheiden sich die verschiedenen Elektrofahrräder. Auch die verbaute Technik variiert bisweilen von Model zu Model. Ob lediglich als Unterstützung zum Treten oder als autarker Antrieb – einen Elektromotor und einen Akku brauchen dabei Pedelecs und E-Bikes gleichermaßen. Auf dem Markt finden sich hier immer mehr Umbausets, mit denen klassische Fahrräder elektrisch nachgerüstet werden können. Solche Umbaumaßnahmen werden bisweilen kritisch betrachtet, da hier nicht geprüft werden kann, ob Rad und Motor kompatibel sind. Es bleibt somit unklar, ob das aufgerüstete Gefährt stabil genug für die Kräfte beim motorisierten Fahren ist. Sicherer ist es also, sich ein Elektrofahrrad mit einem ab Werk verbauten Antrieb zuzulegen. Doch was zeichnet die verschiedenen Motoren aus? Und worauf muss bei einem Akku alles geachtet werden?

Motor

Der Motor ist das Herzstück eines jeden Elektrofahrrads. Der Experte Wolfgang Schlicht erklärt die verschiedenen Motorenarten, die es auf dem Markt gibt:

Grundsätzlich gibt es drei Positionen, an denen sich der Motor eines Fahrrads befinden kann. Im Vorderrad, am Tretlager oder im Hinterrad. Durch die unterschiedlichen Positionen des Motors ändert sich der ganze Charakter des Pedelecs/E-Bikes.
Der Vorderradmotor zieht das Bike, wodurch sich auch das Fahrrad immer etwas gerade zieht. Gerade weniger erfahrene Pedelec-Fahrer finden das angenehm. Bei dieser Antriebsart hat auch die eigene Tretkraft wenig Einfluss auf die Geschwindigkeit. Im Grunde stellt man über das Bedienteil eine Geschwindigkeit ein und das Fahrrad zieht den Fahrer mit diesem Tempo nach vorne, solange er die Pedale bewegt.

Der Mittelmotor ist bei E-Bikes der aufwendigste und teuerste Motor. Die Kraft des Motors wirkt direkt auf das Tretlager. Da die Trittkraft des Fahrers an der gleichen Stelle ansetzt, ist dieser Motor der „natürlichste“ und verändert die Fahreigenschaften des Fahrrads am wenigsten. In der Regel setzt der Mittelmotor deutlich schneller ein als Front- oder Heckmotoren. Da die Kraft des Motors über die Kette und Schaltung auf das Hinterrad übertragen wird, können Mittelmotoren effizienter und im optimalen Drehzahlbereich arbeiten. Gleichzeitig steigt aber durch die Kraftübertragung der Verschleiß an der Kette und den Ritzeln.

Der Hinterradmotor kommt in erster Linie bei elektrischen Mountainbikes und Trekkingrädern zum Einsatz. Begeisterung löst er bei den Fahrern aus, da er in aller Regel sehr stark unterstützt und die Räder so eine sehr hohe Traktion (Griffigkeit) haben. Da der Heckmotor in der Radnabe untergebracht ist, können E-Bikes mit Heckmotor auch mit normalen Kettenschaltungen ausgestattet werden. Daher gibt es viele E-Bikes mit Heckantrieb und mehr als 20 Gängen. Trotz der hohen Kraft belastet der Antrieb die Kette und die Ritzel nicht. Im Vergleich zu Mittelmotoren ist der Heckantrieb relativ preiswert.

Normale Fahrräder sind Wolfgang Schlicht zu langsam. Pedelecs machen ihm einfach Spaß. In seinem eBike-Forum.eu stellt er die spannendsten Modelle vor.

Akku

Als Energielieferant für die Antriebstechnik ist der Akku die wertvollste Komponente von Pedelecs und E-Bikes, und macht gleichzeitig auch den Großteil des Preises aus. Entsprechend gründlich sollte man sich als Käufer über diese Komponente informieren. Unser Gastautor Reiner Kolberg beantwortet hier ausführlich die häufigsten Fragen dazu:

Wie weit kommt man mit einem Akku?

Die Kapazität eines Akkus misst sich in Wattstunden (Wh). Die meisten Hersteller bieten dabei unterschiedlich starke Varianten an, die auch bei den Preisen entsprechend variieren. Wie viele Wattstunden man konkret benötigt, bzw. wie weit man mit einer Ladung kommt, hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: Unterstützungsgrad, Tempo, Topographie (Steigungen in Höhenmeter), Körpergewicht und Zuladung, eingebrachte Muskelkraft und, vor allem bei Gegenwind, auch die Sitzposition. Weitere Faktoren: Umgebungstemperatur, Schaltverhalten, Reifenluftdruck sowie das Alter bzw. der Abnutzungsgrad des Akkus. Echte Reichweitenfresser sind vor allem Steigungen, bei denen jedes Kilogramm und jeder Höhenmeter sprichwörtlich doppelt zählen. Ein Beispiel: Während unter optimalen Bedingungen die Reichweite vielleicht 100 Kilometer beträgt, kann sie unter ungünstigen Bedingungen schnell auf einen Bruchteil schrumpfen. Wenn du im Mittelgebirge wohnst, darf es also ruhig ein etwas größerer Akku sein. Zudem solltest du bedenken, dass ein Akku im Laufe der Zeit an Leistung verliert. Am besten wendest du dich bei der Auswahl an einen qualifizierten Fachhändler. Auch Hersteller bieten auf ihren Seiten oft eine fundierte Beratung.

Wie lange hält ein Akku? Und gibt es Unterschiede zwischen den Herstellern?

E-Bike-Akkus unterliegen gemäß EU-Recht grundsätzlich der Gesetzlichen Gewährleistung von 2 Jahren. Da Akkus andererseits aber Verschleißteile sind, garantieren viele Hersteller ihren Kunden mindestens 500 Ladezyklen und am Ende der zwei Jahre 60 Prozent der Nennkapazität. Wie lange ein Akku in der Praxis tatsächlich „hält“, ist von der Qualität der eingesetzten Zellen, der Verarbeitung und der Steuerelektronik abhängig. Wer auf billige E-Bikes vom Discounter oder vermeintliche Schnäppchen setzt, zahlt im Laufe der Zeit möglicherweise drauf, wenn der Akku schnell schlapp macht und entweder nur teuer oder im Extremfall gar nicht ersetzt werden kann. Wichtig für die längere Haltbarkeit ist auch die richtige Pflege durch den Anwender. Hier gilt: Halte dich an die Bedienungshinweise des Herstellers! Besonders achtsam solltest du beim Laden sein und wenn du dein E-Bike für eine längere Zeit lagern willst: Viele Hersteller empfehlen, dass der Akkuladestand zur Lagerung 30 bis 60 Prozent betragen sollte. Zudem sollte der Akku drinnen an einem kühlen (10 bis 20 °C) und trockenen Ort lagern. Eine Empfehlung ist, den verbleibenden Akkuladestand einmal im Monat zu prüfen, denn durch die natürliche Eigenentladung verringert sich der Strom im Akku. Hier droht eine gefährliche Tiefenentladung, die zur Zerstörung des Akkus führen kann.

Brauche ich einen Ersatzakku?

Der Akku gehört mit ca. 400 bis 900 Euro (je nach Hersteller und Kapazität) zu den teuersten Teilen beim E-Bike. Ein „Ersatzakku“ lohnt sich deshalb im Regelfall nur, wenn du regelmäßig längere Touren fährst und es unterwegs keine Möglichkeit zum Nachladen gibt. Zudem solltest du bedenken, dass Akkus auch durch längeres Lagern altern und an Leistungsfähigkeit verlieren. Die bessere Alternative ist, auf anspruchsvollen Touren das passende Ladegerät mitzunehmen. Ausflugslokale stellen für Gäste auf Nachfrage in der Regel gerne eine Steckdose zur Verfügung. Tipp: Viele E-Bike-Hersteller bieten als Zubehör auch besonders kleine und leichte Reiseladegeräte an. Ein anderer Fall ist ein Austauschakku, den Sie bei sinkender Kapazität ins Auge fassen müssen. Damit es kein böses Erwachen gibt, informier dich am besten rechtzeitig, oder besser noch gleich beim Kauf über die Verfügbarkeit und die Kosten.

Kann ich den Akku auch bei Minusgraden draußen am Rad lassen oder muss ich dann mit erhöhtem Verschleiß rechnen?

Im Fahrbetrieb sind niedrige Außentemperaturen bis ca. -10 Grad nach den Angaben der Hersteller normalerweise unschädlich, da der Akku während der Fahrt Wärme produziert. Niedrige Außentemperaturen wirken sich aufgrund der physikalischen und chemischen Prozesse im Akku allerdings generell negativ auf die Reichweite aus. Deshalb sollte der Akku beim Losfahren auch nicht zu kalt sein. Deutlich erhöhter Verschleiß droht vor allem bei unsachgemäßem Laden. Ideal für das Laden sind normalweise Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Im Winter ist es deshalb ganz wichtig, dass der Akku wieder langsam Zimmertemperatur erreicht, bevor du mit dem Ladevorgang beginnst. Auch übermäßige Erwärmung (z. B. „Stehenlassen in der prallen Sonne“ oder „zum Aufwärmen auf die Heizung legen“) solltest du vermeiden. Also besser den Akku weder im Winter noch im Hochsommer draußen am Rad lassen, sondern in die Wohnung, ins Büro, die Garage oder den kühlen Keller legen. Bei Qualitätsherstellern hast du mit deinem Akku dann auch lange Freude.

Reiner Kolberg beschäftigt sich als Fachjournalist und PR-Berater seit Jahren mit den Themen Neue Mobilität und E-Bikes. Unter www.e-bikeinfo.de betreibt er ein eigenes Informationsportal rund um Elektroräder. Sein Tipp für Einsteiger: „Leih dir im Urlaub doch einfach mal ein E-Bike aus. Gerade in Mittel- und Hochgebirgen immer eine begeisternde Erfahrung.“


Wartung



Dass der Akku sorgsam behandelt werden sollte, wissen wir bereits. Was es außerdem noch bei Wartung und Pflege von Pedelecs und E-Bikes zu beachten gibt, verrät hier der Experte Kevin Seibel:

Muss ein Elektrofahrrad regelmäßig gewartet werden? Was muss ich beachten?

Ein Pedelec sollte genau wie ein normales Fahrrad in regelmäßigen Intervallen gewartet werden. Fahrräder sollten grundsätzlich nicht mit Hochdruckreinigern gewaschen werden. Benutz lieber einen Gartenschlauch zum Abspülen, die Lager werden es dir danken. Wenn du dein E-Bike/Pedelec putzt, bau am besten die Akkus aus, damit kein Wasser ins Akku-Gehäuse eindringt. Trockne die Kontaktstellen gut ab, bevor du die Batterie wieder in die Halterung einsetzt. Die Kette sollte nach jedem Reinigen mit Kettenöl geschmiert werden. Zudem sollten die Lager und Federelemente mit entsprechenden Sprays eingesprüht werden, um sie vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen. Wenn das Pedelec oder E-Bike auch im Winter genutzt wird, ist außerdem darauf zu achten, dass die Kontakte der Akkus mit Polfett oder Ähnlichem eingeschmiert sind, um gegen Salze geschützt zu sein und Korrosion vorzubeugen. Der Motor bedarf keiner speziellen Wartung, da die Motoren von den marktführenden Herstellern wartungsfrei sind.

Gibt es beim Reifenwechsel Besonderheiten? Brauchen Elektrofahrräder spezielle Reifen?

Der Reifenwechsel an einem E-Bike oder Pedelec unterscheidet sich nur geringfügig von einem normalen Fahrrad – je nachdem ob ein Vorderrad-, Hinterrad-, oder Mittelmotor verbaut ist. Da der Motor im Vorder- oder Hinterrad ein in sich geschlossenes System ist, sind nur die Steckverbindungen vom Motor zum Akku zu lösen. Danach gestaltet sich der Radausbau und Einbau genau wie bei einem no ebike. Bei einem Mittelmotor gibt es keine Unterschiede. Die Felge und die Bereifung sind bei Pedelec und E-Bike identisch mit dem eines Fahrrads ohne Motorunterstützung. Der Reifen auf einem Elektrofahrrad ist physikalisch gesehen aber einer größeren Belastung ausgesetzt als der eines klassischen Fahrrads. Da der Motor den Tritt unterstützt, treten am Hinterrad Kräfte (Newtonmeter) auf, die mit einem Fahrrad so nicht auftreten. Die gängigen Reifenhersteller garantieren aber, dass die neueren Reifenmodelle damit keine Probleme haben. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Hersteller dazu übergehen werden, ihre Modelle in 2 Varianten herzustellen: Fahrrad ohne Motorunterstützung und Elektroräder. Vereinzelt finden sich schon Reifen mit Kennzeichnungen oder Extrafreigaben für elektrische Modelle.

Kevin Seibel ist Gründer und Redakteur der EMTB Community. Er fährt seit ca. 15 Jahren MTB und ist vor 2 Jahren aufs eMountainbike umgestiegen, weil er gemerkt hat wieviel Mehrwert so ein EBike hat. Seitdem versucht er andere zu begeistern und an seinem Hobby teilhaben zu lassen.


Regeln & Regulierungen

Beim Fahren von Elektrofahrrädern gilt es einige Bestimmungen zu beachten. Denn auch wenn E-Bikes & Pedelecs wie Fahrräder aussehen, sind sie das vor dem Gesetz nicht immer! E-Bikes und S-Pedelecs mit ihren bis zu 500 Watt starken Motoren gelten im rechtlichen Sinne als Kleinkrafträder mit geringer Leistung. Sie benötigen somit ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis. Außerdem brauchen Fahrer einen Mofa-Führerschein– müssen also mindestens 15 Jahre alt sein. Pedelecs (mit Tretunterstützung bis zu 25 km/h Höchstgeschwindigkeit und maximal 250 Watt starken Motoren) gelten verkehrsrechtlich jedoch als Fahrräder. Somit besteht für sie kein Mindestalter, keine Versicherungspflicht und auch keine Führerscheinpflicht.



Was es sonst noch aus rechtlicher Sicht zu beachten gibt, haben wir den Experten Georg Baur gefragt:

Muss ich mit meinem Elektrofahrrad den Radweg oder die Straße benutzen?

Da Pedelecs den Fahrrädern gleichgestellt sind, gelten für diese auch dieselben Regeln. Dementsprechend müssen sogenannte Pedelec25 nur dann auf dem Radweg fahren, wenn dieser in Ordnung ist und zudem mit einem verpflichtenden blauen Radweg-Zeichen versehen ist. Ein E-Bike wird dagegen wie ein Kleinkraftrad mit geringer Leistung behandelt und darf daher nur dann auf Radwegen bewegt werden, wenn es das Zusatzschild “Mofas frei” (seit Neuestem auch: “E-Bikes frei”) erlaubt. Ansonsten muss man damit auf der Straße bleiben. Die als Pendlerfahrzeuge beliebten S-Pedelecs sind seit der neuesten StVO-Novelle vom März 2017 ausdrücklich von dieser Regelung ausgenommen. Sie müssen immer auf der Straße bleiben. Auch viele Panorama-Radwege, die abseits normaler Straßen verlaufen, bleiben dieser begehrten Fahrzeuggattung somit versperrt.

Gibt es sonstige Beschränkungen für Elektrofahrrad-Fahrer?

Für Pedelecs (auch mit Anfahrhilfe bis 6 km/h) gelten die gleichen Regeln wie für Fahrräder, d.h. man darf beispielsweise (dafür freigegebene) Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung befahren und in die meisten Fußgängerzonen einfahren. Man hat außerdem wie Fahrradfahrer eine höhere Promillegrenze, die derzeit bei 1,6 Promille liegt. Auch Kinderanhänger darf man am Pedelec benutzen. Bei S-Pedelecs und E-Bikes ist ein Transport von Kindern in Fahrradanhängern jedoch tabu. Geeignete Kindersitze sind allerdings erlaubt. Ebenso müssen S-Pedelecs und E-Bikes versichert und mit einem gültigen Kennzeichen ausgerüstet sein. Auch ein Rückspiegel ist obligatorisch.

Georg Baur ist Gründer und Chefredakteur des News-Portals Pedelecs & E-Bikes. Er sieht die Aufgabe des Portals darin, immer mehr Leser von den Vorteilen der E-Bikes zu überzeugen, die auch ihn nach langer Abstinenz wieder aufs Fahrrad bzw. Pedelec gebracht hatten.


Sicherheit

Dass für S-Pedelecs und E-Bikes eine Versicherungspflicht herrscht, wissen wir bereits. Aber was hat es damit genau auf sich? Und wie sichert man sich als Pedelec25-Fahrer für den Fall der Fälle ab?

Da S-Pedelecs und E-Bikes rechtlich und versicherungstechnisch Kleinkrafträder sind, benötigen sie ein Versicherungskennzeichen. Dieses bekommt man direkt bei der Versicherung. Die damit verbundene Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung wie bei Kraftfahrzeugen. Da Pedelecs (mit Trittunterstützung bis 25 km/h) wiederum als Fahrräder gelten, sind Schäden, die der Radler anderen zufügt, hier im Rahmen der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Eine private Haftpflichtversicherung ist keine Pflichtversicherung, aber jeder sollte eine haben.

Im Falle von Diebstahl oder Beschädigungen des Rades sind Pedelecs über die Hausratversicherung versichert. Dieser Schutz greift jedoch nur, wenn das Pedelec in der eigenen Wohnung oder einem abgeschlossenen Fahrradkeller gelagert ist. Damit es auch außer Haus versichert ist, braucht man einen Fahrradzusatz in der Hausratversicherung. Dieser Fahrradschutz versichert das Rad auch auf der Straße. S-Pedelecs und E-Bikes sind in der Hausratversicherung hingegen nicht mit abgedeckt. Für sie kann eine Teilkaskoversicherung sinnvoll sein, die zusätzlich zur (Pflicht-)Haftpflichtversicherung abgeschlossen wird.



Was man beachten sollte, um sicher per Elektrofahrrad unterwegs zu sein, verrät der Experte Alexander Theis:

Muss ich auf einem Elektrofahrrad einen Helm tragen?

Kaum eine Diskussion - außer vielleicht, ob überhaupt ein Pedelec in Frage kommt - wird emotionaler und kontroverser geführt als die Frage „Radhelm, ja oder nein?“. Dabei ist die Rechtslage in Deutschland eindeutig: Für Radfahrer gibt es keine Helmpflicht. Da ein Pedelec in Deutschland als Fahrrad gilt, gibt es folglich auch für das Pedelec keine Helmpflicht. Jedoch sprechen gute Gründe dafür, trotzdem einen Fahrradhelm zu tragen. Moderne Fahrradhelme sind schnell aufzusetzen, bequem und gut belüftet, so dass sie während der Fahrt kaum zu spüren sind.
Beim S-Pedelec und dem E-Bike sieht das freilich anders aus. Beide gelten in Deutschland als Kleinkraftrad und demnach gilt für beide eine Helmpflicht. Wobei sich der Gesetzgeber nicht über die genaue Beschaffenheit des Helms auslässt, sondern nur von einem „geeigneten Helm“ spricht. Doch was ist damit genau gemeint? In den Niederlanden ist seit dem 01.01.2017 ein spezieller S-Pedelec-Helm vorgeschrieben. Als Folge daraus entwickelte eine europäische Spezialistengruppe den Standard „NTA 8776“, der innerhalb der nächsten drei Jahre zum europäischen Standard werden soll.

Auf was muss ich sonst noch achten, um mit meinem Elektrofahrrad sicher unterwegs zu sein?

Prinzipiell ist das Fahren mit dem Pedelec nicht gefährlicher als das Fahren mit einem konventionellen Rad, auch wenn manch reißerische Pressemeldung etwas Anderes suggerieren will. Um möglichst sicher mit Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike unterwegs zu sein, sind zwei Dinge besonders wichtig: Ich muss das Fahrzeug beherrschen und umsichtig unterwegs sein. Obwohl sich Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike auf den ersten Blick wenig von einem normalen Fahrrad unterscheiden, gibt es im Handling doch Unterschiede. Da ist zum einen das höhere Gewicht und zum zweiten die, im Vergleich zum konventionellen Rad, höhere Durchschnittsgeschwindigkeit. Deshalb sind beispielsweise entsprechend kräftig dimensionierte Bremsen montiert, an deren Wirkung man sich erst gewöhnen sollte. Ganz besonders wichtig ist es, mit Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike umsichtig unterwegs zu sein. Denn andere Verkehrsteilnehmer haben oft Schwierigkeiten damit, die Geschwindigkeit von Pedelecs, S-Pedelecs oder E-Bikes richtig einzuschätzen. Eine gute Idee ist es, ein spezielles Training zu besuchen, wie es beispielsweise der ADFC in Deutschland anbietet. Diese Trainings machen Spaß und vermitteln auch erfahrenen Radfahren manch neuen Kniff.

Alexander Theis ist begeisterter Pedelec-Fahrer. Er bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm, dem Online-Magazin für Pedelec und E-Bike.



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